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Organisation
Curt Jany,Militärische Erinnerungen an Ansbach Bayreuth (entnommen dem Hohenzollernjahrbuch).
Kriegsgeschichte
A. Arent, Kurze Charakteristik der Thaten und Leistungen der Preussischen Cavallerie seit den Zeiten Friedrichs des Grossen.
Organisation
Friedrich der Große und sein Einfluss auf die Entwicklung der preußischen Kavallerie in den schlesischen Kriegen.
Neue Militärische Blätter, 1884 S. 437 ff.
Uniformierung & Ausrüstung
Formations- und Uniformierungsgeschichte der altpreußischen Kavallerie 1740 - 86 - III. Teil - Dragoner
Der Bestand an Dragoner-Regimentern bei Regierungsübernahme durch Friedrich dem Großen ist aus der weiter unten stehenden Tabelle zu entnehmen.
Uniformierung & Ausrüstung
Formations- und Uniformierungsgeschichte der altpreußischen Kavallerie 1740 - 86 - II. Teil - Kürassiere
Im Jahre 1786 1786 existierten die Kürassier-Regimenter Nr. 1 - 12 ( = K 1 - 12) zu je 5 Schwadronen sowie
Uniformierung & Ausrüstung
Die preußische Armee unter Friedrich Wilhelm I. (1713 - 40) - Kapitel 17 - Der bunte Rock (Die Kavallerie).
Nachfolgend wird die Uniformierung und Ausrüstung der altpreußischen Kavallerie unter König Friedrich Wilhelm I. (1713-40) beschrieben.
Heeressoziologie
Die preußische Armee unter Friedrich Wilhelm I. (1713 - 40) - Kapitel 9 - Das Wehrersatzsystem - die Werbung.
Mit der Werbung im In- und Ausland verbinden sich zahlreiche Mißstände und die Exzesse im Zusammenhang mit der intensiven Jagd preußischer Werbekommandos nach großgewachsenen Rekruten hat das Image des preußischen Staates in den Augen der Zeitgenossen und der Nachwelt nachhaltig beeinträchtigt. Allerdings war der Heeresersatz durch Ausländer ein Problem sämtlicher Heere des 18. Jahrhunderts und charakteristisch für das Zeitalter der Söldnerheere. Ein Zeitgenosse berichtet: „ Die Werbungen sowohl innerhalb als außerhalb des Landes wurden unter KönigFriedrich Wilhelm unausgesetzt mit aller Strenge betrieben. Keine Schule war davon befreyt, nur die Universitaeten. Solange der Student auf der Universitaet und in deren Mauren sich aufhielt, so befand er sich in eine Freystadt. Das Dessauische Infanterie-Regiment lag in Halle, und dieses caperte vor den Thor, in den Dörfern, auch zuweilen wohl gar in der Stadt des Nachts manchen Studenten weg. Sie eilten mit ihnen nach Dessau, biß der darüber entsandene Lerm und Tumult sich unter den Studenten gelegt hatte. Sobald man die Universitaet verließ, so war man nirgens sicher, selbst die Candidaten, wenn sie zur Ordnination nach Magdeburg, Stendal, Berlin etc. Reiseten, waren in Gefahr, im Thor angehalten und weggenommen zu werden. Den(n) nur die würcklichen Prediger, aber kein Candidatus iam vocatus, auch kein Schulbedienter war vor die Werber sicher. Hir in Azendorf besetzte ein Comando Soldaten in der Nacht dieSchule und hohlten den Organisten Franken aus seinem Bette und führten ihn nach Calbe. Weil er aber den Officier viel größer beschrieben, als er würcklich war, so brachte ihm der ihm nacheilende Herr Inspector Theune von da gleich wieder mit sich zurücke. Nicht besser machten es die preußischen Officier und Unterofficier, die außer Landes auf Werbungen gesand wurden. Jedes Regiment wehlte dazu die listigsten und verschlagendste Köpfe. Wenn diese einen großen Kerl nicht überreden konten, sich anwerben zu lassen zu laßen und Handgeld zu nehmen, so suchten sie sich seiner mit Listund Gewalt zu bemächtigen. Nichts war ihnen zu schwer, nichts zu gefährlich; sie wagten ales und ließen es darauf ankommen, wie es ablaufen würde. Sie brachen ein, hohlten den großen Kerl aus dem Bette, warfen ihm so im Hämde ofte gebunden und geknebelt auf einen parat stehenden Wagen und eilten mit untergelegten Pferden, die Gränze und unsere Provinzien zu erreichen“1. Die Mißstände bei der in- und ausländischen Werbung sind auch mit dem enormen Leistungsdruck zu erklären, der auf den verantwortlichen Offizieren lastete. Das Regelement von 1726 sprach diesbezüglich eine deutliche Sprache: „Wenn die Capitaines hübsche Leute ohne Klagen und Gewaltthätigkeiten mit guter Manier anwerben, die Obriste gute Regimenter, und die Capitaines gute Compagnien an Mannschaft in guter Ordre vorführen werden; Alsdenn Selbige bey Seiner Königl. Majestät sich bestens recommendiren werden; Im gegentheil diejenigen, welche schlechte Regimenter und Compagnien und Compagnien haben, auf das aller übelste sich recommendiren werden“.
Organisation
Die preußische Armee unter Friedrich Wilhelm I. (1713 - 40) - 3. Kapitel - Die Infanterie
Die preußische Armee war eine Landstreitmacht, Kernbestand derselben waren die Fußtruppen. Nach einer „Specification“ vom 24.07.1713 umfasste die altpreußische Armee 255 Kompanien Infanterie mit 32895 Mann und 60 Kompanien Kavallerie und 45 Kompanien Dragoner mit 8748 Mann (jeweils einschließlich der Unteroffiziere und ausschließlich der Spielleute), d.h. die Infanterie und Kavallerie verhielten sich zueinander wie 4:1. Dazu kamen noch die Garnisontruppen, die Artillerie sowie die Kadettenanstalten. Im Rahmen der systematischen Verstärkung der Armee wuchs die Infanterie wie folgt: 21746 (1713), 35134 (1715), 48967 (1731), 52391 (1739), analog zur Infanterie wurde auch die Kavallerie vermehrt: 7737 (1713), 9914 (1715), 15876 (1731), 17842 (1739).
Heeressoziologie
Die preußische Armee unter Friedrich Wilhelm I. (1713 - 40) - 10. Kapitel - Das Wehrersatzsystem - das Kantonwesen
Die Ergänzung der preußischen Armee erfolgte – wie schon aus dem vorigen Kapitel zur Werbung ersichtlich - durch freiwillige Werbung im In- und Ausland und durch Aushebung einheimischer Wehrpflichtiger, wobei sich die letztere Variante zunächst im Laufe der Jahre in der Praxis entwickelte und erst später vom König förmlich anerkannt wurde. Die auswärtige Werbung war aber in der bisherigen Geschichte der preußischen Armee stets nur ein Hilfsmittel gewesen, in erster Linie ergänzte sich die Armee durch die Anwerbung von Inländern. Unter dem Großen Kurfürsten war die Armee zwar kein Volksheer, „sondern ein Heer von Berufssoldaten, die nicht ausgehoben, sondern angeworben wurden, jedoch meist Landeskinder waren“1. Dabei war sich der Große Kurfürst bewusst, dass die Dienste von Landeskindern im Rahmen einer Nationalbewaffnung die bessere und vor allem die billigere Art der Heeresergänzung als die Anwerbung fremder Söldner war. Die Bemühungen, das Lehns- und Landesaufgebot der Ritterschaft und der Stände zu reorganisieren scheiterte am regelmäßigen Widerstand der Betroffenen. Obwohl der Große Kurfürst desöfteren das Volk zu den Waffen rief, war das Ergebnis aufgrund der mangelnden Einstellung der Stände und der Bevölkerung zur Dienstpflicht unbefriedigend. Das Landesaufgebot kam nur im Krieg gegen Schweden (1674/ 75) zum wirklichen Einsatz, blieb aber ohne Rückhalt durch reguläre Truppen ohne Wirkung. Auch beim Einfall der Schweden in Ostpreußen wurde das Landesaufgebot zu den Waffen gerufen. Friedrich III. bzw. I. änderte den Ersatzmodus zunächst nicht, versuchte aber, dem stehenden Heer eine Landmiliz an die Seite zu stellen. Die sogenannte Landmiliz wurde 1701 auf den Schatullgütern, 1703 in den Amtsdörfern und 1705 (07.05.) in den Städten eingeführt. Die Ritterschaftsgüter wurden hiervon nicht berührt, da der Adel erfolgreich auf seine Lehnspflichtigkeit verweisen konnte. Die bei der Landmiliz Enrollierten waren von Einquartierung, Marschfuhren, Botenlaufen, Teilnahme an den Wolfsjagden und ähnlichen Frondiensten und öffentlichen Lasten befreit und durften von den Regimentern nicht angeworben werden. Enrolliert wurden nur junge, kräftige unverheiratete Männer, doch auch Verheiratete, welche keine Güter und Nahrung hatten. Die Dienstzeit dauerte 5 - 6 Jahre. Die Landmiliz sollte der Schaffung einer Reservearmee dienen und basierte auf der nach wie vor gültigen Wehrpflicht der Untertanen. Die stehende Armee sollte im Kriegsfall durch die Landmiliz vom Dienst im Lande entlastet werden, allerdings genossen die Landmilizsoldaten nur eine dürftige Ausbildung, insofern war ihr militärischer Wert eher als gering einzustufen. Vor Einführung der Landmiliz wurde die freiwillige Werbung durch landesinterne Aushebungen ergänzt, wobei die Freiwilligkeit angesichts der langen Kriegsperioden unter Friedrich III./ I. immer mehr unterdrückt wurde. Die Rekruten für die stehende Armee sollten ab 1688 durch die Provinzen und Ständen gestellt werden, ab 1691 führte man wieder Werbung durch die Regimenter ein. Beide Spielarten der Ergänzung waren mit Nachteilen behaftet, so wiesen die Rekruten bei Gestellung durch die Provinzen und Kreise häufig eine schlechte Qualität auf, die unteren Bevölkerungsschichten waren hierbei überrepräsentiert. Bei der Werbung durch die Regimenter nahm man häufig nicht Rücksicht auf die persönlichen Verhältnisse des Ausgehobenen, Gewalt und Willkür verunsicherte die Bevölkerung und die Volkswirtschaft nahm Schaden. Durch das „Interims-Reglement und Verfassung, wie es mit Rekrutierung der Regimenter sowohl zu Pferd wie zu Fuß gehalten werden soll“ des Jahres 1693 (20.11.) wurde schließlich die Ergänzung auf der Basis eines Territoiralsystems vereinheitlicht. Nunmehr meldeten die Regimenter ihren Bedarf an Ersatzmannschaften an die staatliche Verwaltung, diese verteilte den bedarf auf die verschiedenen Provinzen und Kreise, welche den Regimentern als feste Werbeplätze zugewiesen wurden. Die Rekruten mußten von den Provinzen und Kreisen zu einem bestimmten Zeitpunkt gestellt werden, sonst konnten sich die Regimenter selbst komplettieren.
Organisation
Erwin Dette, Friedrich der Große und sein Heer. Inaugural-Dissertation, I. und II. Teil, Göttingen 1915.
Heeressoziologie
Die preußische Armee unter Friedrich Wilhelm I. (1713 - 40) - Kapitel 15 - Heeresökonomie, Rüstungsindustrie und Bekleidungswirtschaft
In der Instruktion für seinen Nachfolger aus dem Jahre äußerte sich der König auch über seine wirtschaftspolitischen Ziele und betonte, dass „ ein landt sonder Manifactuhren ... ein Menschlichen Körper sonder lehben ergo ein totes landt das bestendigst Power (arm) und elendig ist und nicht zum flohr sein dage nicht gellangen kahn. Dehrowehgen mein bitte ich euch mein lieben Sucessor conserviret die Manifatturen Protegiret sie und flanzet sie fordt und fordt breittet sie weitter in eure lender absonderl. In Preussen aus und haltet auf die Edicta die ich gegehben das keine fremde wollene wahren in unßeren lender eingeführet werden und die fornehme und Gemeine einwohner unßers landes sich nicht in fremde wollene wahren kleiden sollen ...“1.
Uniformierung & Ausrüstung
Die preußische Armee unter Friedrich Wilhelm I. (1713 - 40) - Kapitel 16 - Der bunte Rock (Die Infanterie).
Die Uniform als eine mittels detaillierter Bestimmungen genau festgelegte einheitliche militärische Bekleidung bestimmt die Zugehörigkeit des Trägers zu einer bestimmten Armee, zu einer bestimmten Waffengattung und zu einem bestimmten Regiment. Die in Schnitt, Farbe, Abzeichen, Tragweise normierte Bekleidung des Soldaten entstand - unabhängig von einigen vereinzelten mittelalterlichen Versuchen - erst mit Aufkommen der stehenden Heere, wobei sich der Prozeß der Einführung der Uniformierung in den verschiedenen Staaten von der Mitte des 17. bis in das 18. Jahrhundert hinziehen konnte. Voraussetzung für die einheitliche Bekleidung ganzer Armeen war zum einen das Entstehen der Zentralgewalt der Fürsten unter gleichzeitiger Sicherstellung der Finanzierung der Heeresbedürfnisse gegen den Widerstand der Stände, zum anderen das Aufkommen frühkapitalistischer Produktionsmethoden im Rahmen von Manufakturen. Das stehende Heer - also der miles perpetuus - war Ausdruck fürstlicher Regierungsgewalt. Bereits im 30jährigen Krieg begriff man zudem den ökonomischen Nutzen der Massenanfertigung militärischer Bekleidung und Waffen. Neben diesem wirtschaftlichen Aspekt hatte die Einführung einer einheitlichen militärischen Bekleidung auch rationelle Gründe. Durch den vermehrten Einsatz von Feuerwaffen wurde auf dem Schlachtfeld die massive Rauchentwicklung der Vorderlader zum Problem. Aus diesem Grunde mußten die verschiedenen Truppeneinheiten kenntlich farblich gemacht werden, Tarnung war der Gedankenwelt damaliger europäischer Militärs völlig fremd. Daneben wirkte die einheitliche Bekleidung soziologisch auch als gruppenbindenes Element, d. h., man war sich der psycholgischen Wirkung der Uniform auf Freund und Feind durchaus bewußt. Farbe war in diesem Sinne Trumpf1.