Ein Beitrag zur Geschichte des altpreussischen Infanterie-Regiments Herzog von Braunschweig (IR No. 21).
Das Infanterie-Regiment No. 21 entstand im Jahre 1713 aus verschiedenen aus holländischem Dienst zurückkehrenden Regimentern, und zwar überzählige Mannschaften aus fünf Regimentern. Der Kanton (Ersatzbezirk) lag im Fürstentum Halberstadt, nämlich - zum Teil - die Grafschaften Wernigerode, Ilsenburg und Hohenstein und die Städte Quedlinburg, Gröningen, Wegeleben, Halberstadt, Wernigerode, Derenburg, Bleicherode, Schsa, Ellrich und Beneckenstein.
Im Siebenjährigen Krieg kämpfte die Formation bei Lobositz, Kolin, in Teilen bei Roßbach, Kunersdorf, Maxen und Torgau. Bei Lobositz focht das Regiment mit Auszeichnung, bei Kolin erlitt es jedoch sehr starke Verluste. Danach wurde das Regiment durch den guten Ersatz aus dem Kanton wieder hergetstellt, war aber nicht mehr zu größeren Leistungen in der Lage (nach Hans Bleckwenn).
Garnison war zuletzt Halberstadt (vorher auch Quedlinburg). Die Formation ging durch die Kapitulationen von Prenzlau am 28.10.1806 und Magdeburg am 11.11.1806 unter.
Unter den Regimentsinhabern der Formation ist insbesondere General v. Hülsen (bis 1767) bekannt. Hierzu äußert sich Hans Bleckwenn wie folgt: "Als Persönlichkeit ragt hervor der "alte Hülsen". Er war nicht nur Troupier, sondern ein Truppenführer von Rang; entschlossene Tapferkeit bei Kolin, kluge Umsicht 1760 in der Verteidigung des nördlichen Sachsen gegen eine große Übermacht belegen es. Torgau war sein Ehrentag am Abend des erfolglosen Ringens übernahm er das Kommando vom König; als in der Dunkelheit der Angriff der Heeresgruppe Zieten doch noch wirksam wurde, ließ sich der völlig Erschöpfte - 67 Jahre alt und soeben verwundet - auf eine Kanone heben, um die durch Lestwitz gesammelten "Bataillone" Versprengter noch einmal vorzuführen,- mit Erfolg. Für die Brauchbarkeit seiner Untergebenen hatte er ein scharfes Auge: Gaudi und der später allmächtige General-Adjutant v. Anhalt waren seine Gehilfen und zahlreiche Schriftstücke belegen sein Bemühen, verdiente Offiziere zu fördern". Zitiert nach dem Text zur o. g. Tafel.
Empfohlene Beiträge
Uniformierung & Ausrüstung
Preußische Uniformen im Biedermeier (1815-1850).
Nach originalen oder älteren Reproduktionen von Lithographien aus dem 19. Jahrhundert . Begleitende Vorbemerkungen, Bildbezeichnungen und - beschreibungen folgen.
Heeressoziologie
Das Lebens- und Dienstalter des altpreußischen Soldaten
Mit dem Blick auf heutige Verhältnisse ist man leicht versucht, sich den altpreußischen Soldaten als einen relativ jungen Menschen vorzustellen. Das dies nicht der Realität entspricht, zeigt das überlieferte Belegmaterial. Die zeitgenössischen Dokumente belegen vielmehr ein verhältnismäßig hohes Lebens- und Dienstalter und zeigen, dass es in den Regimentern recht viele alte Leute gab.
Uniformierung & Ausrüstung
Die Geschichte der altpreußischen Kürassiere bis 1808 (Pohl) - K 2
Nach einem originalen Skript. Dieses orientiert sich offensichtlich an der Geschichte der Bekleidung, Bewaffnung und Ausrüstung des Königlich Preussischen Heeres / Auf Allerhöchsten Befehl Seiner Majestät ... hrsg. von dem Königlichen Kriegsministerium. Bearb. von Constantin Kling ; T. 2: Die Kürassier- und Dragoner-Regimenter seit Anfang des 18. Jahrhunderts bis zur Reorganisation der Armee 1808.