Szenen des Krieges - Deutsche Soldaten in Palästina.
Wenig bekannt ist, dass das deutsche Kaiserreich dem Verbündeten Türkei nicht nur materielle Hilfe in Form von Waffenlieferungen gewährte, sondern auch deutsche Truppen auf dem Gebiet des Osmanischen Reiches - an der Palästina - kämpften. Zwischen 1915 und 1918 kamen insgesamt rund 16.000 bis 25.000 deutsche Soldaten in der Region Palästina und Sinai zum Einsatz.
Die "Palästinafront" im Ersten Weltkrieg.
"Die Palästinafront bzw. Sinaifront war ein Nebenkriegsschauplatz während des Ersten Weltkriegs. Von 1915 bis 1918 standen sich die Truppen des Britischen Empire und der Mittelmächte, die aus der osmanischen Armee, dem deutschen Asien-Korps und österreichisch-ungarischen Verbänden zusammengesetzt waren, in wechselvollen Kämpfen gegenüber."
(Quelle: Wikipedia).
Politische Vorgeschichte.
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs musste auch die politische Lage auf dem Balkan geklärt werden. Hierzu äußert sich der Walter Hubatsch wie folgt:
"Die Türkei hatte zwar schon am 28.Juli 1914 ein Bündnisangebot gegen Rußland in Berlin zur Sprache bringen lassen und am 2. August 1914 einen geheimen Bündnisvertrag mit dem Deutschen Reich unterzeichnet. Jedoch war damals die Gegnerschaft Englands noch nicht in Rechung gestellt worden, so dass die durch die vergangenen Kriege und inneren Wirren geschwächte Pforte zunächst ihre Neutralität erklärte. Das Einlaufen der beiden deutschen Kreuzer "Goeben" und "Breslau" in das Goldene Horn und deren formelle Übernahme in türkische Dienste hatten dann die Spannung der Türkei zur Entente so verschärft, dass engliche Seestreitkräfte Ende September ein türkisches Torpedoboot an dem Verlassen der Meerengen hinderten. Daraufhin sperrte die türkische Regierung die Dardanellen. Trotz innerer Spannungen war die jungtürkische Partei unter Enver Pascha gewillt, dem russischen des Meerengenbesitzes mit Waffengewalt entgegen zu treten."
Quelle: Vorgeschichte nach Walter Hubatsch, Deutschland im Weltkrieg 1914 - 1918, Ulm 1966, S. 74 ff..
Der Wendepunkt durch die Provokation im Schwarzmeer.
Schon vor dem formellen Kriegsausbruch gab es im Osmanischen Reich starke politische Strömungen. Die treibende Kraft war die regierende Jungtürken-Bewegung, insbesondere der einflussreiche Kriegsminister Enver Pascha. Er war stark deutschfreundlich und sah in einer Allianz mit dem Deutschen Kaiserreich die einzige Chance, das schwächelnde Reich vor dem endgültigen Zerfall zu retten und verlorene Gebiete - besonders gegen den Erzfeind Russland - zurückzugewinnen.
Am 02.08.1914 unterzeichneten - wie erwähnt - Berlin und Konstantinopel ein geheimes Militärbündnis.
Obwohl das Bündnis stand, blieb das Osmanische Reich zunächst offiziell neutral, da es militärisch und finanziell völlig unvorbereitet war.
Der Katalysator für den Kriegseintritt war die angesprochene Übernahme zweier deutscher Kriegsschiffe: der Kreuzer SMS Goeben und der Kleine Kreuzer SMS Breslau.
Im Oktober 1914 drängte das Deutsche Reich immer massiver auf ein aktives Eingreifen der Osmanen, um das russische Zarenreich an einer weiteren Front zu binden. Enver Pascha gab schließlich ohne das Wissen des osmanischen Ministerpräsidenten oder des Rests des Kabinetts grünes Licht für eine bewusste Provokation.
Am 29. 10.1914 lief die osmanische Flotte unter Admiral Souchon in das Schwarze Meer aus und beschoss ohne Kriegserklärung russische Häfen, darunter Sewastopol, Odessa und Noworossijsk. Zudem wurden russische Schiffe versenkt.
Die offiziellen Kriegserklärungen.
Dieser Angriff machte eine Rückkehr zur Neutralität unmöglich. Die Reaktion der Entente-Mächte folgte prompt:
November 1914: Russland, Großbritannien und Frankreich erklärten dem Osmanischen Reich offiziell den Krieg.
11. 11.1914: Das Osmanische Reich erklärte seinerseits den Mächten der Entente den Krieg.
14. 11. 1914: Sultan Mehmed V. rief in seiner Funktion als Kalif offiziell den Dschihad (den heiligen Krieg) gegen die Entente-Mächte aus, in der Hoffnung, die muslimischen Untertanen in den britischen und französischen Kolonien aufzuwiegeln, was jedoch weitgehend wirkungslos blieb.
Die Folgen des Eintritts der Türkei in den Krieg.
Durch den Eintritt der Osmanen veränderte sich der Charakter des Ersten Weltkriegs fundamental:
Es entstanden riesige neue Kriegsschauplätze im Kaukasus (gegen Russland), in Mesopotamien und Palästina (gegen Großbritannien) sowie die strategisch entscheidende Front an den Dardanellen (Schlacht von Gallipoli).
Die Meerengen vom Mittelmeer zum Schwarzen Meer wurden gesperrt. Russland war dadurch effektiv von direkten Rüstungslieferungen seiner westlichen Verbündeten abgeschnitten, was zu seinem späteren wirtschaftlichen und militärischen Kollaps im Jahr 1917 beitrug.
Die bedenkliche Zustand der türkischen Armee bedingte aber eine konkrete militärische Unterstützung durch das Deutsche Kaiserreich. Dies geschah durch die beiden Expeditionen unter dem Decknamen Pascha I. und II.
1. Organisationsstruktur und Einheiten.
Die deutschen Truppen agierten primär als Unterstützungs- und Eliteverbände für die zahlenmäßig überlegene, aber materiell schlechter gestellte osmanische Armee.
Asien-Korps (Pascha I und Pascha II) war der offizielle Name der deutschen Expeditionsstreitkräfte in der Levante. Sie umfassten Infanterie (darunter Maschinengewehr- und Sturmbataillone), Artillerie, Pionier- und Fernmeldeeinheiten.
Eine der wichtigsten Komponenten war die Luftaufklärung und -verteidigung. Einheiten wie die preußische Fliegerabteilung 304b (stationiert u. a. in Merchavja) lieferten vitale Luftbilder des weiträumigen Operationsgebietes.
Deutsche Offiziere besetzten zentrale Schlüsselpositionen. Bekannte Generäle wie Erich von Falkenhayn (ehemaliger Chef der deutschen Obersten Heeresleitung) und Otto Liman von Sanders kommandierten zeitweise die osmanische Heeresgruppe F (auch bekannt als „Yildirim“ / „Blitz“).
Das deutsche Asien-Korps. Errichtung und Gliederung. Pascha I.
Die Einheiten trafen ab März 1916 über die Etappenstrecke Balkan–Konstantinopel im Operationsgebiet ein.
Das Kommando über dieses Kontingent und das daraus erwachsende Asien-Korps lag zunächst bei Generalmajor Friedrich Freiherr Kreß von Kressenstein.
Die Truppe sollte die osmanischen Streitkräfte bei der geplanten Offensive durch die Sinai-Wüste in Richtung des britisch kontrollierten Sueskanals unterstützen und die Verteidigung Palästinas stabilisieren.
Da das Osmanische Reich vor allem einen Mangel an moderner Kriegstechnik und Logistik hatte, bestand Pascha I primär aus spezialisierten Einheiten:
Das Herzstück war die Flieger-Abteilung 300 (unter Hauptmann Hellmut Felmy), die mit modernen Aufklärungsflugzeugen die Wüste aus der Luft kartografierte und britische Stellungen ausspähte.
Ferner gehörten dazu:
mehrere schwere Maschinengewehr-Bataillone (Nr. 601, 602, 604 etc.),
Flugabwehr-Züge (Flak) und
Fußartillerie-Einheiten.
Funkstationen, Lkw-Kolonnen,
Eisenbahn-Sonderkommandos sowie
Bohr-Sonderkommandos, die in der extrem trockenen Wüste lebenswichtige Brunnen für den Truppenvormarsch bohren mussten
Zusammenfassend legte das Unternehmen Pascha I den Grundstein für die gesamte deutsche Militärpräsenz im Nahen Osten und demonstrierte die logistische Integration modernster europäischer Kriegstechnologie in die osmanische Armee.
Das deutsche Asien-Korps. Errichtung und Gliederung. Pascha I.
"Gliederung Pascha I:
MG-Bataillon 601
MG-Bataillon 602
MG-Bataillon 604
MG-Bataillon 606
MG-Bataillon 607
Flak-Zug 28
Flak-Zug 133
Flak-Zug 136
Flak-Zug 142
Flak-Zug 172
Fußartillerie-Bataillon 60
Tragbare Funkstation 2 und 4
Fliegerabteilungen 300 „Pascha“, 301 und 302 (aufgestellt bei Flieger-Ersatz-Abteilung Breslau-Brieg), 303 (FEA Altenburg), 304 b (FEA 1 b Oberschleißheim) und 305 (FEA Breslau), ab 1918 Jagdstaffel 55 (später umbenannt in Jagdstaffel 1 F)
Stabsoffizier der Eisenbahntruppen Nr. 25 mit 3 Kompanien
Bohr-Sonderkommandos
5 Eisenbahn-Sonderkommandos
3 LKW-Kolonnen"
(Quelle: Wikipedia).
Das deutsche Asien-Korps. Errichtung und Gliederung. Pascha II.
Pascha II war der militärische Deckname für das zweite, deutlich stärkere deutsche Expeditionskorps, das im Spätsommer 1917 zur Verstärkung der Palästinafront entsandt wurde.
Während Pascha I (1916) vor allem aus technischen Spezial- und Unterstützungseinheiten bestand, handelte es sich bei Pascha II um ein vollwertiges, hochmodernes Kampfplatz-Kontingent der deutschen Westfront, das als Elitetruppe den britischen Vormarsch aufhalten sollte.
Nach den heftigen Kämpfen um Gaza im Frühjahr 1917 und dem zunehmenden Druck der Briten beschloss die deutsche Heeresleitung die Aufstellung des Asien-Korps. Kern dieses Korps war die neu formierte Truppen-Brigade Pascha II.
Das Kommando über das gesamte Asien-Korps übernahm Generalleutnant Werner von Frankenberg und Proschlitz. Operativ unterstand die Truppe der osmanischen Heeresgruppe F unter General Erich von Falkenhayn und später Otto Liman von Sanders.
Das Kontingent war als moderne "Sturmtruppe" konzipiert und umfasste rund 6.500 Soldaten.
Es bestand im Kern aus drei verstärkten Infanterie-Bataillonen, und zwar den schlesischen Infanterie-Regimentern 701, 702 und 703. Hinzu kamen:
Sturmbataillone und Gebirgs-Maschinengewehr-Abteilungen.
Starke Artillerieverbände, Kavallerie-Schwadronen und Pionierkompanien.
Drei neue Fliegerabteilungen (301, 302, 303, später auch 304b und 305) zur Absicherung der Lufthoheit.
Eigene Sanitätsstaffeln, Kraftwagenkolonnen und Funker.
Die Truppen trafen ab September/Oktober 1917 per Bahn über Konstantinopel im Raum Jerusalem ein. Sie griffen sofort in die schweren Abwehrkämpfe ein:
Sie kämpften in der Dritten Schlacht um Gaza (Herbst 1917), konnten den Durchbruch der Briten unter General Allenby aber nicht mehr verhindern.
Nach dem Rückzug aus Jerusalem bauten sie die Jaffa-Jerusalem-Linie auf und hielten die Briten monatelang im Stellungskrieg auf.
Im September 1918 wurde Pascha II in der Schlacht von Megiddo von der britischen Übermacht vernichtet. Die Reste der Truppe schlugen sich unter schweren Verlusten nach Norden (Damaskus/Aleppo) durch.
Zusammenfassend war Pascha II der Versuch Deutschlands, die kollabierende osmanische Front im Nahen Osten durch hochspezialisierte deutsche Frontsoldaten der Westfront zu stabilisieren, was den britischen Sieg letztlich aber nur verzögern konnte.
Das deutsche Asien-Korps. Errichtung und Gliederung. Pascha II. Ende 1917.
"Pascha II bestand u. a. aus dem Stab der 201. Infanterie-Brigade unter dem Kommando von Oberst Gustav von Oppen und wurden dem Asien-Korps zugeschlagen.
Gliederung Ende 1917:
Infanterie-Bataillon 701
Infanterie-Bataillon 702
Infanterie-Bataillon 703
Artillerie-Abteilung 701
Flak-Batterie 15
Pionier-Kompanie 701
MG-Abteilung Hentig
Armee-Nachrichten-Kommandeur 70
Das deutsche Asien-Korps. Errichtung und Gliederung. Pascha II. Ende 1917. Fortsetzung.
Darüber hinaus waren 1917/18 die Festungs-Eisenbahn-Baukompanie 11 und die Eisenbahnbetriebs-Kompanie 44/48 auf der Hedschasbahn eingesetzt.
Oberbefehlshaber des Asien-Korps war zunächst der Generalmajor Friedrich Freiherr Kreß von Kressenstein (1870–1948) als Kommandeur des 1. Türkischen Expeditionskorps und späterer Befehlshaber der Gaza-Front".
(Quelle: Wikipedia).
Das deutsche Asien-Korps. Errichtung und Gliederung. Pascha II. Frühjahr 1918.
"Gliederung von Pascha II im Frühjahr 1918:
Stab der 201. Infanterie-Brigade
1. Masurisches Infanterie-Regiment Nr. 146 aus Allenstein unter Oberstleutnant Frithjof von Hammerstein-Gesmold
Pionier-Kompanie 205
Gebirgs-MG-Abteilung 201
Gebirgs-MG-Abteilung 203
Gebirgs-MG-Abteilung 207
Gebirgs-MG-Abteilung 208
Reserve-Jäger-Bataillon 11 aus Marburg
Gebirgs-Artillerie-Abteilung 1
7./Fußartillerie-Regiment 2
7./Fußartillerie-Regiment 9
Flakzug 120
Gebirgs-Funker-Abteilung
Funkerzug 1720
Funkerzug 1731
Lichtsignalzug 27
Lichtsignalzug 28
Telegraphen-Abteilung „Klein-Asien“
Quelle: Wikipedia.
Strategische Ziele und Kriegsverlauf.
Phase / Ereignis | Zeitraum | Beschreibung |
Suezkanal-Offensiven | 1915 – 1916 | Deutsch-osmanische Vorstöße von Palästina aus durch die Sinai-Wüste mit dem Ziel, den strategisch wichtigen Sueskanal zu blockieren. Die Offensiven scheiterten. |
Rückzug & Stellungskrieg | 1917 | Nach dem Scheitern am Suezkanal drängten britische Truppen die Verteidiger nach Palästina zurück. Es kam zu heftigen Grabenkämpfen, unter anderem in den drei Schlachten um Gaza. |
Zusammenbruch der Front | Ende 1917 – 1918 | Im Dezember 1917 fiel Jerusalem an die Briten. Im September 1918 besiegelte die britische Großoffensive in der Schlacht von Megiddo die endgültige Niederlage der deutsch-osmanischen Truppen. |
Klimatische und logistische Herausforderungen.
Der Kriegsschauplatz in Palästina war von extremen klimatischen Bedingungen und dem kontinuierlichen Vormarsch der Briten geprägt.
Obwohl die Ausrüstung auf die Hitze optimiert war, unterschätzte die Heeresleitung anfangs die extremen Temperaturstürze in den Wüstennächten und im palästinensischen Bergland (vor allem im Winter um Jerusalem). Da die Soldaten ihre schweren Mäntel oft zurückgelassen hatten, litten viele Einheiten in den Übergangsjahreszeiten nachts unter starker Unterkühlung.
Der Einsatz litt ferner unter massiven Nachschubproblemen.
Die Transportwege aus dem Deutschen Reich über den Balkan und Anatolien waren lang und unvollständig.
Die Bagdadbahn wies erhebliche Lücken auf (z. B. im Taurusgebirge), weshalb Güter mehrfach auf- und abgeladen werden mussten. Zudem machten extreme Hitze, Wassermangel und Tropenkrankheiten wie Malaria den Soldaten schwer zu schaffen
Schutzfunktion für die Zivilbevölkerung
Eine Besonderheit des deutschen Einsatzes war die politische und humanitäre Rolle vor Ort:
Schutz der jüdischen Bevölkerung: Der osmanische Militärbefehlshaber Ahmed Cemal Pascha plante Deportationen und harte Antimaßnahmen gegen die zionistische Bewegung und die jüdische Bevölkerung Palästinas. Deutsche Militärs und Diplomaten (wie Friedrich Kreß von Kressenstein) intervenierten mehrfach erfolgreich, um Deportationen zu verhindern und den Fortbestand der Siedlungen zu sichern.
Schutz deutscher Kolonisten: Die Truppen boten zudem Schutz für die dort ansässigen deutschen Templer-Kolonisten
Verluste und Erinnerungskultur.
Weit über 1.000 deutsche Soldaten starben während des Palästinafeldzugs, viele davon nicht im Kampf, sondern an Krankheiten.
Der größte deutsche Soldatenfriedhof aus dieser Zeit im Nahen Osten befindet sich in Nazareth. Dort sind rund 250 Gefallene bestattet. Weitere Gräber finden sich auf dem Zionsfriedhof in Jerusalem.
Die Daten der Gefallenen können heute beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eingesehen werden
Der Begriff Pascha I bezeichnete das erste deutsche Expeditionskorps, das Anfang 1916 zur Unterstützung des Osmanischen Reiches an die Sinai- und Palästinafront entsandt wurde.
Der Name war ein militärischer Deckname bzw. ein Arbeitstitel, der in Anlehnung an den osmanischen Kriegsminister Enver Pascha gewählt wurde. Er stand im Gegensatz zu Pascha II, dem zweiten großen Verstärkungskontingent, das im Sommer 1917 folgte.
Uniformkundliche Besonderheiten. Wird noch ergänzt.
Die Anpassung der deutschen Ausrüstung für das Expeditionskorps Pascha II (das Asien-Korps) im Jahr 1917 war eine logistische Notwendigkeit. Die Soldaten kamen direkt von den Schützengräben der West- und Ostfront und trugen dort dicke, feldgraue Wolluniformen, die für das Wüstenklima Palästinas völlig ungeeignet waren.
Die deutsche Heeresleitung griff bei der Ausstattung von Pascha II auf die Expertise der kaiserlichen Schutztruppen (Kolonialtruppen) zurück.
Die im Nahen Osten eingesetzten deutschen Truppen trugen insoweit eine an die dortigen klimatischen Verhältnisse angepasst Sonderbekleidung. Auch Kamele kamen zum Einsatz.
Empfohlene Beiträge
Organisation
Das deutsche Reichsheer im Weltkrieg - Gliederung und Organisation - Pioniere
Im ersten Weltkrieg erfuhr die Pionierwaffe eine ungeahnte Aufwertung und wurde, da der Kriegsalltag immer mehr an die Formen eines Festungskrieges erinnerte, zu einer wichtigen Unterstützungswaffe der Infanterie.
Organisation
Das deutsche Reichsheer im Weltkrieg - Gliederung und Organisation - Maschinengewehr-Kompanien/ - Abteilungen
An Maschinengewehr-Kompanien/ - Abteilungen verfügte das deutsche Heer bei Kriegsbeginn über 360, Ende 1915 waren es schon 450. Daneben gab es zu diesem Zeitpunkt noch 80 Maschinengewehrzüge bei der Kavallerie. Die Maschinengewehre wurden aber dauernd vermehrt. Im Herbst des Jahres 1916 wurde verfügt, dass jetzt jedes Infanterie-Bataillon 1 und jedes Jäger- und Sturm-Bataillon 2 Maschinengewehr-Kompanien haben musste. Gleichzeitig wurden zusätzlich Maschinengwehr-Scharfschützen-Abteilungen (zu je 3 Kompanien) gebildet.
Kriegsgeschichte
Szenen des Krieges - Eisenbahn und Transport
In den besetzten Gebieten verfügte die deutsche Eisenbahn über 24000 km Voll- und 4000 km Schmalspurbahn. Es standen zwischen 8- und 9000 Lokomotiven und ca. 18000 Eisenbahnwaggons zur Verfügung. Zur den Eisenbahnformationen zählten 1918 etwa 178000 Personen, u. a. 75000 zivile Eisenbahnbedienstete. Zu den umfangreichen Bautätigkeiten wurden Gefangene und Einwohner der Etappengebiete herangezogen. Mitte 1918 gab es auf den verschiedenen deutschen Kriegsschauplätzen 7760 vollspurige und 940 schmalspurige Lokomotiven, die Zahl der verfügbaren Eisenbahnwaggons wird mit ca. 180000 überliefert.