Die Dessauer Spezifikation von 1737
Nachfolgend wird eine originale Fotoserie der Dessauer Spezifikation 1737 gezeigt, die sich im Besitz des Verfassers befindet.
Die sogenannte Dessauer Spezifikation 1737 (DS 37) stellt erstmals die Uniformierung der altpreußischen Armee insoweit umfänglich da, als sie neben der Uniform des Offziers auch die Uniformen des Gemeinen, des Grenadiers (bei der Infanterie, obgleich der Rock identisch war mit dem des Musketiers, dafür wird die Grenadiermütze gezeigt), des Spielmannes und des Unteroffiziers einschließlich des Feldzeichens umfasst.
Der Hut des Musketiers wird nicht dargestellt, dessen Hutpuschel entsprach aber dem der Grenadiermütze.
Bei den Füsilier-Regimentern wird auch die Füsiliermütze abgebildet.
Die Tafel ist bei No. 23 nicht vollständig und bei der Tafel von No. 24 sind nur die Umrisse bzw. das Schema vorhanden. Offensichtlich schon bei der Urfassung, denn sonst hätte F. G. Melzner bei der Herausgabe der DS 37 (Schwarz-Weiß) im Jahre 1974 z. B. die Tafel von No. 23 vervollständigt, da ihm auch die Fotos der Anhaltiner Originale vorlagen und er entsprechende Vergleiche vorgenommen hat.
Die DS 37 hatte einen Vorläufer, nämlich die Dessauer Spezifikation 1729. Diese stellte aber nur die Uniform des Gemeinen und das jeweilige Feldzeichen der Einheit dar.
In beiden Fällen geht der Auftrag zur Erstellung dieser Uniformserien auf das Haus Anhalt bzw. auf den Alten Dessauer (Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau, * 03. 07.1676 in Dessau; † 09. 04.1747 ebenda) zurück, gedacht als Geburtstagsgeschenke für König Friedrich Wilhelm I..
Es gab übrigens auch in anderen Ländern schon damals vergleichbare Uniformserien (z. B. in Frankreich 1721 und 1724).
Noch im 19. Jhdt. exstierten diese Originale, aber die Exemplare in Berlin gingen offensichtlich schon in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts verloren.
Auch die Doubletten im Archiv des Hauses Anhalt.Dessau überdauerten den Zweiten Weltkrieg nicht.
Man hatte jedoch Anfang des 20. Jhdt. Kopien (7) durch den Kunstmaler Fresenius anfertigen lassen, von denen sich die letzten bekannten Exemplare im ehemaligen Archiv des münsterischen Heereskundlers Dr. Hans Bleckwenn befanden.
Zu diesem Zeitpunkt (bzw. vor 1945) fertigte man auch großformatige Fotos der Anhaltiner Originale (DS 29 und 37) an. Diese oder eine von diesen Fotoserien wurde dem Verfasser - damals als freier Mitarbeiter im Biblio-Verlag/ Osnabrück tätig - von Herrn Dr. Bleckwenn zur freien Verfügung geschenkt, welche nun an dieser Stelle zum Nutzen der Uniformkunde veröffentlicht wird.
Zur damaligen Uniformierung selbst wird auf die bereits veröffentlichten entsprechenden Beiträge in diesem Schwerpunkt verwiesen.
Vgl. auch: F. G. Melzner (Hrgb.), Die Dessauer Spezifikation von 1737. Osnabrück 1974 (unkoloriert).
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