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Uniformierung und Ausrüstung der Alten Armee - Kavallerie - Kürassiere - Der Helm des Regiments der Gardes du Corps bzw. Garde-Kürassier-Regiments

Angehörige des Regiments der Gardes du Corps im Koller mit Paradehelm. Gut zu sehen ist auch besondere Ringkragen dieser elitären Einheit. Zeitgenössische Fotokarte. Undatiert. Fotograf: Fr. Schüler/ Potsdam.
Angehörige des Regiments der Gardes du Corps im Koller mit Paradehelm. Gut zu sehen ist auch besondere Ringkragen dieser elitären Einheit. Zeitgenössische Fotokarte. Undatiert. Fotograf: Fr. Schüler/ Potsdam.

Die Kürassiere trugen (seit 1843) grundsätzlich Helme von hellpolierten Eisen mit messingenem Beschlag und gewölbten Schuppenketten.

Offizier des Garde-Kürassier-Regiments im blauen Waffenrock. Gut zu sehen ist der entsprechende Offiziershelm. Originale KAB. Atelier Victoria/ Berlin.
Offizier des Garde-Kürassier-Regiments im blauen Waffenrock. Gut zu sehen ist der entsprechende Offiziershelm. Originale KAB. Atelier Victoria/ Berlin.

Das Regiment der Gardes du Corps trug allerdings wie das Garde-Kürassier-Regiment und das Kürassier-Regiment Nr. 6 Helme und Schuppenketten von Tombak und Beschlag von Neusilber.

Garde du Corps oder Garde-Kürassier in Paradeunform. Originales Foto (KAB). Keine  Angaben zum Fotografen bzw. Ort..
Garde du Corps oder Garde-Kürassier in Paradeunform. Originales Foto (KAB). Keine Angaben zum Fotografen bzw. Ort..

Der Helm der vorgenannten Einheiten folgte aber auch der Entwicklung des Kürassierhelmes an sich.

Ab dem Jahr 1853 wurde der Vorderschirm des Helmes innen angenietet.

Mit dem am 07.10.1862 eingeführten Modell wurde der Helm leichter.

In diesem Zusammenhang entfielen auch die bisherigen heraus stehenden Schrauben und wurden durch Schlitzschrauben ersetzt.

Kommandeur des Garde-Kürassier-Regiments (Oberst v. Rothkirch und Panthen) in Paradeuniform
Kommandeur des Garde-Kürassier-Regiments (Oberst v. Rothkirch und Panthen) in Paradeuniform

Im Jahre 1867 wurde neues ein niedrigeres und erneut leichteres Helmmodell eingeführt.

Garde-Kürassier im Koller mit Paradehelm. Fotograf: Höffert/ Berlin.
Garde-Kürassier im Koller mit Paradehelm. Fotograf: Höffert/ Berlin.

1889 kam ein neuer Helm zur Einführung, dessen Vorderschirm nur einmal gebogen war. Auch entfiel der rückseitige Grad über den Hinterkopf, nicht aber bei den Offizieren.

Die Schuppenketten wurden durch nun durch einen Messingknopf und nicht wie bisher durch Rosetten gehalten.

Angehöriger des Garde-Kürassier-Regiments im Dienstanzug. Fotograf: Euen/ Berlin.
Angehöriger des Garde-Kürassier-Regiments im Dienstanzug. Fotograf: Euen/ Berlin.

Ab dem 22.03.1897 trat die Reichs- neben der Landeskokarde, letztere wurde nun links montiert.

Die Helmschirme waren (innen) lackiert, und zwar vorn grün und hinten schwarz.

Gardes du Corps im Gala-Wachanzug mit Supraweste und Paradehelm..Die Suprawesten wurden seit 1843 zur Hofgala von den Wachmannschaften über dem weißen Koller getragen.
Gardes du Corps im Gala-Wachanzug mit Supraweste und Paradehelm..Die Suprawesten wurden seit 1843 zur Hofgala von den Wachmannschaften über dem weißen Koller getragen.

Die beiden Gardeformationen führten zum Helm als Paradestück an Stelle der Scheibe und Spitze einen gekrönten Adler von Neusilber mit ausgebreiteten Flügeln.

Die Krone des versilberten Adlers war bei den Offizieren vergoldet.

Der Adler stand auf derselben Platte wie die sonstige Spitze. Bei den Offizieren war es das Kreuzblatt.

Garde-Kürassier in Paradeuniform. Originales Foto (KAB) Fotograf: C. Euen/ Berlin.
Garde-Kürassier in Paradeuniform. Originales Foto (KAB) Fotograf: C. Euen/ Berlin.

Als Helmzierat diente im Übrigen ein neusilberner Garestern mit dem umlaufenden Devisenband: Mit Gott für König und Vaterland 1860 und einem Medaillon.

Das Medaillon bestand aus Kupfer, darauf war schwarzer Adler zu sehen. Um das Medaillon war die Inschrift "suum ciuque" angebracht.

Garde-Kürassier im Paradeanzug. Fotograf: Otto Hofmann/ Berlin.
Garde-Kürassier im Paradeanzug. Fotograf: Otto Hofmann/ Berlin.

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Organisation

Die Entwicklung und Organisation der einzelnen Waffengattungen des Reichsheeres vor dem (Ersten) Weltkrieg

Seit der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Infanterie als die Hauptwaffe angesehen. 1688 umfasste die preußische Armee insgesamt 16 Regimenter zu Fuß, 1713 waren es 20, 1740 zählte man 32 und 1786 bereits 55 Feldregimenter der Infanterie1. Im unheilvollen Jahr 1806 gehörten 60 Infanterie-Regimenter und 24 Füsilier-Bataillone sowie das Feldjäger-Regiment zu Fuß zur altpreußischen Armee2. In der Konfrontation mit den Truppen des jungen französischen Kaiserreichs gingen die meisten dieser Einheiten unter, nur die Regimenter Nr. 2, 8, 11, 14, 16, 42, 52 und 58 überdauerten die Katastrophe als geschlossene Truppenkörper. Die im Grunde vollständige Niederlage der altpreußischen Armee war Anlass für eine - eingebettet in grundlegende politische Umwälzungen - umfassende Heeresreform3. Aus den vorgenannten vor allem ostpreußischen Infanterie-Regimentern und Resten anderer Einheiten entstanden zunächst 4 ostpreußische, 2 westpreußische und 2 pommersche Regimenter, später folgten 2 brandenburgische Infanterie-Regimenter und 1 schlesisches Infanterie-Bataillon. Laut dem französischen Diktat vom 01.01.1809 durfte die preußische Armee nur noch 10 Infanterie-Regimenter mit zusammen maximal 22000 Mann ausschließlich der Garde umfassen. Ungeachtet der teilweisen französischen Besetzung preußischen Staatsgebietes und hoher Reparationszahlungen wurde der Wiederaufbau des Heeres trotz denkbar knappster Mittel vorangetrieben und ermöglichte letztlich den erfolgreichen Befreiungskampf 1813/15 gegen das kaiserliche Frankreich unter Napoleon I. Das Wehrgesetz vom 03.09.1814 stellte in Fortbildung des Entwurfs zur Ausführung der Konskription in den preußischen Staaten vom 05.02.1810 die allgemeine Wehrpflicht aller Staatsangehörigen ab dem 20. Lebensjahr fest und strukturierte die bewaffnete Macht in das stehende Heer, die Landwehr des 1. und 2. Aufgebotes und den Landsturm4. Seit dem 25.03.1815 führten die ehemaligen Reserve-Regimenter Nr. 1 bis 12 die Bezeichnung als Infanterie-Regimenter Nr. 13 bis 24 und bis Ende 1815 zählte die Linien-Infanterie - auch durch Übernahme ehemals schwedisch-pommerscher, nassauischer usw. Truppen – insgesamt 36 Regimenter. 1818 (30.03.) entstanden die Regimenter Nr. 33 bis 36 bzw. 1820 (12.02. bzw. 12.03.) teilweise durch Umwandlung die Regimenter Nr. 33 bis 40 zu je zwei Bataillonen5. Dieser Stand blieb für eine längere Zeit unverändert.