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16 Beiträge gefunden

Heeressoziologie

Die deutsche Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika. Fotokonvolut.

Die nachfolgend gezeigten originalen Aufnahmen aus dem Nachlass eines Angehörigen der Garnison Keetmanshoop (wohl um 1908/09) beinhalten auch Abbildungen von Angehörigen der in DSWA lebenden Hirtenvölkern der Herero und Nama (letztere damals abwertend als Hottentotten bezeichnet). Den Verantwortlichen dieser Webseite ist das mit der Deutschen Kolonialzeit einhergehende Unrecht bewusst und die aktuelle historische Bewertung der Geschehnisse in der Folge der Aufstände in den Jahren 1904 - 08 als Genozid bekannt. Diese Einschätzung wird geteilt.

Heeressoziologie

Die inneren Strukturen des Reichsheeres

Das Reichsheer war ein soziales Gebilde, wies mithin neben formellen auch informelle Strukturen auf. So gab es mit Blick auf die Wertung der verschiedenen Waffengattungen ein deutliches Gefälle im Prestige. Hierbei nahm die Kavallerie den ersten Platz ein, ihr folgten die Infanterie, die technischen Truppen und ganz zuletzt der Train. Dabei folgte das soziale Ansehen der einzelnen Waffengattungen nicht objektiven Gesichtspunkten und ignorierte die neuen Dimensionen der Technik. Das Ergebnis war die völlige Überbewertung der – vor dem Hintergrund moderner Maschinenwaffen – mittlerweile anachronistisch wirkenden lanzenbewehrten Kavallerie.

Heeressoziologie

Die Stellung des Militärs in der Gesellschaft des deutschen Kaiserreichs

Das Militär hatte im Kaiserreich eine herausragende gesellschaftliche Stellung inne, dessen Angelegenheiten sich weitgehend der politischen Kontrolle entzogen. Der deutsche Kaiser war oberster Kriegsherr des deutschen Heeres und Wilhelm II. (1859-1941) hatte diese Rolle im besonderen Maße verinnerlicht. Der durchaus gesellschaftskritische Schriftsteller Theodor Fontane hat sich einmal (1897) über diesen Monarchen hellsichtig wie folgt geäußert: „Er hat ein Million Soldaten und will auch hundert Panzerschiffe haben – er träumt (und ich will ihm diesen Traum hoch anrechnen) von einer Demütigung Englands. Deutschland soll obenan sein, in all und jedem. Das alles – ob es klug und ausführbar ist, lass ich dahingestellt sein – berührt mich sympathisch und ich wollte ihm auf seinem Turmseilwege willig folgen, wenn ich sähe, dass er … die richtige Balancierstange in Händen hätte. Das hat er aber nicht. Er will, wenn nicht das Unmögliche, so doch Höchstgefährliche, mit falscher Ausrüstung, mit unzureichenden Mitteln. Er glaubt das Neue mit ganz Altem besorgen zu können, er will Modernes aufrichten mit Rumpelkammerwaffen. Er sorgt für neuen Most und weil er den alten Schläuchen nicht mehr trat, umwickelt er eben diese alten Schläuche mit immer dickerem Bindfaden und denkt: nun wird es halten. Es wird aber nicht halten … Was der Kaiser mutmaßlich vorhat, ist mit „Waffen“ überhaupt nicht zu leisten; alle militärischen Anstrengungen kommen mir vor, als ob man anno 1400 alle Kraft darauf gerichtet hätte, die Ritterrüstung kugelsicher zu machen – statt dessen kam man aber schließlich auf den einzig richtigen Ausweg, die Rüstung ganz fortzuwerfen“1.

Heeressoziologie

Der Dienstalltag und die materiellen Lebensumstände im Reichsheer

Das Reichsheer und die – marine ergänzte sich vor allem aus Wehrpflichtigen. Wehrpflicht bedeutet die auf Gesetz beruhende Pflicht jedes männlichen – wehrfähigen - Staatsbürgers zum Militärdienst. Die allgemeine Wehrpflicht wurde in Preußen im Rahmen der Militärreformen im Jahre 1814 eingeführt (Gesetz über die Verpflichtung zum Kriegsdienst vom 03.09.1814), im Norddeutschen Bund im Jahre 1867 (Gesetz betreffend die Verpflichtung zum Kriegsdienste ... vom 09.11.1867). Nach der Reichsgründung 1871 galt die allgemeine Wehrpflicht auch im Kaiserreich, das Reichsmilitärgesetz von 1874 übernahm die bisherigen Bestimmungen des Kriegsdienstgesetzes von 1867. Wehrpflicht bestand ab dem 20. Lebensjahr.

Heeressoziologie

Szenen aus dem Dienstalltag der Alten Armee - Ausbildung - Lehr-Infanterie-Bataillon

Laut Mila (Geschichte der Bekleidung und Ausrüstung der Königlich Preußischen Armee 1808 - 1878, Berlin 1878, Nachdruck Krefeld 1970, S. 104) ist das Lehr-Infanterie-Bataillon "durch A.K.O. vom 30. December 1819 gestiftet, in der Absicht, die Gleichförmigkeit und Uebereinstimmung im Dinest und in den Exerzier-Uebungen der Infanterie zu befördern, zu welchem Zwecke alljährlich zum 1. April Officiere, Unteroffciere und Mannschaften aller Infanterie-Regimenter auf gewisse Zeit nach Potsdam abkommandirt werden; eine Stamm-Kompagnie bleibt fortdauernd beisammen".