Uniformierung und Ausrüstung der Alten Armee - Kavallerie - Kürassiere - Der Helm der Offiziere

Frühe Aufnahme eines Offiziers aus dem Kürassier-Regiment von Driesen (Westfälisches) Nr. 4 (Münster) um 1870. Originale cdv.
Reichkanzler Fürst von Bismarck in der Uniform des Kürassier-Regiments von Seydlitz Nr. 7. Originaler Druck aus dem 19. Jhdt. nach einer Fotografie.

Der Helm der Offiziere der meisten Linien-Kürassier-Regimentern war aus blankpolierten Stahl. Die Schuppenketten und deren Rosetten waren vergoldet.

Die Kürassiere trugen (seit 22.02.1843) grundsätzlich Helme von hell-polierten Eisen mit messingenem Beschlag und gewölbten Schuppenketten.

Das Regiment der Gardes du Corps trug allerdings - wie das Garde-Kürassier-Regiment und das Kürassier-Regiment Nr. 6 - Helme und Schuppenketten von Tombak und mit einem Beschlag von Neusilber.

Der Helm der vorgenannten Einheiten folgte aber auch der grundsätzlichen Entwicklung des Kürassierhelmes an sich.

Der Beschlag war bei den eisernen Helmen aus Messing, bei den Tompakhelmen aus Neusilber.

Kürassier-Offizier im Koller mit Helm und Bandelier. Originale cdv. Der Vorderschirm der Offiziershelme blieb auch nach 1889 eckig und zweimal gebogen.
Offizier der Linien-Kürassiere im Koller und angelegter Schärpe. Fotograf: Erich Sellin/ Berlin. Die Schuppenketten waren konvex.

Der Helm der Offiziere unterschied sich von dem der Mannschaften durch einige Besonderheiten.

So war der Untersatz des Spitzenhalses vierteilig. Die Splinte hatten nicht eine Sternform.

Die Spitze selbst bestand stets aus dem Metall der Helmglocke. Bei den Offizieren war sie - sechsfach - geriefelt.

Im Spitzenhals gab es Belüftungslöcher. Diese hatten bei den Offizieren eine Kreuzform.

Die die Schuppenketten haltenden Rosetten hatten bei den Offizieren eine Kreuzform (mit Kleeblättern).

Offizier der preußischen Kürassiere. Porträtausnahme. Ausschnitt. Gut zu sehen sind die konvexen Schuppenketten. Als Helmzierrat dient der (preussische) heraldische Adler.
Subaltern-Offizíert im Überrock aus dem Kürassier-Regiment Graf Geßler (Rheinisches) Nr. 8 (Cöln-Deutz). Gut zu sehen sind ist die kreuzförmige Belüftungsvorrichtung im Spitzenhals zu sehen. Die Schuppenketten werden durch Rosetten in Kreuzform mit Kleeblättern gehalten. Der Hinterschirm ist tief herunter gezogen.
Subaltern-Offizier aus dem Kürassier-Regiment Kaiser-Nikolaus I. von Rußland (Brandenburgisches) Nr. 6. Originale KAB. Deutlich zu sehen ist die geriefelte (hohe) Spitze, die auf dem Spitzenhals aufgesteckt bzw. in den Spitzenhals gesteckt wurde.
Rittmeister aus den Kürassier-Regiment Kaiser-Nikolaus I. von Rußland (Brandenburgisches) Nr. 6 im feldgrauen Waffenrock. Originale Fotokarte. Um 1915. Hier mit friedensmäßigen Helm. Im Felde wurde dieser mit einem Überzug getragen.

Der Helmzierrat war bei den preußischen (Linien-)Kürassieren der Adler wie bei der Infanterie.

Hinsichtlich des Helmzierrats gab es aber bei einigen Linien-Regimentern Besonderheiten, so beim Leib-Kürassier-Regiment Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1.

Dieses Regiment trug Helme von weißem Eisen mit gelben Schuppenketten und einem Helmzierat aus Messing. Zunächst wurde von der Einheit der heraldische Adler geführt.

Später (1902) erhielt sie den fridericianischen Adler mit dem Devisenband: PRO GLORIA ET PATRIA.

Bei diesem Regiment waren im Übrigen die Schuppenketten am Helm platt mit Wülsten an den Seiten.

Der Kronprinz in der Uniform des Kürassier-Regiments Königin (Pommersches) Nr. 2 mit Brustschild. Offizielle AK vor 1914. Gut zu sehen ist das auf den typischen heraldischen Adler aufgelegte besondere Helmband.

Das Kürassier-Regiment Königin (Pommersches) Nr. 2 trug ab 1861 ein besonderes Helmbandeau, welches an die Schlacht bei Hohenfriedberg erinnern sollte (siehe das Foto des Kronprinzen zuvor).

Die Schlacht bei Hohenfriedeberg oder Schlacht bei Striegau fand am 4. Juni 1745 während des Zweiten Schlesischen Krieges statt.

Der Kronprinz in der Uniform des Kürassier-Regiments Königin (Pommersches) Nr. 2 mit Brustschild umgeben von Offizieren wohl aus dem Regiment der Gardes du Corps bei einem Manöver. Originales Foto. Der Helm des Regiments der Gardes du Corps und des Garde-Kürassier-Regiments zeigte vorn den Gardestern.
Kommandeur des Garde-Kürassier-Regiments (Berlin) in Paradeuniform. Gut zu sehen ist der zur Parade auf den Helm aufgesetzte neusilberne Adler. Dessen Krone war bei Offizieren vergoldet.

Der ursprünglich ziemlich hoher Helm, wurde im Laufe der Zeit immer niedriger. So wurde der Helm z. B. im Jahr 1867 leichter.

1889 wurde ein neues Helmmodell eingeführt. Nun war der vordere Schirm nur einmal gebogen. Ausserdem verlor der Helm den auf der Rückseite verlaufende Grat.

Bei den Offizieren wurde dieser Grat aber beibehalten, auch der Vorderschirm blieb bei den Offizieren eckig und zweimal gegrätet bzw. doppelt geschweift.

Offizier aus dem Kürassier-Regiment Königin (Pommersches) Nr. 2 zu Pferd. Großformatiges Foto.

Der Vorderschirm der Offiziershelme war zunächst grün lackiert, ab ca. 1870 war er mit grünem Leder ausgekleidet.

Der Hinterschirm war mit schwarzem Samt versehen.

Rittmeister aus dem 2. schweren - preußischen - Reserve-Reiter-Regiment. Originale cdv. Frühe Aufnahme.
Offizier der preußischen schweren Reiter. Originale KAB. Fotograf: Flottwell/ Magdeburg. Gut zu sehen ist das auf dem Linienadler aufgelegte neusilberne Reservekreuz.

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