Uniformierung und Ausrüstung der Alten Armee - Kavallerie - Kürassiere - Der Helm der Offiziere
Der Helm der Offiziere der meisten Linien-Kürassier-Regimentern war aus blankpolierten Stahl. Die Schuppenketten und deren Rosetten waren vergoldet.
Die Kürassiere trugen (seit 22.02.1843) grundsätzlich Helme von hell-polierten Eisen mit messingenem Beschlag und gewölbten Schuppenketten.
Das Regiment der Gardes du Corps trug allerdings - wie das Garde-Kürassier-Regiment und das Kürassier-Regiment Nr. 6 - Helme und Schuppenketten von Tombak und mit einem Beschlag von Neusilber.
Der Helm der vorgenannten Einheiten folgte aber auch der grundsätzlichen Entwicklung des Kürassierhelmes an sich.
Der Beschlag war bei den eisernen Helmen aus Messing, bei den Tompakhelmen aus Neusilber.
Der Helm der Offiziere unterschied sich von dem der Mannschaften durch einige Besonderheiten.
So war der Untersatz des Spitzenhalses vierteilig. Die Splinte hatten nicht eine Sternform.
Die Spitze selbst bestand stets aus dem Metall der Helmglocke. Bei den Offizieren war sie - sechsfach - geriefelt.
Im Spitzenhals gab es Belüftungslöcher. Diese hatten bei den Offizieren eine Kreuzform.
Die die Schuppenketten haltenden Rosetten hatten bei den Offizieren eine Kreuzform (mit Kleeblättern).
Der Helmzierrat war bei den preußischen (Linien-)Kürassieren der Adler wie bei der Infanterie.
Hinsichtlich des Helmzierrats gab es aber bei einigen Linien-Regimentern Besonderheiten, so beim Leib-Kürassier-Regiment Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1.
Dieses Regiment trug Helme von weißem Eisen mit gelben Schuppenketten und einem Helmzierat aus Messing. Zunächst wurde von der Einheit der heraldische Adler geführt.
Später (1902) erhielt sie den fridericianischen Adler mit dem Devisenband: PRO GLORIA ET PATRIA.
Bei diesem Regiment waren im Übrigen die Schuppenketten am Helm platt mit Wülsten an den Seiten.
Das Kürassier-Regiment Königin (Pommersches) Nr. 2 trug ab 1861 ein besonderes Helmbandeau, welches an die Schlacht bei Hohenfriedberg erinnern sollte (siehe das Foto des Kronprinzen zuvor).
Die Schlacht bei Hohenfriedeberg oder Schlacht bei Striegau fand am 4. Juni 1745 während des Zweiten Schlesischen Krieges statt.
Der ursprünglich ziemlich hoher Helm, wurde im Laufe der Zeit immer niedriger. So wurde der Helm z. B. im Jahr 1867 leichter.
1889 wurde ein neues Helmmodell eingeführt. Nun war der vordere Schirm nur einmal gebogen. Ausserdem verlor der Helm den auf der Rückseite verlaufende Grat.
Bei den Offizieren wurde dieser Grat aber beibehalten, auch der Vorderschirm blieb bei den Offizieren eckig und zweimal gegrätet bzw. doppelt geschweift.
Der Vorderschirm der Offiziershelme war zunächst grün lackiert, ab ca. 1870 war er mit grünem Leder ausgekleidet.
Der Hinterschirm war mit schwarzem Samt versehen.
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