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Die Militär-Akademie zu Münster i. W.

Nachfolgend wird ein Aufsatz zur Militär-Akademie in Münster präsentiert. Hierbei handelt es sich um eine militärische Einrichtung des Fürstbistums Münster. In den Vorbemerkungen wird die genannte Akademie kurz vorgestellt.

Zur Militär-Akademie zu Münster.

Zur Gründung der Militär-Akademie

Die Akademie wurde im Jahr 1767 ins Leben gerufen. Ihr Gründer war der bedeutende Staatsmann und aufklärerische Reformer Freiherr Franz Friedrich Wilhelm von Fürstenberg (1729–1810), der als Minister des Hochstifts in seiner Regierungsführung zunächst weitgehend freie Hand hatte und auch die Modernisierung des Militärwesens voran trieb. Auch die Gründung der Universität in Münster im Jahr 1773 ging vor allem auf seine Bemühungen zurück.

Die Akademie wurde auf dem sogenannten Malinkrodischen Hof = Mallinckrodt-Hof (Gardehotel) in Münster eingerichtet. In der Stftungs- und Schenkungsurkunde vom 08.01.1784 hieß es: "Neben einem schicklichen und Unserem Hofe anständigen Leib-Garde-Dienst war der vorzügliche Zweck dieser Einrichtung und Instituts, jungen vom Adel und auch Andern Gelegenheit zu geben, nebst Erlernung des Militair-Dienstes sich mit allerhand nützlichen, sowohl Krieges- als andern Wissenschaften und Künsten bekannt zu machen, und sie zum Dienst und Besten des Landes, so wie zu ihrem eigenen Glück wohl auszubilden, dann insbesondere, Unserem dasigen Militair-Corps eine Pflanzschule fähiger junger Offiziere zu verschaffen. Es hat auch der Erfolg gezeigt, dass dieses Institut die Militair- und andere nützliche Kenntnisse vorbereitet, vielen um eine gute Erziehung ihrer Söhne bekümmerten Eltern unter die Arme gegriffen,, und manchen jungen Menschen, sowohl im Lande als auch auswärts, den Weg zu seiner Versorgung und seinem Glück gebahnt, dann unserem dasigen Militair-Corps viele fähige Offiziere verschafft habe".

Die Reformen des vorgenannten Franz v. Fürstenberg betrafen das gesamte Militärwesen des Fürstbistums Münster. Er verfolgte das für seine Zeit fortschrittliche Ziel, eine "wehrhafte Bürgergesellschaft" zu schaffen. Diese Feststellung darf man aber nicht überzeichnen.

Vor der Gründung der Militär-Akademie wurden Offizieranwärter - junge "Cadets" - uneinheitlich und praxisfern ausgebildet. Diesem offensichtlichen Mißstand sollte die Militär-Akademie abhelfen. Mit der Einrichtung der Militär Akademie reformierte Franz v. Fürstenberg die Offiziersausbildung der Münsterschen Armee grundlegend, um dem (kleinen) stehenden münsterischen Heer ein professionell geschultes Führungspersonal zu sichern. Die Zöglinge - insgesamt 20 - 30 - gliederten sich in junge adlige und bürgerliche Kadetten. Der Dienst der Zöglige bezog sich vor allem auf die Person des Fürsten. Der moantliche Sold betrug brutto 10 Reichstahler. 1 1/3 Reichsthaler wurden für die Unterkunft, Feuer und Lich einbehalten.

Zu den Lehrinhalten der Militär-Akademie:

Die Ausbildung unterlag einem streng aufklärerischen Nützlichkeitsprinzip. Es ging nicht mehr nur um blindes Exerzieren, sondern um die systematische Vermittlung wissenschaftlicher und praktischer Fähigkeiten.

Zu den Lerninhalten gehörten:

Mathematik und Geometrie, unerlässlich z. B. für die Berechnung von Schussbahnen in der Artillerie sowie für den Festungsbau.

Kriegsbaukunst (Fortifikation) & Taktik, also insbesondere das Studium der Anlage und Belagerung von Verteidigungsanlagen.

Sprachen (Französisch) und Geografie. Letzteres war erforderlich, um Geländeformationen und für miltärische Entscheidungen strategisch besser nutzen zu können.

Praktische Führung: Junge Adelige und Offizieranwärter sollten zu "Staatsbürgern in Uniform" erzogen werden, die logisch dachten, statt rein mechanisch Befehle auszuführen. Diese Beurteilung erscheint aber überhöht.

Bekannt ist im Übrigen, dass der Exerzier- und Sprachlehrer Anton Miquel (gelegentlich Mikel) an der münsterschen Militärakademie unterrichtete. Er genoss unter anderem das Vertrauen der berühmten Fürstin Amalia von Gallitzin.

Das Schicksal der Militär-Akademie nach ihrer Gründung:

Nach den verheerenden Zerstörungen des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) lag das Münsterland wirtschaftlich am Boden. Auch die Stadt Münster hatte durch die Belagerung im Jahr 1759 - trotz oder gerade wegen ihrer Befestigungsanlgen - erhebliche Zerstörungen hinnehmen müssen. Fürstenberg musste die enorme Staatsschuld abtragen, aber er wollte das Land gleichzeitig militärisch schützen. Im Mittelpunkt seiner reformarischen Maßnahmen standen vor allem:

Die Verkleinerung des stehenden Heeres: Um die Staatskasse zu entlasten, wurden die kostspieligen Festungen (u. a. in Münster, Warendorf und Meppen) geschleift und die Kernarmee zeitweise halbiert.

Die Einführung der Losungspflicht (1766): Vor allem nachgeborene Bauernsöhne bzw. Angehörige der ländlichen Unterschichten mussten sich einem Auslosungsverfahren stellen. Wer gezogen wurde, diente maximal drei Jahre in der regulären Armee. Damit versuchte man auch die Kosten einer Anwerbung von Freiwilligen zu sparen.

Dieser Versuch der Einführung einer Art der allgemeinen Wehrpflicht hatte aber letztlich keinen Erfolg, d. h., man kehrte schließlich zu der bisherigen Anwerbung von Soldaten zurück.

Die angespannte finanzielle Situation hatte auch Folgen für die Militär-Akademie. Im Jahr 1789 gab es noch 18 Zöglinge, 1790 waren es noch 10 und 1791 nur noch 4 Schüler, so dass man ab 1792 die Akademie als faktisch aufgelöst betrachten konnte.Auch der bisherige "Gardedienst" wurde von der regulären Truppe übernommen.

Mit der Auflösung des Fürstbistums Münster in der Folge des Pariser Vertrages vom 23.05.1802 und in der Folge des sogenannten Reichsdeputationshauptschlusses aus dem Jahr 1803 und der nachfolgenden preußischen (03.07.1802) und napoleonischen Besetzung endete die Ära der eigenständigen staatlichen Existenz des Fürstbistums Münster und damit auch die landesherrlichen Militärstrukturen und in diesem Zusammenhang auch der Fortbestand der Militär-Akademie Münster.

Bahlmann, Die Militär-Akademie zu Münster i. W., in: Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst, 1894, Nr. 13.

Aufriss der Front das sogenannten Gardehotels (Krummer Timpen 24/25). Entnommen aus: Max Geisberg, Die Stadt Münster. Vierter Teil. Die Profanen Bauwerke seit dem Jahre 1701, S. 78 (1935).
Aufriss der Front das sogenannten Gardehotels (Krummer Timpen 24/25). Entnommen aus: Max Geisberg, Die Stadt Münster. Vierter Teil. Die Profanen Bauwerke seit dem Jahre 1701, S. 78 (1935).

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Generaloberst v. Einem

Die Person von Generaloberst Karl Wilhelm Georg August Gottfried von Einem genannt von Rothmaler (* 1. Januar 1853 in Herzberg am Harz; † 7. April 1934 in Mülheim an der Ruhr) ist mit der Garnison Münster im besonderen Maße verbunden. Er war nicht nur bis 1895 Kommandeur des Kürassier-Regiments von Driesen (Westfälisches) Nr. 4 in Münster, sondern auch Chef des Generalstabs des VII. Armee-Korps (ab 1896) und später Kommandierender General des VII. Armee-Korps (ab 1909). Im Jahre 1914 wurde er zum Oberbefehlshaber der 3. Armee ernannt und 1915 schließlich zum Generaloberst befördert. In der Zeit von 1903 bis 1909 war er Kriegsminister gewesen. Er stand bereits dem jungen Kaiser Wilhelm II. nahe, der ihn auch stets protegierte. In den Vorbemerkungen zu den persönlichen Aufzeichnungen des Generalobersten v. Einem über seine Zeit als Armeeführer im 1. Weltkrieg bezeichnet der Herausgeber dessen fünfjährige Zeit als kommandierender General des VII: Armeekorps als „alles in allem die glücklichste Zeit seines Lebens“ (Junius Alter/ Hrgb., Ein Armeeführer erlebt den Weltkrieg. Persönliche Aufzeichnungen des Generalobersten v. Einem, Leipzig 1938, S. 22). Am 07.04.April 1934 gegen 4 Uhr morgens starb von Einem im Alter von 81 Jahren in seinem damaligen Wohnort Mühlheim an der Ruhr. Sein Grab befindet sich auf dem auf dem Zentralfriedhof , und zwar im evangelischen Feld West I. An der Beerdigung nahm auch der Sohn Oskar des im niederländischen Exil lebenden Kaisers teil.