Uniformierung und Ausrüstung der Alten Armee - Kavallerie - Kürassiere - Der Überrock, der Mantel , der Paletot und die Litewka der Offiziere
Nachfolgend werden einzelne bestimmte Uniformteile der preußischen Kürassier-Offiziere kurz beschrieben und durch zeitgenössische Abbildungen belegt.
Zur Uniformierung der preußischen Kürassiere gehörten auch der Überrock, der Mantel und die Litewka.
Form und Länge des Überrocks war für alle Offiziere der Armee gleich. Bei der Kavallerie war dieser aber blau und nicht grau.
Dieser hatte Kragen, Brustklappenfutter und Schoßtaschenvorstöße in der jeweiligen Regimentsfarbe.
Seit 1816 bekamen die Ärmelaufschläge Vorstöße.
Seit 1843 war der Kragen abgerundet.
Ferner hatte er einen Vorstoß in der Farbe des Grundtuchs des Rockes.
Obwohl der Überrock abgeschafft wurde, blieb er als ein bequemes Bekleidungsstück erhalten.
Bereits seit 1838 (15.12.) hatte der Überrock links im Schoß eine Tasche zum Durchstecken der Blankwaffe bzw. des Säbelgriffs erhalten.
Ab 1895 (26.02.) wurde diese Vorrichtung abgeschafft, blieb aber für die Kürassiere erhalten.
Ab 1888 trug man zum Überrock nur noch Achselstücke, also keine Epauletten.
Der Überrock nach der Bekleidungs-Vorschrift für Offiziere und Sanitätsoffiziere des Königlich Preußischen Heeres .
In der Bekleidungs-Vorschrift für Offiziere und Sanitätsoffiziere des Königlich Preußischen Heeres (Berlin 1896) wird der Überrock generell wie folgt beschrieben (S. 58):
"Beschaffenheit.
Langer Schoßrock mit zwei parallel laufenden Knopfreihen, je eine auf den gleichmäßig geschnittenen Bruststücken, die letzteren mit Brustklappen, beide aus einem Stück geschnitten; die Knopflöcher beginnen 2 cm vom äußeren Rande; daraus und aus dem Sitz der Vorderknöpfe, ergiebt sich die Breite der Brustklappen.
Seitenteile und zweitheiliges Rückenstück.
Grundstoff:
Tuch oder Doeskin, Düffel, Eskimo und zwar:
....
für Kürassiere, Ulanen, Feldartillerie, Train dunkelblau;
für Dragoner: kornblumenblau.
Schöße hinten getheilt, Schoßtaschenleisten keilförmig, unten breiter als oben, mit Vorstoß, welcher im Allgemeinen mit der Farbe des Kragens übereinstimmt.
Knöpfe flach; vergoldet oder versilbert, wie beim Waffenrock:
Schulterknöpfe (Schraubknöpfe gestattet), mit der Öse je 2,5 cm von der Kragennaht entfernt, vorn je sechs, die beiden obersten senkrecht unterhalb der Schulterknöpfe, die beiden untersten auf der Taillennaht, die vier anderen in gleichen Abständen dazwischen;
auf den Taschenleisten die beiden obersten Knöpfe auf den Kreuzungspunkten der Taillennaht mit den Rückennähten, die untersten mit dem Rande je 1,5 cm oberhalb des Taschenleisten-Vorstoßes.
Farbiger , vorn abgerundeter Stehkragen von Farbe, Stoff und mit Vorstoß des Waffenrock und Kragens, durchweg ohne Stickerei und durch zwei oder drei Haken nebst Ösen aus Metall verschließbar.
Ärmelaufschläge oben mit Vorstoß, welcher in Farbe und Stoff mit den Vorstößen des Waffenrocks (Ulanka) übereinstimmt; dieselben sind derart an den Ärmel zu setzen, dass die rechte Tuchseite nach außen liegt und die untere Naht durch das Ärmelfutter verdeckt ist.
Brustklappenfutter im Allgemeinen von der Farbe und dem Stoff des Waffenrocks- Kragens.
Auf den Schultern 0,4 cm von der Ärmelnaht, eine Öse zum Durchstecken der Zunge des Achselstücks von Grundstoff. Epaulettenhalter (bei Offizieren des aktiven Diemststandes) nur für Ulanen.
Schoßfutter schwarz; Ärmelfutter hell".
Der Überrock nach der Bekleidungs-Vorschrift für Offiziere und Sanitätsoffiziere des Königlich Preußischen Heeres . Fortsetzung.
Abweichungen:
...
Kürassiere: Links Schlitz zum Durchstecken des Degens wie am Waffenrock.
Garde-Kürassiere: Brustklappenfutter ponceau-roth.
Sitz und Abmessungen:
Schoßlänge: der untere Rand soll bis 10 cm oberhalb des Kniegelenks reichen.
Es ist freigestellt, den Überrock nach rechts oder links überzuknöpfen.
Höhe der Ärmelaufschläge einschließlich Vorstoß: 16 bis 19 cm;
Länge der Schoßtaschenleisten: 24 cm, untere Breite einschließlich Vorstoß: 4 cm.
Sonst wie beim Waffenrock".
Mäntel, Paletot und Umhang der Kavallerieoffiziere entsprachen dem üblichen in der Armee getragenen Muster.
Auch der Mantel und der Paletot hatten links eine Tasche für die Aufnahme des Stichdegens.
Seit dem 15.05.1899 war zu diesem Zweck ein senkrechter Schlitz vorgeschrieben.
Der Überrck der "Degen-Fähnriche".
Die Portepée-Fähnriche trugen schon einen Überrock, diese durften aber keinen Samtkragen haben, sondern der Kragen musste auch Tuch gefertigt sein (12.12.1895).
Am Überrock wurden die Schulterklappen des Waffenrockes getragen.
Zur Litewka.
Zur Bekleidung der Kürassier-Offiziere gehörte auch die Litewka.
Diese war zunächst aus blauem Stoff gefertigt.
Ab 1899 (15.05.) hatte sie als Grundfarbe grau, wie bei den Mannschaften.
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