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25 Beiträge gefunden

Kriegsgeschichte

Münster vor und nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Aufnahmen aus einem privaten Fotoalbum.

Der Zweite Weltkrieg ging von dem verbrecherischen nationalsozialistischen Regime aus und überzog durch deutsche Soldaten bzw. sonstige Verbände (z. B. Polizei-Bataillone oder Einsatzgruppen der SS und des SD) insbesondere Europa mit Kampfhandlungen, Zerstörung, Vertreibung, Verschleppung und systematische Ermordung der Juden und anderer Bevölkerungsgruppen in Arbeits- und Konzentrationslagern. Zu den deutschen Kriegsverbrechen gehörte auch die gezielte Bombardierung ziviler Ziele, z. B. der niederländischen Hafenstadt Rotterdam am 14.05.1940 oder der englischen Industriestadt Coventry am 14.11.1940. Doch diese Kriegsgewalt kehrte mit der im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkrieges wachsenden Luftüberlegenheit der Alliierten nach Deutschland zurück und entwickelte sich zu einem systematischen Bombenkrieg gegen deutsche Städte. Auch Münster war als bedeutendes militärisches Zentrum und wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Eisenbahn - und Kanalverbindungen Ziel verheerender amerikanischer und britischer Luftschläge. Der erste Bombenangriff auf Münster erfolgte am 16.05.1940. Insgesamt wurden in der Zeit von Mitte Mai 1940 bis Ende März 1945 insgesamt 102 Luftangriffe gegen Münster geflogen, z. B. von 230 Bombern am 10.10.1943 in zwei Angriffswellen. Im Bombenhagel von zehntausenden Spreng-, Stabbrandbomben und Brandkanistern ging das historisch gewachsende Stadtbild weitgehend unter. Im Stadtkern wurde im Ergebnis mehr als 90 % der Bausubstanz vernichtet. Zum Kriegsende lebten in der Stadt nur noch 25000 Menschen, im Jahre 1940 waren es noch 140000 Einwohner gewesen. Es wird davon ausgegangen, dass die Luftangriffe ca. 1600 Menschen das Leben kosteten.

Kriegsgeschichte

Die Preußen kommen - Die erste Inbesitznahme Münsters durch die Preußen (1802 – 1806)

Die territoriale Situation Westfalens um die Jahrhundertwende (1800) beschreibt Kochendörffer wie folgt: "Betrachten wir eine historische Karte von Westfalen aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts, so fällt das bunte Gemisch der Länder auf, aus denen die heutige Provinz Westfalens zusammengesetzt ist und die in der Mehrzahl staatsrechtlich scharf voneinander getrennt waren: da sind die beiden geistlichen Fürstentümer Münster und Paderborn, die vor allem Westfalen das Gepräge gaben, jenes in der Hauptsache den heutigen Regierungsbezirk Münster bildend, mit dem preußischen Ostfriesland reichend, Paderborn im Osten, während des 17. und 18. Jahrhunderts mehrfach, aber nur durch die Person des gemeinschaftlichen Bischofs mit Münster verbunden, dann die preußischen "Provinzen" Mark, Minden und Ravensberg, Tecklenburg und Lingen, zum Teil räumlich von einander getrennt, auch weit entfernt von den Hauptländern der preußischen Monarchie und von deren Politik immer nur als Außenposten, als Kompensationsobjekte gewertet, ferner der kurkölnische Besitz, das Herzogtum Westfalen und Vest Recklinghausen, weiter nach Süden Siegen und die Wittgensteinischen Grafschaften, damals noch nicht zu Westfalen gehörig, und in diese kompakten Territorien eingesprengt Grafschaften z. B. Steinfurt, Rietberg, Gemen, Limburg, Dortmund, Herford, während von Norden sich wie ein Keil zwischen die preußischen Provinzen und das münsterische Ober- und Niederstift das stammverwandte Osnabrück einzwängte ...." (S. 98/99).

Heeressoziologie

IR 13 - Beerdigungen und Gräber

Deutschland hatte im Ersten Weltkrieg 1 773 700 Tote (nach anderen Quellen: 2 037 000) zu beklagen. Die deutschen Verluste verteilen sich wie folgt: Feld-/ Besatzungsheer 1 900 876, Marine 34 836, in den Kolonien 1 185. Dazu kommen noch etwa 100000 Vermissten, die als tot galten. Von den rund 281 000 Offizieren des deutschen Heeres fielen etwa 55000 (= 19 %). Die Verluste der Mannschaften – einschließlich der Unteroffiziere – ist mit ca. 14 % zu veranschlagen. Etwa 1 250 000 tote deutsche Soldaten wurden außerhalb der Heimat beerdigt, u. A. in den Kolonien 1053 deutsche Schutztruppler. Die überlieferten Verluste einzelner Regimenter waren überwiegend dramatisch.

Heeressoziologie

Dienstalltag im Kriege in der heimatlichen Garnison - Rückführung der Fahnen

Unter dem 19.07.1915 heißt es in der Kriegschronik der Stadt Münster 1914- 18 von Eduard Schulte (S. 120): „Am Nachmittag wurden mit klingendem Spiel 24 Fahnen und Standarten aus den Heeresverbänden des VII. Armeekorps vom Bahnhof zum Königlichen Schloss gebracht. Der Stellungskrieg im Westen hat für die Verwendung der historischen Feldzeichen und Fahnen keinen Raum mehr. Unter einer Bedeckung von 120 Frontsoldaten wurden die Fahnen hierher überführt“.

Heeressoziologie

Kasernen (K 4)

Das Kürassier-Regiment von Driesen (Westfälisches) Nr. 4 (Beziechnung ab 1889) erreichte 1817 die neuen Standorte in Westfalen: Münster, Hamm, Dortmund und Coesfeld. Es folgte später ein Wechsel einzelner Eskadronen nach Paderborn, Neuhaus, Lippstadt, Telgte und Warendorf. Ab 1871 war das Gros des Regiments in Münster vereinigt, während die 4. Eskadron in Hamm und die 5. Eskadron in Telgte untergebracht waren. Ab 1885 standen alle Eskadronen in Münster. In der Zeit von 1833 – 1849 war das Regiment allerdings nach Schlesien und 1866 – 1870 nach Hannover abkommandiert.

Heeressoziologie

Generaloberst v. Einem

Die Person von Generaloberst Karl Wilhelm Georg August Gottfried von Einem genannt von Rothmaler (* 1. Januar 1853 in Herzberg am Harz; † 7. April 1934 in Mülheim an der Ruhr) ist mit der Garnison Münster im besonderen Maße verbunden. Er war nicht nur bis 1895 Kommandeur des Kürassier-Regiments von Driesen (Westfälisches) Nr. 4 in Münster, sondern auch Chef des Generalstabs des VII. Armee-Korps (ab 1896) und später Kommandierender General des VII. Armee-Korps (ab 1909). Im Jahre 1914 wurde er zum Oberbefehlshaber der 3. Armee ernannt und 1915 schließlich zum Generaloberst befördert. In der Zeit von 1903 bis 1909 war er Kriegsminister gewesen. Er stand bereits dem jungen Kaiser Wilhelm II. nahe, der ihn auch stets protegierte. In den Vorbemerkungen zu den persönlichen Aufzeichnungen des Generalobersten v. Einem über seine Zeit als Armeeführer im 1. Weltkrieg bezeichnet der Herausgeber dessen fünfjährige Zeit als kommandierender General des VII: Armeekorps als „alles in allem die glücklichste Zeit seines Lebens“ (Junius Alter/ Hrgb., Ein Armeeführer erlebt den Weltkrieg. Persönliche Aufzeichnungen des Generalobersten v. Einem, Leipzig 1938, S. 22). Am 07.04.April 1934 gegen 4 Uhr morgens starb von Einem im Alter von 81 Jahren in seinem damaligen Wohnort Mühlheim an der Ruhr. Sein Grab befindet sich auf dem auf dem Zentralfriedhof , und zwar im evangelischen Feld West I. An der Beerdigung nahm auch der Sohn Oskar des im niederländischen Exil lebenden Kaisers teil.

Heeressoziologie

Die militärische Seelsorge in der königlich-preußischen Garnison Münster

Mit der Besitzergreifung des ehemaligen katholischen Fürstbistums durch die Preußen gehörte Münster zukünftig zu einem Staatsgebilde, dessen Herrscherhaus und der überwiegende Anteil der Bevölkerung protestantisch waren. Außer in Oberschlesien gab es nur in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen eine katholische Mehrheit. Hieraus erwuchsen auch in dem relativ toleranten Preußen Konflikte, die sich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts im Zeichen des Kulturkampfes noch verschärfen sollten. Der paritätische Gedanke wurde im preußischen Staat erst langsam entwickelt. Beamtenschaft und Militär waren überwiegend landfremd und zunächst noch mehrheitlich protestantisch. Für sie musste die Militärseelsorge gesichert werden.

Heeressoziologie

Zur militärischen Erinnerungskultur in Münster nach 1918

Als die münsterischen Regimenter schließlich 1918 bzw. 1919 in die heimatliche Garnison zurückkehren und beinahe vollständig aufgelöst werden, versinkt das Deutsche Reich in revolutionäre Wirren. Vor der Kulisse der Weimarer Republik beginnt die Aufarbeitung der militärischen Niederlage, die angeblich keine war („Dolchstoßlegende“), es entwickeln sich der Mythos des Frontsoldaten und eine Kultur des Erinnerns und Gedenkens.