Dienstalltag im Kriege in der heimatlichen Garnison - Rückführung der Fahnen
Unter dem 19.07.1915 heißt es in der Kriegschronik der Stadt Münster 1914- 18 von Eduard Schulte (S. 120): „Am Nachmittag wurden mit klingendem Spiel 24 Fahnen und Standarten aus den Heeresverbänden des VII. Armeekorps vom Bahnhof zum Königlichen Schloss gebracht. Der Stellungskrieg im Westen hat für die Verwendung der historischen Feldzeichen und Fahnen keinen Raum mehr. Unter einer Bedeckung von 120 Frontsoldaten wurden die Fahnen hierher überführt“.
Empfohlene Beiträge
Heeressoziologie
Die Stadt Münster als königlich-preußische Garnison 1815 - 1918
Nachfolgend werden die Verhältnisse in der Stadt Münster als königlich-preußische Garnison dargestellt, also die Zeit von 1815 - 1918. Es handelte sich um die militärische Zentrale der Provinz Westfalen mit zahlreichen Kommandobehörden und einer Reihe von dort stationierten Truppenteilen. Die Biographien der kommandierenden Generäle finden sich in einem separaten Beitrag. Für die einzelnen zuletzt (1914) in Münster stationierten Truppenteile wird ebenso auf die einzelnen gesonderten Beiträge in diesem Schwerpunkt verwiesen. In der Darstellung geht es auch um das Verhältnis des preußischen Militärs zur überwiegend katholischen Bürgerschaft, um die wirtschaftliche Bedeutung des Militärs für die Stadt, um die Aussöhnung der Münsteraner mit den neuen Verhältnissen vor allem nach den Einigungskriegen und die Veränderungen, welche der Erste Weltkrieg mit sich brachte.
Heeressoziologie
Kasernen (K 4)
Das Kürassier-Regiment von Driesen (Westfälisches) Nr. 4 (Beziechnung ab 1889) erreichte 1817 die neuen Standorte in Westfalen: Münster, Hamm, Dortmund und Coesfeld. Es folgte später ein Wechsel einzelner Eskadronen nach Paderborn, Neuhaus, Lippstadt, Telgte und Warendorf. Ab 1871 war das Gros des Regiments in Münster vereinigt, während die 4. Eskadron in Hamm und die 5. Eskadron in Telgte untergebracht waren. Ab 1885 standen alle Eskadronen in Münster. In der Zeit von 1833 – 1849 war das Regiment allerdings nach Schlesien und 1866 – 1870 nach Hannover abkommandiert.
Kriegsgeschichte
Münster vor und nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Aufnahmen aus einem privaten Fotoalbum.
Der Zweite Weltkrieg ging von dem verbrecherischen nationalsozialistischen Regime aus und überzog durch deutsche Soldaten bzw. sonstige Verbände (z. B. Polizei-Bataillone oder Einsatzgruppen der SS und des SD) insbesondere Europa mit Kampfhandlungen, Zerstörung, Vertreibung, Verschleppung und systematische Ermordung der Juden und anderer Bevölkerungsgruppen in Arbeits- und Konzentrationslagern. Zu den deutschen Kriegsverbrechen gehörte auch die gezielte Bombardierung ziviler Ziele, z. B. der niederländischen Hafenstadt Rotterdam am 14.05.1940 oder der englischen Industriestadt Coventry am 14.11.1940. Doch diese Kriegsgewalt kehrte mit der im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkrieges wachsenden Luftüberlegenheit der Alliierten nach Deutschland zurück und entwickelte sich zu einem systematischen Bombenkrieg gegen deutsche Städte. Auch Münster war als bedeutendes militärisches Zentrum und wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Eisenbahn - und Kanalverbindungen Ziel verheerender amerikanischer und britischer Luftschläge. Der erste Bombenangriff auf Münster erfolgte am 16.05.1940. Insgesamt wurden in der Zeit von Mitte Mai 1940 bis Ende März 1945 insgesamt 102 Luftangriffe gegen Münster geflogen, z. B. von 230 Bombern am 10.10.1943 in zwei Angriffswellen. Im Bombenhagel von zehntausenden Spreng-, Stabbrandbomben und Brandkanistern ging das historisch gewachsende Stadtbild weitgehend unter. Im Stadtkern wurde im Ergebnis mehr als 90 % der Bausubstanz vernichtet. Zum Kriegsende lebten in der Stadt nur noch 25000 Menschen, im Jahre 1940 waren es noch 140000 Einwohner gewesen. Es wird davon ausgegangen, dass die Luftangriffe ca. 1600 Menschen das Leben kosteten.