Szenen aus dem Dienstalltag der Alten Armee - Ausbildung - Lehr-Infanterie-Bataillon

Laut Mila (Geschichte der Bekleidung und Ausrüstung der Königlich Preußischen Armee 1808 - 1878, Berlin 1878, Nachdruck Krefeld 1970, S. 104) ist das Lehr-Infanterie-Bataillon "durch A.K.O. vom 30. December 1819 gestiftet, in der Absicht, die Gleichförmigkeit und Uebereinstimmung im Dinest und in den Exerzier-Uebungen der Infanterie zu befördern, zu welchem Zwecke alljährlich zum 1. April Officiere, Unteroffciere und Mannschaften aller Infanterie-Regimenter auf gewisse Zeit nach Potsdam abkommandirt werden; eine Stamm-Kompagnie bleibt fortdauernd beisammen".

Angehörige des Lehr-Infanterie-Bataillons. Originale Fotokarte aus dem Jahre 1905.

Zum Lehr-Infanterie-Bataillon kommandierten die preußischen, sächsischen und württembergischen Infanterie-Regimenter Mannschaften zur besonderen Fortbildung, auch das 1. und 2. See-Bataillon, nicht die Jäger-Bataillone.

Das Bataillon trat jährlich zusammen, der Kursus dauerte 1-1 ½ Jahre.

Bekannt war das jährlich stattfindene "Schrippenfest", ein Höhepunkt im militärischen Leben der Garnisonstadt Potsdam.

Vorbeimarsch des Infanterie-Lehr-Bataillons. Originale Fotokarte.

Im Lehr-Infanterie-Bataillon wurden die Uniformen der Heimat-Regimenter weiter getragen, aber keine Haarbüsche, an den Achselklappen befanden sich als besondere Auszeichnung eine rote bzw. gelbe Schnur (A.K.O. vom 17.10.1820).

Diese galt auch für die Achselklappen am Mantel.

Die "mitzugebenden Tornister müssen ferner so eingerichtet sein, dass das Kochgeschirr sowohl oben auf demselben als auch auf der Klappe befestigt werden kann" (Mila, a. a.O.).

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