Die Geschichte der Uniformierung der preußischen Kürassiere 1808 - 1914 - mit Zeichnungen des Verfassers

In Bearbeitung.

Stabsoffizier aus dem Regiment der Gardes du Corps um 1828. Entnommen aus: Martin Lezius, Das Ehrenkleid des Soldaten, S. 294.

Vor der Konfrontation der altpreußischen Armee mit dem jungen französischen Kaiserreich im Jahre 1806 zählte die Kavallerie 13 Kürassier-, 14 Dragoner-, 9 Husaren. Regimenter (darunter 1 Regiment Towarczys = Lanzenreiter) sowie ein selbständiges Bataillon Towarczys.

Den Feldzug mit katastrophalem Ausgang überdauerten nur wenige  der traditionsreichen Regimenter.

Nach dem Frieden von 1807 wurden aus den deren Resten 4 Kürassier-, 6 Dragoner – und 6 Husaren-Regimenter, sowie ein Ulanen-Regiment errichtet[1].

[1] Pietsch, Paul, Die Formierungs- und Uniformierungs-Geschichte des preußischen Heeres 1808-1914, Band 2. Kavallerie, Artillerie, Train und deren Landwehr, Generalität, Generalstab u. A., Hamburg 1966, S. 1.

1815 gehörten zur preußischen Armee 1 Garde- und 4 Linien-Kürassier-Regimenter.

1821 waren es dann 2 Garde- und 8 Linien-Kürassier-Regimenter. Auch zur Armee des Nordeutschen Bundes gehörten 10 preußische Kürassier-Regimenter.

Dieser Bestand änderte sich bis 1914 nicht. Zu diesem Zeitpunkt gab es neben dem Regiment der Gardes du Corps (Potsdam) und dem Garde-Kürassier-Regiment (Berlin) 8 Linien-Kürassier-Regimenter.

Ehemals bestanden die Kürassier-Regimenter aus 4, ab 1867 aus 5 Eskadronen. Die Eskadrons des Regiments der Gardes du Corps wurden jeweils in 2 Kompanien eingeteilt. Diese 5 Eskadronen stellten den dauernden Bestand dar. Bei Mobilmachung sollte aus den am wenigstens kriegstüchtigen Soldaten eine Ersatz-Eskadron gebildet werden, die auch den Ersatz ausbildeten. 

Das Kollet.

Text

Der Koller.

Im Jahre 1842 löste der Koller den bisherigen Frack ab. Zunächst war der Schoß noch glockenartig geschnitten.

Der Koller bestand aus weißem Kirsey und hatte vorne Haken und Ösen statt Knöpfe.

Der abgerundete Kragen war weiß, der Ärmelaufschlag schwedisch und im Übrigen in der Abzeichenfarbe gehalten.

Am Kragen und vorn herunter lief eine Borte in der jeweiligen Abzeichenfarbe, diese befand sich auch auf den Ärmelaufschlägen.

Bei den Offizieren durfte der Koller auch aus Tuch sein.

Das Kürassier-Regiment Graf Wrangel (Ostpreußisches) Nr. 3 hatte im Übrigen am Koller eine besondere altpreußische - hellblau gemusterte - Borte.

Preußischer Offizier der Linien-Kürassiere im Gesellschaftsanzug. Darüber rechts: Pallasch in französischer Form. M 1817. Beutestück. Darüber links: Koppel mit Gehänge. Darunter Stulphandschuh. Nach Pietsch.
Kollet im Jahre 1808. Nach Pietsch.

Namenszüge

Text

Linien-Kürassier zu Pferde. Darüber Pallasch in französischer Form.

Kopfbedeckungen - Bügelhelm

Die altpreußischen Kürassiere hatten noch den Hut getragen.

Im Jahre 1809 erhielten die preußischen Kürassiere Helme von russischer Form. Hierbei handelte es sich um Bügelhelme, die in ihrem Hauptteil aus schwarzem Leder bestanden. Der Vorder- und der Hinterschirm waren abgerundet, wobei der Vorderschirm eine Einfassung aus Messing hatte.

An dem Lederkamm war ein schwarzer Roßhaarkamm angebracht, dieser war bei den Trompetern rot.

Preußischer (Linien-) Kürassier-Helm (Bügel-Helm) um 1809. Nach einem Originalstück und Pietsch.

Vorn schmückte den Bügelhelm ein Messingschild, welches den Adler der Linie zeigte. Die Gardeformationen hatten hier den Gardestern. Der Helmzierrat war bei den Offizieren vergoldet.

Die Kopfbedeckung wurde durch Schuppenketten gehalten. Unter der linken Schuppenketten sass die schwarz-weiße Kokarde aus Wolle. Bei den Offizieren war diese aus Seide und schwarz-silbern.

Helm (Modell 1889) eines Kürassiers aus dem preußischen Kürassier Regiment Nr. 2 mit dem besonderen Bandeau. Um 1900. Nach einem Originalstück.

Kopfbedeckungen - Metallhelm

Die Kürassiere trugen (seit 1843) grundsätzlich Helme von hellpolierten Eisen mit messingenem Beschlag und gewölbten Schuppenketten.

Das Regiment der Gardes du Corps trug allerdings wie das Garde-Kürassier-Regiment und das Kürassier-Regiment Nr. 6 Helme und Schuppenketten von Tombak und Beschlag von Neusilber.

Der Helm der vorgenannten Einheiten folgte aber auch der Entwicklung des Kürassierhelmes an sich.

Ab dem Jahr 1853 wurde der Vorderschirm des Helmes innen angenietet.

Mit dem am 07.10.1862 eingeführten Modell wurde der Helm leichter.

In diesem Zusammenhang entfielen auch die bisherigen heraus stehenden Schrauben und wurden durch Schlitzschrauben ersetzt.

Im Jahre 1867 wurde neues ein niedrigeres und erneut leichteres Helmmodell eingeführt.

1889 kam ein neuer Helm zur Einführung, dessen Vorderschirm nur einmal gebogen war. Auch entfiel der rückseitige Grad über den Hinterkopf, nicht aber bei den Offizieren.

Die Schuppenketten wurden nun durch einen Messingknopf und nicht wie bisher durch Rosetten gehalten.

Hinsichtlich des Helmzierrats gab es bei einigen Linien-Regimentern Besonderheiten, so beim Leib-Kürassier-Regiment Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1. Dieses Regiment trug Helme von weißem Eisen mit gelben Schuppenketten und einem Helmzierat aus Messing. Zunächst wurde der heraldische Adler geführt. Später (1902) erhielt die Einheit den fridericianischen Adler mit dem Devisenband: PRO GLORIA ET PATRIA.

Das Kürassier-Regiment Königin (Pommersches) Nr. 2 trug ab 1861 das (das weiter oben dargestellte) besondere Helmbandeau, welches an die Schlacht bei Hohenfriedberg erinnern sollte. Die Schlacht bei Hohenfriedeberg oder Schlacht bei Striegau fand am 4. Juni 1745 während des Zweiten Schlesischen Krieges statt.

Oben links: Pallasch in russischer Form. M 1819. Oben rechts: Pallasch der Kürassier-Offiziere. Nach Wagner. Darunter: Kürassier der Gardes du Corps. 1814/15. Nach von Thümen.

Litewken, Jacken und Mäntel

Text

Offizier aus dem Brandenburgischen Kürassier-Regiment (Kaiser Nikolaus I. von Rußland) Nr. 6. Darunter links Rückansicht eines Kürasses. Nach Pietsch. Darunter rechts: Helm (Modell 1889) eines Kürassiers aus dem preußischen Kürassier Regiment Nr. 2 mit dem besonderen Bandeau. Um 1900. Nach einem Originalstück.

Überrock, Mäntel und Litewka

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Preußische Kürassiere, links: Gemeine, rechts: Untzeroffizier. Originale Lithographie nach Schindler (aus dem 19. Jhdt.).

Leibrock und Waffenrock

Neben dem weißen Koller (aus Kirsey) hatten die Kürassiere auch einen dunkelblauen Waffenrock mit schwedischen Ärmelaufschlägen.

Am Kragen und an den Ärmelaufschlägen wurde eine Borte in der Abzeichenfarbe getragen.

Am Waffenrock des Leib-Kürassier-Regiments lief ein weißer Vorstoß um den Kragen und die Ärmelaufschläge sowie vorn herunter und dieser befand sich auch an den Taschenleisten. 

Der Waffenrock wird von Mila (Geschichte der Bekleidung und Ausrüstung der Königlich Preußischen Armee 1808 - 1878, Berlin 1878, Nachdruck Krefeld, S. 161 ff.) wie folgt beschrieben:

"Dunkelblaue tuchene Waffenröcke zum Garnisondienst,..., durch A.K.O. vom 19.September 1848 eingeführt.-

Mannschaften: dunkelblaue Kragen, welche, auch bei den beiden Garde-Regimentern, unter dem Kinne abgerundet und auf jeder Seite mit einer Patte von der Farbe der am weißemn Koller befindlichen Kragenpatten, beim Regiment Nr. 6 aber mit ponceaurothen Patten belegt sind; schwedische Aufschläge von der Farbe der Kragenpatten des Waffenrocks, mit je zwei Knöpfen; weiße Achselklappen mit Vorstoß von der Farbe der Kragenpatten des Waffenrocks, beim Regiment Nr. 6 und seit Oktober 1866 auch beim Regiment Nr. 1 mit gekrönten gelbem Namenszuge wie auf den Achselklappen der Koller; um Kragen und Aufschläge eine Borte wie am Koller, beim Regiment Nr. 6 mit ponceaurothem Besatzstreifen; vorn herunter am Rocke und an den Schoßtaschenleisten ein farbiger Vorstoß; beim Regiment Nr. 1 und 8 weiß, bei Nr. 6 und dem Garde-Kürassier-Regiment ponceauroth, bei den anderen Regimentern von der Farbe der Kragenpatten; bei den beiden Garde-Regimentern auf jeder Kragenpatte eine, auf jedem Aufschlage zwei weiße Litzen; vorn am Rocke acht weiße resp. gelbe Knöpfe.

Diese Röcke fielen vom 12.06.1851 für die Mannschaften der Linien-Kürassier-Regimenter ganz fort, nach dem Bekleidungs-Reglement von 1868 wurden sie jedoch als außeretatsmäßig den Regimentern wieder bewilligt.

Die Unteroffiziere erhielten laut AKO vom 30.08.1844 - wie die Offiziere - blaue Waffenröcke.

Diese wurden mit A. K. O. vom 12.06.1851 als außeretatmäßig gestattet.

Die Chargentresse der Unteroffiziere ist in gleicher Weise wie am weißen Koller auf dem Bortenlaufe an Kragen und Aufschlägen angebracht".

Ergänzender Hinweis nach Pietsch (Die Formations- und Uniformierungs-Geschichte des preußischen Heeres 1808 - 1914, Band 2, Kavallerie ..., Hamburg 1966, S. 57): Ab 1903 erhielten die Schulterklappen beim Regiment Nr. 6 blaue Vorstöße.

Auch zur Offiziersuniform gehörte der Waffenrock.

Die Bekleidungsvorschrift für Offiziere und Sanitätsoffiziere des Königlich Preußischen Heeres (Berlin 1896, S. 50 ff.) gibt für dieses Uniformteil grundsätzlich folgende Vorgaben:

A. Beschaffenheit.

Schoßrock mit einer Knopfreihe auf dem rechten Bruststück. Grundstoff: dunkelblau (grün oder konblumenblau), Tuch oder Doeskin, Düffel., Eskimo. Besatz von der Abzeichenfarbe, im Allgemeinen von Tuch.

a) Stehkragen: bei vorhandener Stickerei eckig, sonst abgerundet, ersterenfalls durch drei, letzterenfalls durch zwei oder drei Haken und Oesen verschließbar, Vorstoß aus Grund- oder Abzeichenfarbe.

b) Ärmelaufschläge: Brandenburgische Art. (entfällt bei den Kürassieren).

Schwedischer Art. Nach außen in Verlängerung der Ärmelnaht geöffnet und in Verbindung mit dem Ärmel eine durch schwarzen Knopf und Knopfloch verschließbare Überfallklappe bildend. Theilweise Vorstoß (nach Maßgabe der Abzeichen) aus andersfarbigem Tuch längst des oberen Randes.

c) Vorstöße, fast immer von Tuch,: vorn herunter als Einfassung des Bruststücks und Vorderschosses auf beiden Theilen (an der Kragennaht beginnend) sowie an den Schoßtaschenleisten; ihre Farbe in der Regel mit Kragen und Aufschlägen übereinstimmend.

d) Schöße rund geschnitten, hinten getheilt und mit dreieckigen, geschweiften Taschenleisten versehen.

e) Zur Befestigung der Epaulettes bzw. Achselstücke, dienen die mit der Oese 2,5 cm von der Kragennaht befestigten Schulterknöpfe (Schraub- usw. Knöpfe gestattet);

6 cm davon entfernt die Epaulettehalter aus zweimal der Länge nach mit schwarzem Seidenfarben durchzogener Silbertresse, ihr Tuchhalter von der Farbe des Epaulettenunterfutters,

0,4 cm von der Ärmelnaht entfernt: eine Tuchöse für die Zunge der Achselstücke von der Farbe des Waffenrocks.

Knöpfe: gewölbt; vergoldet oder versilbert;;

vorn acht, der oberste 2 cm von der Kragennaht, der unterste mit seiner Öse auf der Taillennaht die anderen sechs gleichmäßig zwischen beiden vertheilt, dementsprechend auf dem linken Bruststück acht Knopfenlöcher, vorn 2 cm vom äußeren Rock- (Vorstoß-) Rande entfernt;

bei brandenburgischen Aufschlägen (entfällt bei den Kürassieren);

bei schwedischen Aufschlägen je zwei: 2 cm vom oberen Rande und 7 cm voneinander entfernt (von Mitte zu Mitte Knopf gerechnet).

g) Schoßfutter schwarz; Ärmelfutter hell.

Abweichungen.

...

Kürassiere.

a) Der rings herum farbige Kragen und die Aufschläge in der Form und mit dem Tressenbesatz wie beim Koller, ..., für Kürassiere 1 von Sammet; Vorstöße (aus Tuch) für Garde-Kürassiere ponceauroth, Kürassiere 1 und 8 weiß,

b) flache Knöpfe;

c) Schoßfutter: Gardes du Corps und Garde-Kürassiere ponceauroth, Linien-Kürassiere weiß;

d) etwa 13 cm unterhalb der Taillennaht des linken Vorderschoßes: ein wagerechter Schlitz - 6,5 cm breit - zum Durchstecken des Degens, mit Überfallklappe".

Das Offizierkorps des Regiments der Gardes du Corps und der Garde-Kürassiere hatten auch noch einen Gala-Waffenrock von ponceaurothen Tuch.

Dieser hatten einen eckigen Kragen und schwedische Ärmelaufschläge mit Stickerei und Vorstoß.

Sämtliche Vorstöße und Schoß- (Tuch-) Futter für Gardes du Corps waren dunkelblau, für Garde-Kürassiere weiß.

Die Knöpfe waren flach.

Koller. Rückansicht. Darunter Details Ärmelaufschläge). Schwalbennest. Unten rechts: Helm M 1867. Rückansicht. Nach Pietsch.

Kürasse und Brustschilder

Der Kürass gab den Kürassiere nicht nur den Namen, sondern zeichnete sie auch aus Angehörigen der schweren Kavallerie aus und war ein letzter Abglanz des Rittertums.

Die aus Brust- und Rückenpanzer bestehenden Kürasse der Mannschaften bestanden aus Eisen und waren mit grauer Leinwand gefüttert.

Im Futter des Vorderteiles befand sich eine Tasche für die Feldmütze.

Beide Teile wurden durch untere Riemen verbunden. Diese waren jeweils am Rückenteil befestigt. Ergänzend hielten oben - über die Schulter gelegte - metallene mit Schuppen belegte Lederriemen beide Stücke zusammen.

Seit 1888 gehörte der Kürass nicht mehr zur Feldausrüstung, sondern wurde nur noch zu Paraden oder zu Ehrendiensten getragen.

Die Offiziere trugen leichtere Modelle. 

Während die meisten Linien-Regimenter Kürasse aus hellpoliertem Eisen mit messingenen Schuppen hatten, trugen das Regiment der Gardes du Corps, das Garde-Kürassier-Regiment und das Kürassier-Regiment Nr. 6 besondere Modelle mit Platten aus Tombak bzw. Messing. Die Kürasse waren derart mit Platten belegt, dass das Eisen als Rand frei blieb.

Besonderes Merkmal des Leib-Kürassier-Regiments Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1 (Breslau) war ein Brustschild, welches vorn auf den Kürass aufgeschraubt oder an einer Halskette getragen wurde und Adler, Devisenband (NON SOLI CEDIT), Krone, Trophäen und ein Eichenlaubband mit der Aufschrift „1674 WII 1896“ zeigte.

Auf der Schabracke und den Schabrunken wurde ein besonderer – friderizianischer Adler – mit dem Devisenband „PRO GLORIA ET PATRIA“ getragen.

In dem Regiment diente traditionell der schlesische Hochadel.

Der schwarze Kürasse des Regiments der Gardes du Corps

Das Regiment der Gardes du Corps (Potsdam) hatte zu besonderen Gelegenheiten schwarze Kürasse.

Es waren geschwärzte Eisenpanzer, deren erste Garnitur ein Geschenk des russischen Zaren war.

Die Ränder der Kürasse waren mit roter Schnur aus Wolle umlegt, bei den Offizieren war diese aus Seide.

Ab 1897 waren die Schuppenketten aus Tombak, vorher waren auch diese schwarz-lackiertes Eisen.

Für die Offiziere waren die Schuppenketten vergoldet.

Im Jahre 1897 erhielt das Regiment besonders elegant geformte neue schwarze Kürasse als kaiserliches Geschenk (Wilhelm II.).

Vizewachtmeister aus dem Westlälischen Kürassier-Regiment Nr. 4 (Kürassier-Regiment von Driesen (Westfälisches) Nr. 4). Nach Georg Krickel.

Hosen und Stiefel

Text

Kürassier aus dem Kürassier-Regiment Graf Geßler (Rheinisches) Nr. 8 VIII. (Cöln-Deutz) im Dienstanzug. Nach Georg Krickel.

Waffen - Pallasch und Stichdegen

Der Pallasch in französischer Form hatte eine gerade Klinge und das Gefäß bestand aus einem Hauptbügel mit drei Seitenbügeln aus Messing (vgl. hierzu: W. Gohlke, Die blanken Waffen und Schutzwaffen , ihre Entwicklung von der Zeit der Landsknechte bis zur Gegenwart, Nachdruck Krefeld 1972, S. 95).

Mila (Geschichte der Bekleidung und Ausrüstung der Königlich Preußischen Armee 1808 - 1878, Berlin 1878, Nachdruck Krefeld, S. 168 ff.) beschreibt diesen wie folgt:

"Pallasche mit gerader eiserner Klinge und eiserner Scheide. Früher war das Handgefäß des Pallasches (seit 1786) mit einem Adler geschmückt. Ende März 1814 wurden aber Pallasche mit nicht dekorirtem messingnen Handkorbe eingeführt: seit 16. Juni 1817 tragen die Regimenter Nr. 1, 3, 6 und 7 und das Regiment Garde du Corps französische Pallasche mit drei Bügeln, die übrigen, später errichteten Regimenter aber russische Pallasche mit zwei Bügeln am Korbgefäße.

Außer Dienst tragen die Officiere statt des Pallasches einen geraden Degen in derselben Weise wie die Infanterie-Offiziere.; derselbe wird von den Officieren der beiden Garde-Regimenter auch bei großen Hofbällen zur rothen Uniform angelegt.

Der Pallasch wird von den Mannschaften an einem weißen, über den Rock geschnallten ledernen Kavalleriekoppel, dessen Leibgurt vorn mit einer viereckigen messingnen Schnalle versehen ist, getragen.

Die Officiere hatten ursprünglich ein weißlackirtes Pallaschgehenk, welches unter den Rock geschnallt wurde; 1843 trat an seine Stelle ein Gehenk, welches außen im Einklange mit der Farbe der Rockknöpfe mit einer goldenen oder silbernen Tresse besetzt ist, innen aber die Farbe der auf dem weißen Koller befindlichen Kragenpatte zeigt, und welches gleichfalls unter den Rock, von den Officieren der beiden Garde-Regimenter jedoch laut Bek. des Kr. Min. vom 21. Februar 1844, wenn sie im Koller sind und sich zu Fuß ohne Cartouche und Schärpe befinden, über den Koller geschnallt werden soll".

Am Gefäß des Pallasches war bei den Mannschaften bzw. Unteroffizieren (soweit diese nicht das Portepee trugen) der Faustriemen und bei den Offizieren das Portepee angebracht.

Zum kleinen (und außer) Dienst trugen die Kürassier-Offiziere den Stichdegen. Dieser hatte ein vergoldetes Gefäß und entsprechende Beschläge an der zunächst braunen (bis 1816) únd dann schwarzen Lederscheide.

Ein solcher Stichdegen wurde vom Regiment Garde du Corps seit 1808 und vom Garde-Kürassier-Regiment seit 1821 getragen. Die Offiziere der Linien-Regimenter erhielten diesen erst mit A.K.O. vom 31.01.1862. Dies ist aber streitig, vermutlich trugen auch die Linien-Regimenter den Stichdegen schon früher.

Kürassier aus dem Kürassier-Regiment Herzog Friedrich Eugen von Württemberg (Westpreußisches) Nr. 5 XX. (Riesenburg/ Rosenberg/ Deutsch-Eylau) in Paradeuniform. Originales Aquarell von Julius Schmidt.

Waffen - Lanzen

Lanzen erhielt die gesamte Kavallerie in den Jahren 1888-1889, vorher hatten diese nur die Ulanen (und die Landwehr-Kavallerie).

Im Oktober 1888 bekamen bereits die Kürassiere die Lanzen.

Offizier im Paradeuniform aus dem Kürassier-Regiment von Driesen (Westfälisches) Nr. 4 VII. (Münster). Vor 1914. Nach einem originalen Foto.

Waffen - Schusswaffenj, Kartusche und Bandelier

Text

Links: Offizier aus dem Garde-Kürassier-Regiment (Berlin). Um 1835. Nach einer farbigen Lithographie von Dahl. Rechts: Offizier aus dem Garde-Kürassier-Regiment (Potsdam) im Wachanzug mit der besonderen Supraweste.

Besonderheiten beim Regiment der Gardes du Corps

Text

Kürassier im Mantel. Mit übergeschnallten Pallasch. Helm Modell M 1867.

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