Zum Inhalt springen
Vestes Bellica Archiv für Heereskunde

Vestes Bellica

Vestes Bellica

Vestes Bellica durchsuchen

Finden Sie Beiträge aus der Sammlung und dem Blog.

Uniformierung und Ausrüstung der Alten Armee - Kavallerie - Ulanen- Regimenter - Ulanen-Regiment König Karl (1. Württ.) Nr. 19 (Ulm/ Wiblingen)

Ulanen im Ausgehanzug aus dem Ulanen-Regiment König Karl (1. Württ.) Nr. 19. Originale Fotokarte aus dem Jahr 1913.
Ulanen im Ausgehanzug aus dem Ulanen-Regiment König Karl (1. Württ.) Nr. 19. Originale Fotokarte aus dem Jahr 1913.

Das Ulanen-Regiment König Karl (1. Württ.) Nr. 19 hat eine lange Geschichte bzw. Tradition.

1683 wurde das Regiment als Schwäbisches Kreis-Regiment zu Pferde u. v. Höhnstett errichtet.

Ab 1698 hieß das Regiment Erbprinz von Württemberg.

Im Jahre 1732 wurde die Einheit in ein Dragoner-Regiment umgewandelt und hieß nunmehr Kreis-Dragoner-Regiment Württemberg.

Ab 1775 wurde das Regiment mit den Grenadieren à cheval v. Phull vereinigt und führte auch zunächst diese Bezeichnung.

Ab1792 wurde die Einheit zum Kreis-Dragoner-Regiment Württemberg.

Ab 1796 erfolgten Umbildungen zu einem Reiter-Regiment, welches dann nach Abgaben und wiederum einer Vermehrung im Jahre1802 ein Chevaulegers-Regiment mit 5 Eskadronen wurde.

Einjährig-Freiwilliger als Ulan aus dem Ulanen-Regiment König Karl (1. Württ.) Nr. 19. Originale KAB. Fotograf: Stoberg/ Stuttgart.
Einjährig-Freiwilliger als Ulan aus dem Ulanen-Regiment König Karl (1. Württ.) Nr. 19. Originale KAB. Fotograf: Stoberg/ Stuttgart.

Ab 1807 erhielt die Einheit den Namen Chevaulegers-Regiment Nr. 1 Prinz Adam und ab dem 11.11.1813 die Bezeichnung Leib-Cavallerie-Regiment Nr. 1. Vorher (1805) hatte das Regiment eine Eskadron und 1807 eine weitere Eskadron verloren.

Nach Zuwachs durch eine Eskadron wurde im Jahre 1816 die Formation zum Ersten Reiter-Regiment mit vier Eskadronen.

Ab 1864 führte das Regiment den Namen 1. Reiter-Regiment König Karl und wurde 1871 um eine fünf Eskdronen aufgestockt.

Seit dem 12.10.1871 wurde es zum 1. Ulanen-Regiment König Karl und am 18.12.1878 zum 1. Württembergischen Ulanen-Regiment König Karl Nr. 19.

Ab dem 14.12.1874 führte die Formation den o. g. Namen.

Die Rekruten erhielt das Regiment aus den Bezirkkommandos Calw, Reutlingen, Horb, Rottweil, Leonberg, Ludwigsburg, Heilbronn, Hall, Stuttgart.

Die Remonten stammten aus den Depots Hunnsrück bei Hildesheim (Hannover).

Ulanen aus dem  Ulanen- Regiment - Ulanen-Regiment König Karl (1. Württ.) Nr. 19 (Ulm/ Wiblingen) im Ausgehanzug. Gelaufen am 30.01.1911.
Ulanen aus dem Ulanen- Regiment - Ulanen-Regiment König Karl (1. Württ.) Nr. 19 (Ulm/ Wiblingen) im Ausgehanzug. Gelaufen am 30.01.1911.

Die Standarte wurde am 03.09.1851 gestiftet.

Am 30.09.1919 wurde das Regiment aufgelöst.

Württembergische Ulanen aus der 1. Eskadron des Ulanen-Regiments König Karl (1. Württ.) Nr. 19 in Ausgehuniform.  Zeitgenössische Fotokarte aus dem Jahr 1912.
Württembergische Ulanen aus der 1. Eskadron des Ulanen-Regiments König Karl (1. Württ.) Nr. 19 in Ausgehuniform. Zeitgenössische Fotokarte aus dem Jahr 1912.

Das Regiment garnisonierte in Stuttgart.

Rittmeister aus dem Ulanen-Regiment König Karl (1. Württ.) Nr. 19. Originales Zigarettenbild. Aus der Serie: Deutsche Uniformen 1864 - 1914. Bild-Nr. 404.
Rittmeister aus dem Ulanen-Regiment König Karl (1. Württ.) Nr. 19. Originales Zigarettenbild. Aus der Serie: Deutsche Uniformen 1864 - 1914. Bild-Nr. 404.

Die Abzeichenfarbe war ponceaurot.

Am Kragen und auf den Ärmelaufschlägen der Ulanka wurden weißleinene Litzen wie bei den preußischen Garde-Ulanen-Regimentern getragen.

Gefreiter im Paradeanzug aus dem Ulanen-Regiment König Karl (1. Württ.) Nr. 19. Originales Zigarettenbild. Aus der Serie: Uniformen der Alten Armee. Bild-Nr. 200.
Gefreiter im Paradeanzug aus dem Ulanen-Regiment König Karl (1. Württ.) Nr. 19. Originales Zigarettenbild. Aus der Serie: Uniformen der Alten Armee. Bild-Nr. 200.

Auf den ponceauroten Schulterklappen des Mantels wurde ein gelber und auf den Epauletten derselbe Namenszug in Messing geführt.

Ulan mit Tschapka aus dem Ulanen- Regiment - Ulanen-Regiment König Karl (1. Württ.) Nr. 19. Originale Fotokarte. Vor 1914.
Ulan mit Tschapka aus dem Ulanen- Regiment - Ulanen-Regiment König Karl (1. Württ.) Nr. 19. Originale Fotokarte. Vor 1914.

Empfohlene Beiträge

Heeressoziologie

Die Stellung des Militärs in der Gesellschaft des deutschen Kaiserreichs

Das Militär hatte im Kaiserreich eine herausragende gesellschaftliche Stellung inne, dessen Angelegenheiten sich weitgehend der politischen Kontrolle entzogen. Der deutsche Kaiser war oberster Kriegsherr des deutschen Heeres und Wilhelm II. (1859-1941) hatte diese Rolle im besonderen Maße verinnerlicht. Der durchaus gesellschaftskritische Schriftsteller Theodor Fontane hat sich einmal (1897) über diesen Monarchen hellsichtig wie folgt geäußert: „Er hat ein Million Soldaten und will auch hundert Panzerschiffe haben – er träumt (und ich will ihm diesen Traum hoch anrechnen) von einer Demütigung Englands. Deutschland soll obenan sein, in all und jedem. Das alles – ob es klug und ausführbar ist, lass ich dahingestellt sein – berührt mich sympathisch und ich wollte ihm auf seinem Turmseilwege willig folgen, wenn ich sähe, dass er … die richtige Balancierstange in Händen hätte. Das hat er aber nicht. Er will, wenn nicht das Unmögliche, so doch Höchstgefährliche, mit falscher Ausrüstung, mit unzureichenden Mitteln. Er glaubt das Neue mit ganz Altem besorgen zu können, er will Modernes aufrichten mit Rumpelkammerwaffen. Er sorgt für neuen Most und weil er den alten Schläuchen nicht mehr trat, umwickelt er eben diese alten Schläuche mit immer dickerem Bindfaden und denkt: nun wird es halten. Es wird aber nicht halten … Was der Kaiser mutmaßlich vorhat, ist mit „Waffen“ überhaupt nicht zu leisten; alle militärischen Anstrengungen kommen mir vor, als ob man anno 1400 alle Kraft darauf gerichtet hätte, die Ritterrüstung kugelsicher zu machen – statt dessen kam man aber schließlich auf den einzig richtigen Ausweg, die Rüstung ganz fortzuwerfen“1.