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Vestes Bellica Archiv für Heereskunde

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Manfred Laubert, Kritik der Quellen zur Schlacht bei Kunersdorf.

Inaugural-Dissertation, Berlin 1900.

Friedrich der Gr. und der Rittmeister v. Prittwitz in der Schlacht bei Kunersdorf. Nach einer Zeichnung von L. Wolf, gestochen von D. Berger. Entnommen aus. Herman v. Petersdorf, Friedrich der Grosse. Ein Bild seines Lebens und seiner Zeit, Berlin 1902, S. 399.
Friedrich der Gr. und der Rittmeister v. Prittwitz in der Schlacht bei Kunersdorf. Nach einer Zeichnung von L. Wolf, gestochen von D. Berger. Entnommen aus. Herman v. Petersdorf, Friedrich der Grosse. Ein Bild seines Lebens und seiner Zeit, Berlin 1902, S. 399.

Empfohlene Beiträge

Organisation

Die preußische Armee unter Friedrich Wilhelm I. (1713 - 40) - Vorwort und Inhaltsverzeichnis

Das Gesetz Nr. 46 im Amtsblatt des Kontrollrats in Deutschland vom 31.03.1947 bestimmte die Auflösung des Staates Preußen. Damit hatte Preußen offiziell ein Ende gefunden, umstritten ist jedoch, ob der preußische Staat sich nicht bereits im Deutschen Reich verloren hatte und deshalb das Diktat der Siegermächte nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch der politischen Kosmetik diente. Die Klärung der Frage, ob nun im Jahre 1871 oder 1947 die kurze und an Licht und Schatten reiche preußische Geschichte ihr Ende fand, ist letztlich müßig, eine historische Tatsache ist, dass Preußen heute nicht mehr existiert. Damit teilt der erst spät in die europäische Geschichte eingetretene preußische Staat das Schicksal vieler untergegangener Staatswesen, bemerkenswert ist jedoch, dass - obwohl der preußische Staat nicht mehr existiert - also der Vergangenheit angehört, er noch heute die Gemüter erregt und nach wie vor das umstrittene Objekt des Interesses ist. Die Hinwendung zu diesem Kapitel der deutschen Geschichte wurde durch die große Preußen-Ausstellung im Jahre 1981 und dem 200. Todestag Friedrich des Großen verstärkt und aktualisiert. Auch in der ehemaligen DDR wurde noch vor der Wiedervereinigung die preußische Tradition wiederentdeckt und politisch instrumentalisiert. Die Aufmerksamkeit, mit der man Preußen immer noch bedenkt, wird in vielerlei Form offenkundig. Neben der Eröffnung verschiedener - insbesonderer lokal ausgerichteter - Museen, überschwemmt unvermindert eine wahre Flut von Druckerzeugnissen zu diesem Thema den Buchmarkt. Auffällig ist hierbei, dass sowohl im zivilen als auch im militärischen Sektor stets der Vater, Friedrich Wilhelm I., im Schatten seines genialen Sohnes steht. Während die Zahl der Biographien über Friedrich den Großen beinahe unübersehbar geworden ist, fehlte es lange an einer umfassenden - wissenschaftlichen - Lebensbeschreibung Friedrich Wilhelms I. aus dem Blickwinkel neuerer Geschichtsauffassung 1).

Heeressoziologie

Die preußische Armee unter Friedrich Wilhelm I. (1713 - 40) - Kapitel 9 - Das Wehrersatzsystem - die Werbung.

Mit der Werbung im In- und Ausland verbinden sich zahlreiche Mißstände und die Exzesse im Zusammenhang mit der intensiven Jagd preußischer Werbekommandos nach großgewachsenen Rekruten hat das Image des preußischen Staates in den Augen der Zeitgenossen und der Nachwelt nachhaltig beeinträchtigt. Allerdings war der Heeresersatz durch Ausländer ein Problem sämtlicher Heere des 18. Jahrhunderts und charakteristisch für das Zeitalter der Söldnerheere. Ein Zeitgenosse berichtet: „ Die Werbungen sowohl innerhalb als außerhalb des Landes wurden unter KönigFriedrich Wilhelm unausgesetzt mit aller Strenge betrieben. Keine Schule war davon befreyt, nur die Universitaeten. Solange der Student auf der Universitaet und in deren Mauren sich aufhielt, so befand er sich in eine Freystadt. Das Dessauische Infanterie-Regiment lag in Halle, und dieses caperte vor den Thor, in den Dörfern, auch zuweilen wohl gar in der Stadt des Nachts manchen Studenten weg. Sie eilten mit ihnen nach Dessau, biß der darüber entsandene Lerm und Tumult sich unter den Studenten gelegt hatte. Sobald man die Universitaet verließ, so war man nirgens sicher, selbst die Candidaten, wenn sie zur Ordnination nach Magdeburg, Stendal, Berlin etc. Reiseten, waren in Gefahr, im Thor angehalten und weggenommen zu werden. Den(n) nur die würcklichen Prediger, aber kein Candidatus iam vocatus, auch kein Schulbedienter war vor die Werber sicher. Hir in Azendorf besetzte ein Comando Soldaten in der Nacht dieSchule und hohlten den Organisten Franken aus seinem Bette und führten ihn nach Calbe. Weil er aber den Officier viel größer beschrieben, als er würcklich war, so brachte ihm der ihm nacheilende Herr Inspector Theune von da gleich wieder mit sich zurücke. Nicht besser machten es die preußischen Officier und Unterofficier, die außer Landes auf Werbungen gesand wurden. Jedes Regiment wehlte dazu die listigsten und verschlagendste Köpfe. Wenn diese einen großen Kerl nicht überreden konten, sich anwerben zu lassen zu laßen und Handgeld zu nehmen, so suchten sie sich seiner mit Listund Gewalt zu bemächtigen. Nichts war ihnen zu schwer, nichts zu gefährlich; sie wagten ales und ließen es darauf ankommen, wie es ablaufen würde. Sie brachen ein, hohlten den großen Kerl aus dem Bette, warfen ihm so im Hämde ofte gebunden und geknebelt auf einen parat stehenden Wagen und eilten mit untergelegten Pferden, die Gränze und unsere Provinzien zu erreichen“1. Die Mißstände bei der in- und ausländischen Werbung sind auch mit dem enormen Leistungsdruck zu erklären, der auf den verantwortlichen Offizieren lastete. Das Regelement von 1726 sprach diesbezüglich eine deutliche Sprache: „Wenn die Capitaines hübsche Leute ohne Klagen und Gewaltthätigkeiten mit guter Manier anwerben, die Obriste gute Regimenter, und die Capitaines gute Compagnien an Mannschaft in guter Ordre vorführen werden; Alsdenn Selbige bey Seiner Königl. Majestät sich bestens recommendiren werden; Im gegentheil diejenigen, welche schlechte Regimenter und Compagnien und Compagnien haben, auf das aller übelste sich recommendiren werden“.