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Heeressoziologie

Das preußische Offizierkorps unter Friedrich dem Großen (1740-86)

In der friderizianischen Epoche kulminierte die Geschichte des altpreußischen Heeres. In dieser Zeit vollendete sich auch die politische und funktionale Integration der gesellschaftlichen Eliten in das Heeresgefüge. Die Schaffung einer bürokratischen Militärorganisation und die Ausrichtung der einheimischen Wirtschaft auf die Bedarfe der Armee waren bereits in der Phase der Prägung unter Friedrich Wilhelm I. (1713-40) abgeschlossen. Damit vollendete sich auch eine lange Entwicklung der Zentralisierung und das Militär als totale Organisation war entstanden. Charakteristisch für das altpreußische Beispiel ist das Mißverhältnis zwischen der Dimensionierung der Armee und den staatlichen Ressourcen. Die hieraus resultierende Überstrapazierung bedingte auf der einen Seite ein hohes Maß an Effizienz, auf der anderen Seite aber auch eine gewisse Einseitigkeit mit erheblicher Rückwirkung auf die politische Kultur. Die 1. Hälfte der Regierungszeit Friedrichs des Großen stand im Zeichen des Vabanquespieles der schlesischen Eroberung, die Zerreißprobe des 7jährigen Krieges brachte das noch relativ junge preußische Königreich in die Nähe des Abgrundes. Ein tragendes Element der letztlich erfolgreichen preußischen Armee war das mit hohem gesellschaftlichen Status ausgestattete Offizierskorps, dessen innere Entwicklung in den Jahren 1740-86 in den folgenden Zeilen aufgezeigt werden soll [1].