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Vestes Bellica Archiv für Heereskunde

Vestes Bellica

Das Deutsche Reichsheer im Weltkrieg - Gliederung und Organisation - Armierungstruppen

Schon für die Mobilmachung waren sogenannte Armierungstruppen vorgesehen. Diese sollte die nötigen Erdarbeiten im Zuge der Verstärkung der Festungen vornehmen.

Unter Armierung verstand man die Überführung einer Festung vom Friedens- in den Kriegszustand.

In diesen Einheiten dienten ehemalige Offiziere, alte Unteroffiziere. Es gab neben einem Adjutanten, einem Rechnungsführer, einem Kompaniefeldwebel auch einen Sanitätsdienst und anderes Unterpersonal.

Der Bedarf an solchen Truppen war aber sehr groß und wurde mit dem Übergang zum Stellungskrieg noch größer. Deshalb wurde diese Gattung weiter ausgebaut, z. B. durch Zuweisung landsturmpflichtiger - aber nur arbeitsfähiger - Männer.

Die Aufgaben waren die Schaffung bzw. die Optimierung vorhandener Wegenetze und der Ausbau von Reservestellungen außerhalb des feindlichen Feuers.

Angehörige eines Armierungs-Bataillons bei Grabearbeiten bzw. Stellungsbau (Übung?). Originale Fotokarte. Gelaufen am 18.08.1916.
Angehörige eines Armierungs-Bataillons bei Grabearbeiten bzw. Stellungsbau (Übung?). Originale Fotokarte. Gelaufen am 18.08.1916.

Während des Krieges wurden 217 solcher Bataillone aufgestellt., und zwar die Armierungs-Bataillone Nr. 1 - 200 und die bayerischen Armierungsbataillone Nr. 1 - 19.

Die jeweilige Kopfstärke betrug 3 Offiziere und 520 Mann.

„Schipper“ aus dem Armierungs-Batailon 35 mit Gasmaske. Originale Fotokarte. Gelaufen, der Poststempel datiert vom 26.07.1916.
„Schipper“ aus dem Armierungs-Batailon 35 mit Gasmaske. Originale Fotokarte. Gelaufen, der Poststempel datiert vom 26.07.1916.

Die Armierungs-Btl. trugen zuerst die farbige Friedensbekleidung mit - seit 1915 - einer Armbinde mit schwarzen Aufdruck .

Es wurden aber häufig anstatt des dunkelblauen Waffenrockes Litewken getragen, die auch beim Landsturm häufig zu sehen waren, oder nur den Drillichanzug.

Angehöriger eines Armierungsbataillons. Originale Fotokarte um 1916.
Angehöriger eines Armierungsbataillons. Originale Fotokarte um 1916.

Ab dem 31.10.1915 wurde für die preußischen Armierungs-Bataillone. feldgraue Uniformierung befohlen, Bayern, Sachsen und Württemberg folgten.

Den Besatzstreifen an der Schirmmütze verdeckte ein Band. Es wurde für weit vorn arbeitende Armierungs-Bataillone im Jahre 1916 eingeführt.

Angehöriger des (sächsischen) Armierungs-Bataillons Nr. 175 in voller Montur. Originale Fotokarte. Datiert am 27.02.1917.
Angehöriger des (sächsischen) Armierungs-Bataillons Nr. 175 in voller Montur. Originale Fotokarte. Datiert am 27.02.1917.

Die eigentlichen Armierungs-Soldaten blieben unbewaffnet, nur das Aufsicht führende Personal war bewaffnet.

Im Frontbereich wurde dies aber anders gehandhabt.

Angehörige eines bayerischen Armierungsbataillon. Originale Fotokarte. Datiert: 28.04.1917.
Angehörige eines bayerischen Armierungsbataillon. Originale Fotokarte. Datiert: 28.04.1917.

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