Gliederung und Organisation der Alten Armee - Kavallerie - Kürassier-Regimenter
Nachfolgend wird der Bestand und die Organisation der preußischen Kürassier-Regimenter vorgestellt. Einige bebilderte Anmerkungen zu den besonderen Uniformmerkmalen der Kürassiere ergänzen diese Ausführungen.
Vor dem unglücklichen Feldzug im Jahr 1806 gab es in der altpreußischen Armee 13-Kürassier-, 14 Dragoner- und 9 Husaren-Regimenter sowie ein Regiment Towarczys (Lanzenreiter).
Im Rahmen der Aufstellung der neupreußischen Armee wurden 4 Kürassier-, 6 Dragoner- únd 6 Husaren-Regimenter. Ferner wurde auch ein Ulanen-Regiment aufgetstellt.
Jedes Regiment sollte 4 Eskadronen stark sein (AKO vom 16.10.1807). Das Regiment der Gardes du Corps zählte 8 Kompanien.
4 Linien-Dragoner-Regimenter wurden in der Folge zu Kürassier-Regimentern umgeformt. Deshalb gab es 1819 acht Linien-Kürassier-Regimenter. Dazu gab es das Regiment der Gardes du Corps, welches keine Nummer hatte.
1821 (03.08.) kam das Garde-Kürassier-Regiment dazu.
1914 gab es - immer noch - neben des Regiment der Gardes du Corps (Potsdam) und dem Garde-Kürassier-Regiment (Berlin) 8 Linien-Kürassier-Regimenter zu je 5 Eskadronen.
Am 1842 (23.10. und 08.12.) löste der weiße Koller aus Kirsey das bisher getragene Kollet ab. Der Koller wurde nicht durch Knöpfe, sondern durch Haken geschlossen.
Die einzelnen Regimenter hatten unterschiedlich farbige Abzeichen. Die Knöpfe am Waffenrock waren entweder weiß oder gelb.
Ab 1866 (10.11.) sollte jedes Regiment 5 Eskadronen haben, letztere sollte im Kriegsfall als Ersatz-Eskadron fungieren.
Das Bandelier der Kürassiere bestand aus weißem Leder und hatte bis 1890 Messingbeschläge.
Ab 1886 (06.05.) wurden Stulpstiefel eingeführt, und zwar zunächst für die Gardeeinheiten und für das Kürassier-Regiment Nr. 3. Die restlichen Kürassier-Regimenter erhielten diese ab 1888 (15.10.).
Noch unter König Friedrich Wilhelm II. hatten die Kürassiere ihre Kürasse verloren. Diese wurden 1814 wieder eingeführt. Es waren zunächst erbeutete französische Kürasse.
Die Kürasse bestanden aus Brust- und Rückenstücke und waren ab 1845 (14.01.) aus Gußstahl.
1888 (12.05.) fielen die Kürasse aus der Feldausrüstung heraus und wurden nur noch zu Paradezwecken oder beim Ehrendienst getragen.
Ab 1891 (30.05.) wurden die Kürassiere auch bei Paraden im Manöver - wie auf dem obigen Foto - nicht mehr angelegt.
Die Kürassiere waren mit Blankwaffen (sogenannte französische oder russische Pallasche) und Pistolen bewaffnet.
Es handelte sich um Steinschloßpistolen, die 1840 in Perkussionspistolen umgewandelt wurden.
Später wurden moderne Karabiner eingeführt.
Die Offiziere hatten zusätzlich noch Stichdegen.
Ab 1888 (01.10.) hatten Kürassiere zusätzlich hölzerne Lanzen. Diese wurde ab 1890 aus Gußstahl hergestellt.
Ursprünglich trugen die preußischen Kürassiere hohe Bügelhelme nach russischem Muster.
Mit der Einführung des Kollers wurden auch Pickelhauben aus Metall für die Kürassiere eingeführt.
Die Gardeeinheiten und das brandenburgische Kürassier-Regiment Nr. 6 trugen solche aus Tombak, die restlichen Kürassier-Regimenter trugen eiserne - weiße - Helme.
Der Koller der Offiziere glich dem der Mannschaften, durfte aber auch aus Tuch sein.
Der hier getragene Überrock war ein bequemes und daher beliebtes Kliedungsstück, welches nur die Offiziere hatten.
Das Ärmelabzeichen der Standartenträger war am Koller auf weißem Kirsey gestickt, beim blauen Waffenrock auf blauem Tuch.
Das Standarten-Bandelier hatte einen Tressenbesatz und mittig einen Samtstreifen in der jeweiligen Regimentsfarbe. Einige Regimenter (Garde-Regimenter, K 1,4,7 und 8) hatten Fransen am Bandelier.
Die Trompeter der Kürassiere waren wie üblich durch Schwalbennester gekennzeichnet.
Diese waren von der Farbe der Kollerpatten und besetzt mit einer Regiments-Tresse. Letztere war auf den Schwalbennstern bereiter als am Kragen des Kollers.
Die Trompeter trugen nie Kürasse.
Die Musikmeister hatten besondere Uniformmerkmale.
Hinweis
Zu den einzelnen Kürassier-Regimentern - Regiment - der Gardes du Corps, Garde-Kürassier-Regiment und Linien-Kürassier-Regimenter Nr. 1 - 8 - wird auf die einzelnen Beiträge in diesem Schwerpunkt verwiesen.
Ferner werden die verschiedenen Uniform- und Ausrüstungsstücke der preußischen Kürassiere in einzelnen Beiträgen besprochen.
Empfohlene Beiträge
Uniformierung & Ausrüstung
Die Uniformierung der Infanterie des Deutschen Reichsheeres - 1871 – 1914. V. Teil - Braunschweig
Der erste Teil dieser Reihe hat allgemein die Uniformierung der preußischen Infanterie - 1842 – 1914 zum Thema.
Heeressoziologie
Szenen aus dem Dienstalltag der Alten Armee - Menage bzw. Verpflegung
Im Zeitalter der allgemeinen Wehrpflicht und der modernen Massenheere stellte sich die Frage der Truppenverpflegung neu.
Uniformierung & Ausrüstung
Uniformierung und Ausrüstung der Alten Armee - Artillerie - Feldartillerie - Preußen - Offiziersuniform
Der Waffenrock der Offiziere unterschied sich von denen der Mannschaften – unabhängig von der Qualität- durch schwarz-samtene Kragen /-patten und Ärmelaufschläge.