Uniformierung und Ausrüstung der Alten Armee - Artillerie - Feldartillerie - Sachsen
Die sächsische Feldartillerie bestand aus 8 Regimentern (FAR Nr. 12, 28, 32, 48, 64, 68, 77, 78, siehe auch nachfolgende Tabelle).
Helm
Der schwarz lackierte Helm bestand aus Leder und hatte eine Aufsatzkugel. Der Beschlag war gelb. Der Zierrat entsprach dem der sächsischen Infanterie. Die gewölbten Schuppenketten waren gewölbt. Zur Parde wurde ein schwarzer Haarbusch (aus Roßhaar) aufgesetzt. Dieser war bei den Trompetern rot.
Rechts wurde die Reichs-, links die Landeskokarde am Helm getragen. Letztere war weiß mit grünem Ring.
Der Helmüberzug zeigte die rote Regimentsnummer.
Helmzierrat
Den Helm zierte der gelbe heraldische Stern mit dem aufgelegten weißen sächsischen Wappen.
Die sächsische Artillerie trug traditionell – seit dem 18. Jahrhundert – Röcke mit (dunkel-)grüner Grundfarbe, der Rock hatte zudem schwedische Ärmelaufschläge.
Der Schnitt des Waffenrockes entsprach dem der Infanterie.
Der Kragen des Waffenrockes war abgerundet.
Der Kragen, die Ärmelaufschläge und die Schwalbennester (der Trompeter) waren von ponceau-rotem Tuch.
Der Waffenrock hatte vorn herunter und herum, um die Schöße und an den Taschenleisten rote Vorstöße.
Die Schulterklappen waren dunkelgrün und hatte ebenso ponvceau-rote Vorstöße. Sie zeigten eine siebenflammige Rundgranate und die Regimentsnummer in rot.
Die Knöpfe waren von Tombak und die glatten Tressen waren golden.
Der Tressenbesatz der Schwalbennester war silbern bzw. golden (bei FAR 38).
Die Banderole der Trompeten war dunkelgrün mit gleichfarbigen Quasten.
Besonderheiten
Einige Formationen hatten auf den Schulterklappen besondere Namenszüge, und zwar das 1. sächsische Feldartillerie-Regiment Nr. 12 und das 3. sächsische Feldartillerie-Regiment Nr. 32.
Das 2. sächsische Feldartilleire-Regiment erhielt am 19.06.1914 den Namenszug seines neuen Chefs (= Kaiser Nikolaus II. von Rußland).
Feldmütze
Die Mütze bestand aus dunkelgrünem Tuch und hatte einen ponceau-roten Besatzstreifen und Vorstöße um den Deckelrand.
Mantel
Der Mantel bestand aus grauem Tuch und hatte Schulterklappen wie am Waffenrock.
Am Kragen des Mantels (und an der Litewka) wurden ponceau-rote Patten gezeigt.
Bein- und Fußbekleidung und Lederzeug
Die Bein- und Fußbekleidung entsprach dem der preußischen Feldartillerie.
Das Lederzeug war schwarz.
Das Säbelkoppel war zum Überschnallen und wurde durch ein Leibriemenschloß wie bei der Infanterie geschlossen.
Uniform der Unteroffiziere
Die Uniform der Unteroffiziere hatte die üblichen Abzeichen dieser Chargengruppe, insbesondere goldene glatte Tressen.
Offiziersuniform
Die Uniform der Offiziere entsprach in ihren Besonderheiten der der preußischen Offiziere der Feldartillerie, war also insbesondere aus besserem Tuch gefertigt.
Laut Wolfgang Friedrich (Die Uniformen der Königlich-Sächsischen Armee 1867-1918, Dresden 1996) wurden von den Offizieren am Waffenrock goldene Schuppenepauletten (wie die Garde-Reiter) getragen.
Die Beschläge am Helm waren vergoldet.
Die Offiziere hatten ferner ein Bandolier und eine Kartusche wie die Kavallerieoffiziere.
Das Bandolier war mit Goldtresse besetzt und hatte eine rote Unterlage.
Die Paradedecke der Offiziere entsprach im Schnitt der der preußischen Dragoner, war aber dunkelgrün mit rotem Vorstoß und Besatzstreifen
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