Gliederung und Organisation sowie Uniformierung der Alten Armee - Kavallerie -Die preußischen Ulanen-Regimenter (Garde Nr. 1 -3, Linie Nr. 1 -16).
In Bearbeitung
Vor Ausbruch des 1. Weltkrieges (1914) gab es 23 Ulanen-Regimenter,
darunter 2 bayerische (eigene Nummerierung),
3 sächsische (Nr. 17, 18 und 21) und
2 württembergische (Nr. 19, 20) Formationen.
Zur Uniformierung der preussischen Ulanen. Die Ulanka.
Ab 1853 trat an die Stelle des Kollets die Ulanka.
Die zweireihige Ulanka hatte einen besonderen - tradionellen -Schnitt und kürzere Schöße als der Waffenrock z. B. der Infanterie.
Der Kragen war abgerundet (bei der Garde eckig).
Die Ärmelaufschläge waren polnische, d. h., spitz zugeschnitten mit einem Knopf.
Die Ulanka hatte vorn auf beiden Seiten Vorstöße, ebenso unten herum, auf den Rücken- und Ärmelnähten und auch an den Taschenleisten.
Nicht nur die Garde-Ulanen-Regimenter hatten auf dem Kragen und den Ärmelaufschlägen Litzen, sondern z. B. auch mecklenburgische, hessische und württembergische Einheiten.
Die Ulanen trugen keine Achselklappen, sondern Epauletten. Dafür befanden sich auf den Schultern der Ulanka entsprechende Halter (= Passanten). Diese hatten verschiedenfarbige Besätze.
Die Epauletten hatten eine rechteckigen - oben abgeschrägten - Schieber sowie ein von einem mettalenen Halbmond umgrenztes Epaulettenfeld.
Der Knopf zeigte die Nummer der entsprechenden Eskadron.
Die Halbmonde waren -wie der Schuppenbesatz - immer gelb, auch wenn das Regiment weiße Knöpfe hatte.
Unter der Epaulette befand sich ein Haken zur zusätzlichen Befestigung derselben an der Ulanka. Auf der Ulanka befanden sich dazu Ösen.
Die Epauletten zeigten - außer bei der Garde - grundsätzlich die Regimentsnummer (mit Krone: Nr. 2). Einige Regimenter hatten aber besondere Namenszüge: Nr. 1, 3, 6, 13, 16.
Das Unterfutter hatte die jeweilige Abzeichenfarbe.
Die Epauletten der Einjährig-Freiwilligen waren in Preußen mit einer schwarz-weiß wollenen Schnur eingefasst.
Die Grundfarbe der preußischen und württembergischen Ulanka war dunkelblau. Die der sächsischen Ulanen hellblau.
Die einzelnen Regimenter unterschieden sich durch die jeweilige Abzeichenfarbe.
Diese war bei der Linie:
Ulanen-Regiment Nr. 1 - ponceau-rot - Knöpfe gelb
Ulanen-Regiment Nr. 2 - ponceau-rot- Knöpfe gelb
Ulanen-Regiment Nr. 3 - ponceau-rot- Knöpfe gelb
Ulanen-Regiment Nr. 4 - ponceau-rot- Knöpfe gelb
Ulanen-Regiment Nr. 5 - ponceau-rot- Knöpfe weiß
Ulanen-Regiment Nr. 6 - ponceau-rot- Knöpfe weiß
Ulanen-Regiment Nr. 7 - ponceau-rot- Knöpfe weiß
Ulanen-Regiment Nr. 8 - ponceau-rot- Knöpfe weiß
Ulanen-Regiment Nr. 9 - weiß- Knöpfe gelb
Ulanen-Regiment Nr. 10 - karmsinrot- Knöpfe gelb
Ulanen-Regiment Nr. 11 - zitronengelb- Knöpfe gelb
Ulanen-Regiment Nr. 12 - hellblau (mit weißen Vorstößen)- Knöpfe grelb
Ulanen-Regiment Nr. 13 - weiß- Knöpfe weiß
Ulanen-Regiment Nr. 14 - karmsinrot- Knöpfe weiß
Ulanen-Regiment Nr. 15 - zitronengelb- Knöpfe weiß
Ulanen-Regiment Nr. 16 - hellblau (mit weißen Vorstößen)- Knöpfe weiß
Die Abzeichenfarbe zeigten der Kragen, die aufgeknöpfte Paraderabatte für Ulanka und für die Tschapka, die Ärmelaufschläge, ferner der Besatz und die Vorstöße bei der Mütze.
Die aufzuknöpfende Paraderabatte an der Ulanka hatte bei einigen Regimentern Vorstöße:
1. Garde-Ulanen-Regiment: ponceau-rot,
Nr. 12 und 16: weiß
und bei den
Nr. 1,3 bis 5, 7 und 8: ponceau-rot.
Auch die Epaulettenfelder waren wie die o. g. Passanten in der Abzeichenfarbe gehalten.
Ferner dienten die Knöpfe als Unterscheidungsmerkmal: weiß oder gelb bzw. silbern oder gold.
Auch die zur Ulanka gehörige Leibbinde, Paßgürtel genannt, war dunkelblau, hatte aber Besätze in der jeweilgen Farbe des Kragens.
Bei den Ulanen-Regimentern Nr. 12 und 16 hatte der Besatzstreifen der Leibbinde weiße Vorstöße.
Zur Uniformierung der preussischen Ulanen. Die Tschapka.
Die typische Kopfbedeckung der Ulanen war die schwarz lackierte lederne Tschapka, an der eine weiß leinene Fangschnur (Kantschnur) befestigt war.
Diese bestand aus der Glocke und einem rechteckigen Kopfteil.
Schieber, Spiegel und Quasten waren bei den Unteroffiziere weiß und schwarz.
Zur Parade wurde ein weißer - herab hängender - Haarbusch getragen. Bei den Trompetern war dieser rot. Der Haarbusch war etwa 30 cm lang.
Als Gegengewicht wurde die Tschapka schief nach rechts aufgesetzt.
Als Zierrat der Tschapka wurde vorn bei den drei preußischen Garde-Regimenten und beim Ulanen-Regiment Nr. 13 der Garde-Adler getragen. Der Adler des letztgenannten Regiments hatte zusätzlich auch noch Helmbänder: Waterloo - Peninsula - Garzia Hernandez.
Das Ulanen-Regiment Nr. 7 hatte einen (silbernen) Gardeadler ohne Stern (verliehen am 16.06.1913).
Im Übrigen diente als Helmschmuck der verkleinerte typische heraldische Adler mit den Buchstaben FR auf der Brust.
Bei den Ulanen-Regimentern Nr. 1, 2 und 3 hatte dieser ein Brustschild mit dem verschlungenen Namenszug FWR.
Bei dem Ulanen-Regiment Nr. 14 waren die o.g. Helmbänder (UR 13) auf dem heraldischen Adler angebracht. Beide Regimenter (UR 13 und 14) standen in der hannoverschen militärischen Tradition.
Zu Paradezwecke gab es auch die oben erwähnte Tschapkarabatte in der jeweiligen Abzeichenfarbe.
Ferner wurde vorn am Deckel des Kopfteiles der Tschapka das Felzeichen getragen (wie bei den Husaren).
Zur Uniformierung der preussischen Ulanen. Die Litewka.
Die Litewka hatte Kragenpatten wie am Mantel. Ebenso entsprechende Achselklappen.
Zur Uniformierung der preussischen Ulanen. Der Mantel
Der Mantel war von grauem Tuch und hatte Kragenpatten in der Abzeichenfarbe. Die Farbe der Achselklappen war die des Epaulett-Unterfutters.
Wurde ein Mantel getragen, lag die Fangschnur der Tschapka über diesen.
Zur Uniformierung der preussischen Ulanen. Drillichsachen.
Die Drillichsachen der preußischen Ulanen entsprach denen der preußischen Dragoner.
Zur Uniformierung der preussischen Ulanen. Reit- und Tuchhosen.
Die Reit- und Tuchhosen waren aus dunkelblau- meliertem Tuch gefertigt.
Die Reithose hatte einen schwarzen Lederbesatz.
Die Tuchhose hatte einen ponceau-roten seitlichen Vorstoß.
Dieser war aber bei den Ulanen-Regimentern 10 und 14 karmesin-rot.
Zur Uniformierung der preussischen Ulanen. Reitstiefel und Schnürschuhe.
Reitstiefel, Schnürschuhe und auch das Zaumzeug waren wie bei den preußischen Dragonern.
Die geschwärzten Kavalleriestiefel hatten Anschlagsporen.
Zur Uniformierung der preussischen Ulanen. Koppel , Trageriemen, Kartuschkasten und Faustriemen.
Das weiße (Säbel-)Koppel war zum Unterschnallen. Auch der Trageriemen (Bandelier) war weiß.
Der Kartuschkasten hatte grundsätzlich - außer bei der Garde - keine Deckelverzierung.
Aber das Ulanen-Regiment Nr. 13 hatte die Namenschiffre WR II mit Krone in Messing als Verzierung.
Die Garde-Ulanen-Regimenter hatten den neusilbernen - 1. und 3. GUR - bzw. den goldenen - 2. GUR - 1Gardestern.
Zur Uniformierung der preussischen Ulanen. Merkmale der Unteroffiziere.
Die Unteroffiziere hatten zwar weißen Haarbusch an der Tschapka, aber am Ende desselben waren schwarze Haare.
Schieber und Fangschnurspiegel waren schwarz durchflochten.
Die Quasten hatten schwarze und weiße Fransen.
Im Übrigen trugen die Unteroffizieren entsprechend ihres Ranges den üblichen Tressenbesatz in gold oder silber. Bei der Linie waren es glatte Tressen.
Degenfähnriche durften den Überrock der Offiziere tragen, aber nur mit den Epauletten der Mannschaften.
Zur Uniformierung der preussischen Ulanen. Die Trompeter.
Die Trompeter waren wie üblich durch Schwalbennester gekenntzeichnet.
Diese waren bei den Ulanen-Regimentern Nr. 1 - 8 rot.
Bei den anderen Ulanen-Regimentern hatten sie die jeweilige Abzeichenfarbe.
Zur Uniformierung der preussischen Ulanen. Zur Offiziersuniform.
Die Offiziersuniform hatte einige Besonderheiten.
So war der Haken - rechts - auf dem Deckel der Tschapka silbern.
Die Fangschnur bestand aus silberner Schnur mit schwarzer Seide durchwirkt.
Bei der Ulanka der Offiziere waren die Passanten mit Tresse besetzt.
Bei den Epauletten waren die Monde entweder silbern oder golden je nach der Farbe der Knöpfe.
Dazu hatten die Offiziere den Überrock. Bei den Ulanen-Regimentern Nr. 12 und 16 hatte dieser weiße Vorstöße.
Als Blankwaffe diente der Offiziersäbel wie bei den Dragonern.
Auch das Bandolier war wie bei den Dragonern, aber mit dunkelblauen Unterfutter.
Auch der Kartuschkasten entsprach dem der Dragoner. Die Namenschiffre auf dem Kartuschkasten des Ulanen-Regiments Nr. 13 war golden.
Galahosen waren dunkelblau mit einem Vorstoß und Besatzstreifen in der jeweiligen Kragenfarbe. Bei den Ulanen-Regimentern Nr. 12 und 16 mit weißem Vorstösse.
Zur Uniformierung der preussischen Ulanen. Bewaffnung.
Als Blankwaffe diente Kavalleriedegen 89.
Zur Uniformierung der preussischen Ulanen. Zaumzeug, Sattel.
Text
Die einzelnen Ulanen-Regimenter der Alten Armee.
Nachfolgend werden nur die preußischen Garde- und Linien-Ulanen-Regimenter kurz vorgestellt .
Für die sächsischen Ulanen-Regimenter,
für die württembergischen Ulanen-Regimenter und
für die gesondert nummerierten bayerischen Ulanen-Regimenter
wird auf die gesonderten Beiträge in diesem Themen-Schwerpunkt verwiesen.
Auch für die die preußischen Garde-Ulanen-Regimenter gibt es noch einen ergänzenden separaten Beitrag.
1. Garde-Ulanen-Regiment (Potsdam).
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2. Garde-Ulanen-Regiment (Berlin).
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3. Garde-Ulanen-Regiment (Potsdam).
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Ulanen-Regiment Kaiser Alexander III. von Rußland (Westpreußisches) Nr. 1 (Militsch).
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Ulanen-Regiment von Katzler (Schlesisches) Nr. 2 (Gleiwitz).
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Ulanen-Regiment Kaiser Alexander II. von Rußland (Brandenburgisches) Nr. 3 (Fürstenwalde).
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Ulanen-Regiment von Schmidt (Pommersches) Nr. 4 (Thorn).
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Westfälisches Ulanen-Regiment Nr. 5 (Düsseldorf).
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Thüringisches Ulanen-Regiment Nr. 6 (Hanau).
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Ulanen-Regiment Großherzog Friedrich von Baden (Rheinisches) Nr. 7 (Saarbrücken).
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Ulanen-Regiment Graf zu Dohna (Ostpreußisches) Nr. 8 (Gumbinnen).
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2. Pmmersches Ulanen-Regiment Nr. 9 Demmin).
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Ulanen-Regiment Prinz August von Württemberg (Posensches) Nr. 10 (Züllichau).
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Ulanen-Regiment Graf Haeseler (2. Brandenburgisches) Nr. 11 (Saarburg).
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Litthauisches Ulanen-Regiment Nr. 12 (Insterburg).
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Königs-Ulanen-Regiment (1. Hannoversches) Nr. 13 (Hannover).
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2. Hannoversches Ulanen-Regiment Nr. 14 (St. Avold).
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Schleswig-Holst. Ulanen-Regiment Nr. 15 (Saarburg).
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Ulanen-Regiment Hemmings v. Treffenfeld (Altmärkisches) Nr. 16 (Salzwedel/ Gardelegen).
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Württembergische (Nr. 19 und20), sächsische (Nr. 17, 18 und 21) und bayerische Ulanen- Regimenter (Nr. 1 und 2). Nr.
Zu diesen Formationen wird auf die gesonderen Beiträge in diesem Schwerpunkt verwiesen.
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