Organisation- und Uniformierung der altpreußischen Armee 1786 - 1806 - mit Zeichnungen des Verfassers.
In Bearbeitung.
Anmerkungen zum Regierungswechsel von Friedrich dem Großen zu Friedrich Wilhelm II.
Am 17.08. 1786 starb Friedrich der Große in Sanssouci und wurde in der Potsdamer Garnisonkirche beigesetzt. Seinem Nachfolger hinterließ er ein erprobtes Heer.
Sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm II., hatte sich im Bayerischen Erbfolgekrieg (1778/ 1779) bewährt, aber er hatte nicht das Format seines Onkels.
Hierzu äußert sich der Historiker Ranke wie folgt: (zitiert nach: Hans-Joachim Schoes, Preussen. Geschichte eines Staates, Berlin 1966, S. 101): "Persönlich konnte eine größere Veränderung kaum gedacht werden, als die, welche mit dem Regierungswechsel von 1786 eintrat. An die Stelle Friedrichs, der nichts kannte als die Geschäfte seiner Regierung, die er zurückgezogen, fern von jeder Beziehung, die eine Einfluss hätte ausüben können, verwaltete fast ohne ein bedürfnis für sich selbst, denn er machte keinen Aufwand - sein Körper, schon lange durch die Mühseligkeiten der Kriegsjahre angegriffen und erschöpft, war endlich in sich selbst zusammengebrochen, als er dem Geist, der ihn belebte, nicht mehr dienen konnte - trat ein junger Monarch in der Blüte seiner Jahre, von imponierender Gestalt, der zwar herrschen und seine Pflicht erfüllen, aber auch das Leben genießen wollte; er hatte sich in Liebenshändel und sehr anstößige Verhältnisse verstricken lassen. An Stelle der kalten Skepsis hegte der Nachfolger religiöse Ideen mit einer starken Neigung zur mystischen Schwärmerei".
Dennoch war der neue König um Verbesserungen bemüht.
Laut Paul von Schmidt (Der Werdegang des Preussischen Heeres, Berlin 1902, S. S. 170 ff.) wurden die erkannten Mängel im Heerwesen bereits in einem königlichen Erlass vom 17.02.1787 angesprochen, insbesondere die Mißbräuche im Ersatzwesen bzw. der Listenbetrug.
Die Oberaufsicht über das Heerwesen übernahm ein Ober-Kriegs-Kollegium, welches sich aus bewährten Offizieren zusammen setzte. Zunächst sollte das Kantonwesen reformiert werden.
Die Zuständigkeit für die Anwerbung der Ausländer wurde wieder in die Kompetenz der Kompanie-Chefs gelegt.
Die Etats der Beurlaubten wurden für alle Regimenter gleichmäßig festgesetzt.
Das zahlenmäßige Verhältnis zwischen den Inländern und den Ausländern in den Kompanien bzw. Schwadronen wurde neu bestimmt.
Am 12.02.1792 wurde ein revidiertes Kanton-Reglement erlassen. Immer noch bestanden in Bezug auf die eigentlich allgemeine Wehrpflicht sehr viele Ausnahmen. Die Dienstzeit wurde auf 20 Jahre begrenzt.
In der Organisation der Infanterie, Kavallerie usw. traten verschiedene - weiter unten behandelten - Änderungen ein.
In diesem Zusammenhang ist insbesondere die Schaffung einer stark vermehrten leichten Infanterie in Form der Füsilier-Bataillone zu erwähnen.
Das Ingenieurkorps wurde stark vermehrt.
Ferner wurden zahlreiche Militär-Bildungsanstalten geschaffen, z. B. die Ingenieur-Akademie (Potsdam), die Militär-Akademie, die Artillerieschule, eine Kadettenschule in Kalisch, eine militärärztliche Bildungsanstalt in Berlin (Pepiniere) und eine Tierarzneischule.
Anmerkungen zum Regierungswechsel von Friedrich Wilhelm II. zu Friedrich Wilhelm III.
Text
Im Jahre 1806 kommt es dann zur Konfrontation zwischen dem postfriderizianischen Preußen und dem jungen französischen Kaiserreich. Diese Auseinandersetzung soll für die angesehene Militärmacht Preußen zum bitteren Lehrstück werden. Als sich in dem besagten Jahr die Kriegsgefahr verdichtet und der Konflikt zwischen Frankreich und Preußen abzuzeichnen beginnt, sind Österreich und Russland bereits geschlagen. Nun steht Preußen allein auf dem Schlachtfeld, halbherzig unterstützt von Sachsen. König Friedrich Wilhelm III. hat sich nur schwer für einen Waffengang entscheiden können und bis zuletzt auf eine diplomatische Lösung gehofft. Die preußische Kriegserklärung ist auch auf das Drängen der erstarkten Kriegspartei im Lande zurückzuführen, der sowohl ranghohe Militärs als auch Politiker, sowie bedeutsame gesellschaftliche Personen und auch Angehörige der königlichen Familie angehören.
Am 09.08.1806 ergingen die Befehle zur Mobilmachung, allerdings wurde nur ein Teil der Armee mobil gemacht. Insgesamt zählten die mobile Armee 7 Korps, welche 147290 Kombattanten und 16723 Nichtkombattanten (Gesamtzahl: 164013 Mann) umfassten. Ein großer Teil der Feldtruppen blieb nur zur Disposition, d. h. überwiegend ohne nähere Verwendung. Diese nicht genutzte Streitmacht waren 23 Bataillone, 45 Eskadrons und 25 Feldbatterien, insbesondere ostpreußische und Warschauer Truppenteile.
Die Geschichte des sich nun entwickelnden unglücklichen Feldzuges soll an dieser Stelle nicht aufgezeigt werden, insoweit wird auf den Beitrag: Napoleon und Preußen - Betrachtungen über den Untergang der altpreußischen Armee im Jahr 1806 verwiesen.
Der Bestand der Armee im Jahr 1786.
Die Armee umfasste nach Jany (Geschichte der Preußischen Armee, Bd. III., S. 134) im Zeitpunkt des Todes Friedrichs II.
an Infanterie
141 Bataillone (einschließlich der 32 Grenadierbataillone) mit 111730 Mann,
das Regiment Fußjäger mit 1302 Mann,
3 Regimenter leichte Infanterie mit 4899 Mann,
an Kavallerie
133 Eskadrons Kürassiere und Dragoner mit 22849 Mann,
100 Eskadrons Husaren und Bosniaken mit 15109 Mann,
sowie reitende Feldjäger mit 176 Mann
und ferner Husarenkommandos mit 26 Mann,
ferner
das Feldartilleriekorps mit 9746 Mann,
die Garnisonregimenter mit 37 Bataillonen mit 26298 Mann,
die Garnisonartillerie mit 13 Kompanien und einem Kommando in Brieg mit 1761 Mann,
die Mineurs mit 4 Kompanien mit 484 Mann,
die Pontonniers mit 29 Mann und
die Stämme der Landregimenter (4) mit 429 Mann.
Stärke der Armee im Jahre 1797
Beim Tode König Friedrich Wilhelms II. (* 25.09.1744 in Berlin; † 16.11.1797 im Marmorpalais in Potsdam) zählte die Armee:
Infanterie
(Schwere) Infanterie (einschließlich der Gardeformationen) mit 123 423 Kombattanten und 1007 Nichtkombattanten
dazu die 3. Musketier-Bataillone mit 31136 Kombattanten und 224 Nichtkombattanten
dazu das Regiment Fußjäger mit 1623 Kombattanten und 19 Nichtkombattanten
dazu die (24) Füsilier-Bataillone mit 16512 Kombattanten und 144 Nichtkombattanten
Kavallerie
Kürassiere mit 10782 Kombattanten und 248 Nichtkombattanten
Dragoner mit 12037 Kombattanten und 254 Nichtkombattanten
Husaren mit 14736 Kombattanten und 249 Nichtkombattanten
sowie die Bosniaken mit 1551 Kombattanten und 26 Nichtkombattanten
sowie den Tatarenpulk mit 572 Kombattanten und 15 Nichtkombattanten
sowie die (2) Husarenkommandos) mit 25 Kombattanten
sowie das Reitende Feldjägerkorps mit 175 Kombattanten und 1 Nichtkombattant
Technische Truppen
Feldartillerie-Regimenter (4) mit 8172 Kombattanten und 52 Nichtkombattanten
sowie ein (9.) Bataillon Feldartillerie mit 1018 Kombattanten und 5 Nichtkombattanten
sowie 5 reitende Kompanien mit 1007 Kombattanten und 5 Nichtkombattanten
Pontonnierkorps mit 143 Kombattanten
Festungsartillerie (15 Kompanien und 1 Kommando) mit 2033 Kombattanten und 55 Nichtkombattanten
Mineure (4 Kompanien) mit 440 Kombattanten und 4 Nichtkombattanten
Sonstiges
Provinzial- (15) und Regiments-Invaliden-Kompanien (56) mit 5697 Kombattanten
Damit zählte die gesamte Armee 231081 Kombattanten und 2308 Nichtkombattanten. Einige Formationen befanden sich gerade in Aufstellung, und zwar 1 Infanterie-Regiment, 3 Füsilier-Bataillone, 14 Eskadrons und die Garnisonartillerie-Kompanie in Thorn.
Verteilung der Armee im Jahre 1806
Nach Paul von Schmidt (Der Werdegang des Preussischen Heeres, Berlin 1902, S. 193) verteilte sich die preußische Armee im Jahr 1806 wie folgt:
I. Infanterie
Potsdamsche Inspektion
2. Grenadier-Bataillone, Regiment Garde, Bataillon Grenadier-Garde, 2 Regimenter
Berlinische Inspektion
3 Grenadier-Bataillone, 6 Regimenter
Märkische Inspektion
2 Grenadier-Bataillone, 4 Regimenter, Feldjäger-Regiment (York)
Magdeburgische Inspektion
2 Grenadier-Bataillone, 5 Regimenter, 3 Füsilier-Bataillone
Pommersche Inspektion
2 Grenadier-Bataillone, 2 Regimenter
Ostpreußische Inspektion
3 Grenadier-Bataillone, 6 Regimenter, 6 Füsilier-Bataillone
Westpreußische Inspektion
3 Grenadier-Bataillone, 6 Regimenter
Südpreußische Inspektion
2 Grenadier-Bataillone, 2 Regimenter
Warschauer Inspektion
2 Grenadier-Bataillone, 5 Regimenter, 6 Füsilier-Bataillone
Oberschlesische Inspektion
3 Grenadier-Bataillone, 6 Regimenter, Mineur-Korps
Niederschlesische Inspektion
2 Grenadier-Bataillone, 5 Regimenter, 6 Füsilier-Bataillone
Westphälische Inspektion
2 Grenadier-Bataillone, 5 Regimenter, 3 Füsilier-Bataillone
Fränkische Inspektion
1 Grenadier-Bataillon, 2 Regimenter, Besatzungen von Plassenburg und Würzburg
II. Kavallerie
Märkische Inspektion
Regiment Gens d`armes, 1 Kürassier-, 1 Dragoner-, 1Husaren-Regiment
Magdeburgische Inspektion
4 Kürassier-Regimenter
Pommersche Inspektion
1 Kürassier-, 3 Dragoner-, 1 Husaren-Regiment
Preußische Inspektion
1 Kürassier-, 7 Dragoner-, 3 Husaren-Regimenter
Oberschlesische Inspektion
2 Kürassier-, 3 Husaren-Regimenter
Niederschlesische Inspektion
2 Kürassier-, 2 Dragoner-, 1 Husaren-Regiment
Inspektion der Towarczys
Regiment und Bataillon Towarczys, 1 Regiment Dragoner
Jäger-Korps zu Pferde
Artillerie-Inspektion
4 Regimenter Fuß-Artillerie, 1 Regiment reitender Artillerie, Festungs-Artillerie Neisse, Graudenz, Magdeburg, Glatz, Stettin, Cüstrin, Cosel, Hameln, Schweidnitz, Breslau, Pillau, Glogau, Silberberg, Colberg, Brieg, Danzig, Plassenburg.
Pontonier-Korps
Ingenieur-Korps: 2 Brigaden
Neuorganisation der Armee ab 1787 - Infanterie
Unter König Friedrich Wilhelm II. wurde die Organisation der Infanterie geändert. Die Unterscheidung zwischen Regimentern zu Fuß und Füsilier-Regimentern hörte auf.
Ab 1787 (KO v. 27.02.) gliederten sich die Infanterie-Regimenter in je 1 Grenadier- und 2 Musketier-Bataillone. Diese hatten alle jeweils 4 Kompanien.
Ihr Etat betrug ohne Unterschied 12 Unteroffiziere und 140 Gemeine. Von den Letzteren waren 8 sogenannte Überkomplette. Ein Bataillon hatte 176 Rotten. Die märkischen Regimenter waren zahlenmäßig ein wenig stärker. Zu jedem Bataillon gehörten auch 12 Zimmerleute. Diese bedienten auch die Kanonen der Bataillone. Deshalb hießen sie ab 1788 auch Regimentsartilleristen. Zu ihnen gehörte auch ein Artillerieunteroffizier. Dieser war aber nur während der Exerzierzeit abkommandiert.
Die Pfeifer fielen fort. Nun hatte jede Kompanie nur noch 3 Tambours.
Jedes Bataillon bekam seinen eigenen Kommandeur.
Zum Unterstab eines Regiments gehörten 1 Regimentsquartiermeister, 1 Prediger, 1 Auditeur, 1 Regimentsfeldscherer, 1 Büchsenmacher, 1 Büchsenschäfter, 1 Profos.
Ab 1787 (KO v. 03.03.) erhielt jede Kompanie 10 Schützen mit gezogenen Bajonettgewehren. Dies waren ausgesuchte Leute, die für die Laufbahn des Unteroffiziers prädestiniert waren. Hieraus folgte eine zahlenmäßige Verstärkung der Regimenter, außer bei den sowieso schon stärkeren (12) Regimentern mit Augmentation. Jetzt waren bei jeder Kompanie grundsätzlich 10 Schützen und 140 Gemeine.
Das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Ausländern und Inländern wurde neu geregelt. Bei jeder Kompanie sollten es 76 bzw. 96 Kanonisten sein. Dabei wurden Soldatensöhne und der Ersatz, der aus eigentlich kantonfreien Städten stammte, als Ausländer geführt.
Damit hatte jedes Regiment 912 bzw. 1128 Inländer.
Außerhalb der Exerzierzeit waren 76 bis 77 Mann beurlaubt. Darunter durften auch 2 Unteroffiziere sein.
Mit KO vom 27.02.1787 wurden sogenannte Füsilier-Bataillone errichtet, die als leichte Infanterie eingesetzt werden sollten. Sie sollten bei Kämpfen in Wald- oder Berggebieten zum Einsatz kommen, auch die Verwendung als Vorposten oder Marschsicherung sollte zu ihren Aufgaben gehören.
Schon 1783 hatte sich Friedrich der Große zur Errichtung von Frei-Regimentern auch im Frieden entschlossen.
Für die Errichtung der Füsilier-Bataillone wurden u. A. die vorhandenen drei leichten Infanterie-Regimenter, die verbliebenen stehenden Grenadier-Bataillone usw. verwendet. Auch ausgewählte Kompanien der Garnison-Regimenter gingen in dieser neuen Variante der Infanterie auf.
Jedes Füsilier-Bataillon gliederte sich in 4 Kompanien. Der Etat eines Bataillons umfasste 19 Offiziere, 48 Unteroffiziere, 13 Spielleute (u. A. Hornisten), 80 Gefreite, 440 Gemeine, dazu 40 Überkomplette.
Zum Unterstab hörten 1 Auditeur und Bataillonsquartiermeister, 4 Feldscherer (darunter 1 Bataillonsfeldscher) und1 Büchsenmacher und Schäfter.
Dazu kamen 40 Schützen.
Im Kriegsfall sollten die Füsilier-Bataillone auch Geschütze erhalten, die aber von Artilleristen bedient werden sollten.
Die Kompanien der Füsilier-Bataillone setzten sich aus 90 Inländern (Kantonisten) und 75 Ausländern zusammen.
Erstere kamen aus dem Kantons der Infanterie-Regimenter. Es sollten kleinere Leute sein.
Außerhalb der Exerzierzeit fanden wie bei der (schweren) Infanterie Beurlaubungen statt, und zwar 2 Unteroffiziere und 60 Mann.
Die Füsilier-Bataillone führten den Namen ihrer jeweiligen Chefs. Die in den Stammlisten benutzten Nummern waren nicht offiziell in Gebrauch.
Zunächst wurden 20 Füsilier-Bataillone errichtet.
Änderung in der Organisation der Infanterie nach 1797
Text
Änderung der Uniformierung der Infanterie unter König Friedrich Wilhelm II. von Preußen
König Friedrich Wilhelm II. reformierte auch die Uniformierung.
Diese Veränderung betraf auch die Kopfbedeckungen, so wurden die bisher getragenen Hüte, die Grenadier- und Füsiliermützen abgeschafft und durch einen zweiklappigen Hut ersetzt. Dieses "Casquet" hatte rund geschnittene Krempen, die weiß eingefasst und durch Schnüre am Hutkopf befestigt waren. Die Krempen konnten bei schlechtem Wetter herunter gelassen werden. Auf der vorderen Krempe befand sich ein Zierrat aus Messing, nämlich bei den Musketieren ein verschlungener königlicher Namenszug, bei den Grenadieren eine Granate und bei den Füsilieren ein fliegender Adler.
Die Füsiliere waren aber nunmehr eine Art leichter Infanterie. Hutkordons waren nicht mehr vorgesehen, aber bei den Musketieren ein Hutbüschel und bei den Grenadieren ein weißer Stutz. Der Zopf wurde verkürzt.
Änderung der Uniformierung der Infanterie unter König Friedrich Wilhelm III. von Preußen
Friedrich Wilhelm III. (* 03. 08.1770 in Potsdam; † 07.06.1840 in Berlin) trat im Jahr 1797 die Regentschaft an und veränderte wiederum die Uniformierung.
So wurden die bisherigen zweiklappigen Hüte abgeschafft und die bisherige dreieckige Hutform (3) wieder eingeführt, allerdings in modischer Abänderung, d. h., der Hut war nicht mehr so flach wie vorher. Der nunmehrige Hut hatte jetzt Hutbüschel und Kordons in den alten Regimentsfarben.
Der Zopf war wurde erneut gekürzt und auch das Pudern der Haare geschah nun noch für Paradezwecke.
Preussische Armee-Uniformen unter der Regierung Friedrich Wilhelms III. Königs von Preussens. Originale Kupferstichserie, Potsdam 1799 (Horvath). Infanterie-Regimenter (nicht vollständig)
Für die Grenadiere wurde eine neuartige Mütze geschaffen. Diese hatte vorn ein schwarzes Lederschild, welches eine Einfassung aus schwarzer Wolle und ein Messingschild aufwies. Letzteres schmückte der preußische Adler. Darüber war eine Granate angebracht. Der eigentliche Kopfteil aus schwarzem Filz war niedriger und mit einer Borte in den Regimentsfarben versehen. Links wurde ein weißer Federbusch getragen.
Die Uniformierung der Füsilier-Bataillone ab 1787
Text
Preussische Armee-Uniformen unter der Regierung Friedrich Wilhelms III. Königs von Preussens. Originale Kupferstichserie, Potsdam 1799 (Horvath). Füsilier-Bataollone.
Änderungen in den Uniformen der Offiziere der Infanterie 1787 - 1806
Text
Das Regiment Fußjäger und die reitenden Feldjäger ab 1787
Das Regiment Fußjäger umfasste nach wie vor 10 Kompanien.
Der Etat der Einheit umfasste 42 Offiziere, 100 Oberjäger, 10 Waldhornisten, 1200 Jäger, also 1352 Kombattanten.
Im Falle eines Krieges kamen auch noch Knechte dazu (94 Knechte und 4 Artillerieknechte). Diese waren vor allem für die Patronenwagen zuständig.
Ferner wurde bei Mobilmachung ein Depot zurück gelassen.
Das Jäger-Regiment suchte sich seinen Ersatz aus den Söhnen der Unterförster aus. Diese waren der Einheit obligat. Aus diesem Grunde waren jährlich Listen der ausgebildeten Jäger einzureichen. Der Dienst beim Jäger-Regiment war sehr begehrt. Dies hatte auch darin seinen Grund, dass nach der Beendigung der Dienstzeit ein Anspruch auf Anstellung im königlichen Forstdienst entstand.
Die Garnisonformationen und Landregimenter
Noch zu erwähnen ist die veränderte Organisation der Garnison- und Land-Regimenter.
Die Garnison-Regimenter hatten bereits ausgewählte Kompanien zur Formierung der neu geschaffenen Füsilier-Bataillone abgegeben.
Mit dem 14.02.1788 wurden die bisherigen Garnison-Regimenter/ - Bataillone gänzlich aufgehoben.
Zum 01.06. dieses Jahres sollten jedem Infanterie-Regiment - außer bei den Gardeformationen und dem Bataillon Troschke (No. 50) - ein sogenanntes Depot-Bataillon geschaffen werden.
Diese zählten 12 Offiziere, 27 Unteroffiziere, 6 Tambours, 330 Gemeine und 3 Feldscherer umfassen.
Die Mannschaft der jeweils 3 Kompanien sollte sich in 76 Kantonisten und 55 Ausländern aufteilen.
Die Löhnung entsprach der der Infanterie.
Im Falle eines Krieges wurden die Depot-Bataillone verstärkt, teilweise durch Aushebungen im Kanton, teilweise durch Anwerbungen.
Die bisherigen Land-Regimenter sollten im Laufe der Zeit eingehen.
Bestand an Kürassier-Regimentern und Änderungen in der Organisation derselben ab 1787
Der Bestand an Kürassier-Regimentern blieb wie bisher: Nr. 1 bis Nr. 13 (Garde du Corps).
Nr. | Name im Jahre 1806 | Standort | Errichtet |
1 | Graf Henkel | Breslau | 1666 |
2 | Beeren | Beeren | 1666 |
3 | Leibregiment | Schönebeck | 1672 |
4 | Wagenfeld | Warschau | 1674 |
5 | Bailliodz | Treptow an der Rega | 1683 |
6 | Quitzow | Aschersleben | 1689 |
7 | Reitzenstein | Salzwedel | 1688 |
8 | Heising | Ohlau | 1689 |
9 | Holzendorff | Oppeln | 1691 |
10 | Gensdarmes | Berlin | 1691 |
11 | Leibkarabiniers | Rathenow | 1691 |
12 | Bünting | Ratibor | 1704 |
13 | Garde du Corps | Potsdam | 1740 |
Durch eine Instruktion vom 06.03.1787 wurde der Etat der Kürassier-Regimenter wie folgt festgelegt:
37 Offiziere, 80 Unteroffiziere, 11 Trompeter, 660 Gemeine, 60 Überkomplette.
Der zahlenmäßige Bestand der Kürassier-Regimenter wurde also nur geringfügig erhöht: je Eskadron um 1 Unteroffizier. Der Pauker entfiel bzw. diese Funktion sollte jetzt der Stabstrompeter übernehmen. Dies galt aber nicht für die Gensdarmes und die Garde du Corps.
Die Überkompletten waren im Frieden nicht beritten.
Die Uniformierung der Kürassiere ab 1787
Text
Preussische Armee-Uniformen unter der Regierung Friedrich Wilhelms III. Königs von Preussens. Originale Kupferstichserie, Potsdam 1799 (Horvath). Kürassier-Regimenter (nicht vollständig).Füsilier-Bataollone.
Die Uniformierung der Kürassiere ab 1797
Text
Legende zur vorherigen Abbildung
Oben links: Koller für Offiziere von K 13 aus weißem Tuch mit Abzeichen aus Samt, geschlossen durch Messinghaken. Um 1806. Quelle: Merta, Klaus-Peter, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991, S. 159.
Oben mitte: Kamisol von K 10. Um 1785. Diese Weste wurde unter dem Kollet getragen. Quelle: Merta, Klaus-Peter, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991, S. 161.
Oben rechts: Kollet und Weste von Mannschaften aus K 2 um 1785. Das Kollet wurde offen getragen. Quelle: Merta, Klaus-Peter, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991, S. 166.
Unten links: Interimsrock für Offiziere aus K 13 um 1805/06. Wurde neben dem Kollet und dem Galarock getragen. Quelle: Merta, Klaus-Peter, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991, S. 158.
Unten mitte: Karabiner-Bandelier von K 5 um 1785. Bestehend aus mit Borte geschmücktem Leder. Das Leder wurde gestrichen. Quelle: Merta, Klaus-Peter, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991, S. 173.
Unten rechts: Brustkürass der Offiziere von hinten (1731 - 86). Quelle: Heinrich Müller, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991, S. 178.
Ganz unten mittig: Schleifenbesatz von K 5 und K 9 (Tressenmusterbuch). Quelle: Merta, Klaus-Peter, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991.
Ganz unten rechts: Mannschaftsedegen (Pallasch) - Modell 1732. Quelle: Heinrich Müller, Das Heerwesen in Brandenburg und Preußen von 1640 bis 1806, Berlin 1991, S. 132.
Bestand an Dragoner-Regimentern und Änderungen in der Organisation derselben
Beim Tod Friedrichs des Großen bestanden 12 Dragoner-Regimenter. Nach 1797 kamen noch zwei weitere Formationen dazu.
Nr. | Name im Jahre 1806 | Standort | Errichtet |
1 | König von Bayern | Schwedt | 1689 |
2 | Prittwitz | Lüben | 1689 |
3 | Irwing | Friedeberg | 1704 |
4 | Katte | Landsberg a. W. | 1704 |
5 | Königin | Pasewalk | 1717 |
6 | Auer | Königsberg i. Pr. | 1717 |
7 | Baczko | Tilsit | 1717 |
8 | Esebeck | Insterburg | 1717 |
9 | Graf Herzberg | Riesenburg | 1741 |
10 | Heyking | Osterode | 1741 |
11 | Krafft | Sagan | 1741 |
12 | Brüsewitz, dann Osten | Kosten | 1742 |
13 | Rouquette | Przasnysz | 1802 |
14 | Wobeser | Münster | 1803 |
Durch eine Instruktion vom 06.03.1787 wurde der Etat der Dragoner-Regimenter wie folgt festgelegt:
37 Offiziere, 75 Unteroffiziere, 16 Trompeter, 660 Gemeine, 60 Überkomplette.
Der zahlenmäßige Bestand der Dragoner-Regimenter wurde also nur geringfügig erhöht: je Eskadron um 1 Unteroffizier. Der Pauker entfiel bzw. diese Funktion sollte jetzt der Stabstrompeter übernehmen.
Auch die Hautbois und Tambours wurden abgeschafft. Dafür erhielt jede Schwadron 3 Trompeter.
Die Überkompletten waren im Frieden nicht beritten.
Die Uniformierung der Dragoner ab 1787
Text
Preussische Armee-Uniformen unter der Regierung Friedrich Wilhelms III. Königs von Preussens. Originale Kupferstichserie, Potsdam 1799 (Horvath). Dragoner-Regimenter.
Bericht des Obersten v. Dietherdt vom Oberkiregskolligium aus August 1796 über: Bemerkungen über die etwaigen Veränderungen bei denen Dragonern, wenn S. M geruheten sie zu approbiren.
Bestand an Husaren-Regimentern und Änderungen in der Organisation derselben
Im Jahre 1806 existierten die nachfolgende aufgeführten Husarenformationen:
Nr. | Name im Jahre 1806 | Standort | Errichtet |
1 | Gettkandt | Wohlau | 1721 |
2 | Rudorff | Berlin | 1730 |
3 | Pletz | Bernstadt | 1740 |
4 | 4 Herzog Eugen von Württemberg | Namslau | 1741 |
5 | Prittwitz | Wirballen | 1741 |
6 Schimmelpfennig | Schimmelpfennig | Gleiwitz | 1741 |
7 | Köhler | Kutno | 1743 |
8 | Blücher | Stolp | 1758 |
9 | Towarczys | Tykoczyn | 1744 |
10 | Usedom | Skierniewice | 1773 |
11 | Bila | NeuAischstadt an der | 1792 |
Husarenkommando in Berlin |
| Berlin |
|
Husarenkommando in Magdeburg |
| Magdeburg |
|
Ab dem 01.09.1787 zählte ein Husaren-Regiment:
51 Offiziere, 150 Unteroffiziere, 30 Trompeter, 1320 Gemeine. Jede Husarenschwadron wurde um 4 Unteroffiziere und 2 Trompeter verstärkt.
Die Uniformierung der Husaren ab 1787
Text
Die Husaren-Regimenter sollten seit 1796 (25.06.) nur noch die weiter oben beschriebenen Filzmützen tragen, lediglich das Regiment Göckingk (Nr. 2) hatte noch Pelzmützen.
Im Jahr 1805 (18.03.) wurden aber nach russischem Vorbild Tschakos aus Filz mit einem ledernen Augenschirm eingeführt (4). Vorn befand sich eine Bandkokarde in den Regimentsfarben, nur das Husaren-Regiment Nr. 5 hatte als Zierrat einen Totenkopf. Auf dem oberen Rand war ein Büschel befestigt, darunter befand sich die Kokarde.
Um den oberen Rand des Tschakos war ein farbiger Kordon gelegt, dessen Quasten rechts herunter hingen.
Preussische Armee-Uniformen unter der Regierung Friedrich Wilhelms III. Königs von Preussens. Originale Kupferstichserie, Potsdam 1799 (Horvath). Husaren-Regimenter (nicht vollständig).
Die Uniformierung der technischen Truppen ab 1787
Text
Die Uniformierung der Generalität und Adjudanten
Text
Preussische Armee-Uniformen unter der Regierung Friedrich Wilhelms III. Königs von Preussens. Originale Kupferstichserie, Potsdam 1799 (Horvath). Generalstab, Flügeladjutanten usw.
Reglement vor die Infanterie. 06.07.1802. Oeconomische Articuln. Titel III.
Quellen
Text