Militärische Kopfbedeckungen im Wandel der Zeit - 2. Teil - Die frühe Neuzeit (1500 - 1800) - I. Das 16. und 17. Jahrhundert - mit Zeichnungen des Verfassers
Der Beitrag wird laufend ergänzt bzw. vervollständigt. Nachfolgend wird - in mehreren Teilen - vordergründig die Geschichte der militärischen Kopfbedeckungen aufgezeigt und damit gleichzeitig in einer Art Überblick auch die Geschichte des Soldaten von der Antike bis in die Neuzeit dargestellt.
Die Schweizer Söldner bestanden aus leicht bewaffneten Fußsoldaten, welche mit ihren langschäftigen Waffen (Hellebarden, Piken, Spiesse, Streithämmer) in dichten Kolonnen (Haufen) erfolgreich auch Ritterheere angriffen.
Die Schweizer Aufgebote beeinflussten durch ihre überraschenden Siege bei Grandson (1476), Murten (1476) und Nancy (1477) nachhaltig die damalige europäische Kriegsführung.
Die Ursprünge der Schweizer Söldner, welche sich im Laufe der Zeit zu einem wahren Exportschlager entwickelten, reichen aber viel weiter zurück. Teilweise wird dieser Schweizer Sonderweg mit der Aufgabe der Bewachnung der Handelswege über die Alpen begründet. Allerdings wurde aus dem "Reislaufen" (Reiseläufer = Kriegsreisende) vor allem für Angehörige ärmerer Bevölkerungsschichten ein attraktiver Nebenerwerb, bis das Engagement von Schweizern in fremden Diensten systematisch von den Kantonen organisiert wurde.
Die Blütezeit der Schweizer Söldern dauerte ab dem 15. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert. Sie waren gefürchtet, denn sie gewährten - auch gegenüber Verwundetetn - kein Pardon. Dies war offiziell von den Kantonen im Jahr 1499 beschlossen worden. Hierbei ging es vor allem um die Wahrung der Disziplin, damit sich die Kolonnen nicht vorzeitig auflösten, wenn sich die einzelnen Söldner auf die Suche von Gefangenen begaben, um anschließend ein Lösegeld zu erpressen.
Anmerkungen zum vorigen Bild.
Unter Kaiser Maximilian entstand ein neues Fussvolk. Nach Hans von Gottberg (S. 52) bestanden neben dem Reichsritterheer schon lange Söldnertruppen. Auch die Kriegsknechte und die Gehilfen der schwer gepanzerten Ritter waren im Grunde Söldner. In bzw. nach den Hussitenkriegen (1419 - 1436) entstanden die Böhmischen Knechte.
Das neue Fußvolk - ausgerüstet mit der Hellebarde oder dem Spieß - zeigte den ritterlichen Reiterheeren in blutigen Schlachten ihre Grenzen auf.
In der Folge der kriegerischen Auseinandersetzung der Eidgenossen mit den Habsburgern unter Leopold I. (Herzog von Österreich und der Steiermark, * 04.08.1290 in Wien, Herzogtum Österreich; † 28.02.1326 in Straßburg) wuchs die Bedeutung des schweizerischen Aufgebots. Die Schweizer verdingten sich später auch anderen Kriegsherrn als Söldner und entwickelten hieraus eine regelrechtes Geschäftsmodell.
Erst die Deutschen Knechte bzw. Landsknechte liefen ihnen im 16. Jahrhundert den Rang ab. Diese waren in Fähnlein zu ca. 500 Landsknechten und in Regimenter zu 6000 - 9000 Landsknechten organisiert. Ein solches Regiment wurde von einem Feldobristen aufgestellt und befehligt.
Auch die Landsknechte kämpften wie die Schweizer beim Angriff in Gevierthaufen und in der Verteidigung in massiven Gewalthaufen, die an die gewaltigen Dreiecke aller Tausendschaften (= Keile) der germanischen Heere erinnerten.
Ursprünglich entsprach die Bekleidung der Landsknechte der zivilen Mode, allerdings entwickelten die Söldner einen regelrechten Kleiderluxus, der ihr äußeres Erscheinungsbild maßgeblich beeinflusste.
Sehr früh wies die Kriegstracht - z. B. die geschlitzte und zerhauene Tracht der Landsknechte - bereits eine gewisse Gleichheit auf. Diese entwickelte sich insbesondere bei den deutschen Landsknechten zu einer farbenreichen und durch eine besondere Stofffülle geprägten Kriegstracht.
Die Landsknechte sind jedoch nicht die Erfinder der Dekorationsschlitze, sondern diese modische Erscheinung ist aus der zivilen Mode in die Soldatenkleidung gewandert. Aber diese Schlitze wurden in der Landsknechtskleidung besonders abwechslungsreich gestaltet und zeichneten den Söldner als einen individuellen Einzelkrieger aus.
Die übertriebene Kriegstracht war auch Statussymbol. In der zivilen Mode waren die Dekorationsschlitze bedeutend schlichter gehalten.
Als Kopfbedeckungen dienten Kappen, die sich zum dekorativen Federbarett entwickelten. In einem bekannten Landsknechtslied heißt es: "Vom Barette schwankt die Feder". Das Barett ist wohl italienischen Ursprungs. Es handelte sich ursprünglich um eine flache - runde oder eckige - Kopfbedeckung aus Filz, Stoff, Samt oder Seide - ohne Schirm. In der Landsknechtszeit wurde das federgeschmückte Barett immer ausladener.
Die Beinkleider waren zunächst eng und wurden dann von der Pluderhose abgelöst. Dazu wurden Bärenklauenschuhe getragen.
Anmerkungen zum vorigen Bild.
Der Feldhauptmann war ein in der Regel höherer Befehlshaber. Er befehligte ein Regiment oder sogar eine ganze Armee. Der Feldhauptmann meinte also vor allem eine bestimmte Funktion.
Der Locotenent hatte das Amt des Stellverrtreters inne. Er trägt hier beinahe eine vollständige Rüstung. Auch das Pferd ist mit einer Rüstung zum Schutz bedeckt.
Das Regiment der Landknechte unterstand dem Obristen (= Oberst). Er war auch der Gerichtsherr und musste für den Unterhalt und den Sold sowie für die Versorgung mit Proviant, Bekleidung und Ausrüstung Sorge tragen.
Die Landsknechte mussten aber für die eigene Bekleidung und Bewaffnung selbst aufkommen.
Der Hauptmann trägt neben dem klassischen federgeschmückten Barett auch eine Halbrüstung. Dies war auch erforderlich, da er in der Schlachtordnung an exponierter Stelle stand, nämlich in vorderster Reihe bei den sogenannten Doppelsöldnern.Neben dem kurzen Spieß ist er auch mit dem Katzbalger (Kurzschwert) und einem Dolch bewaffnet.
Anmerkungen zum vorigen Bild.
Die Landsknechte waren mit dem etwa 6 Meter langen Spieß bewaffnet, ähnlich wie die Schweizer Söldner.
Daneben waren Hellbarden und lange Schwerter sowie Dolche üblich.
Im Nahkampf kam der sogeannte Katzbalger zum Einsatz. Diese kurze Waffe hatte eine Klingenlänge von ca. 50 - 55 cm. Die Klinge war breit und die Parierstange häufig S-förmig.
Später erhielt der Katzbalger einen regelrechten Korb, um die die Waffe führende Hand besser zu schützen.
Die Bewaffnung der Landsknechte umfasste aber auch Streitkolben, Morgenstern, Kriegsflegeln, Spitzhammeräxte und auch Hakenbüchsen, die spezialisierte Büchsenschnützen benutzten.
Anmerkungen zum vorigen Bild.
Der oben dargestellte Landsknecht führt hier das eigentliche große Schlachtschwert mit sich, welches auch mit beiden Händen benutzt werden konnte. Deshalb wurde diese Waffe auch Bidhänder, Zweihänder oder Zweihandschwert genannt.
Es entstand im 15. Jahrhundert und wurde bis zum Ende des 17. Jahrhundert benutzt.
In der Regel hatte diese Waffe eine Länge von insgesamt 1,70 m, die Klinge war ca. 1,20 m lang.
Oft wies der Bidenhänder eine Parierstange auf und am unteren Ende der Klinge befand sich meist eine Fehlschärfe, die mitunter mit Leder umwickelt war und ein Umfassen mit der anderen Hand erlaubte.
Anmerkungen zum vorigen Bild.
Laut Martin Lezius (Vorwärts ... vorwärts. Das Buch vom deutschen Landsknecht, Leipzig o. J., S. 76) "war in die Hände des Schultheißen, der vom Feldobristen ernannt wurde, war die Ausübung der Gerichtsbarkeit und des Rechtsverfahrens gelegt. s war allgemein üblich, bei dem Zusammentritt der Landknechtsgemeinde auch eine Verständigung darüber herbeizuführe nach welchen Regeln und Gesetzen im Regiment Recht gesprochen werden sollte. Der Schultheiß sollte éin frommer und ehrbarer Mann in reiferen Jahren sein, der nicht nur Kenntnisse des bürgerlichen, sondern auch des peinlichen Rechtes hatte. "Peinlich" nannte man damals alles, was den Kopf oder den Hals eines Übertäters in Gefahr bringen konnte. Es war Bedingung, dass der Schultheiß vorher als Hauptmann musterhaft ein Fähnlein geführt und sich während dieser Zeit Kenntnisse über das Leben, die Gewohnheiten und Anschauung der Knechte erworben hatte, so dass man von ihm wohl ein gerechtes Urteil erwarten konnte".
Anmerkungen zum vorigen Bild.
Neben dem Schulzheiß (Richter) hatte der Profoß die Polizeigewalt inne. Er war dem Regiment zugeordnet und hatte auch Gehilfen.
Der Profoss war eine Art Militärpolizist und wachte über die Einhaltung der Verpflichtungen aus den Artikeln.
Zum Heer der damaligen Zeit gehörte stets ein großer Troß. Dieser diente der Verpflegung und der Versorgung, im Lager fand der An- und Verkauf der Beute statt, ebenso diente es als Verbandsplatz.
Zum Troß gehörten Trainknechte, Pferdewärter, aber auch Händler, Marketender und Soldatenfrauen und - kinder, aber auch Schankwirte und Prostituierte.
Im Lager unterstanden sie dem Lagerprofoss.
Dieser hatte für die notwendige Disziplin zu sorgen und vollzog auch Bestrafungen. Unterstützt wurde er vom Tross- oder Hurenweibel. Der Rumormeister sorgte für Ruhe und Ordnung.
Er verlangte auch von den Händlern Gebührnisse und ebenso von der untergebrachten Gefangenen Geld.
Anmerkungen zum vorigen Bild.
Der Visierhelm wurde im auslaufenden 17. und beginnenden 17. Jahrhundert bald von anderen Helmformen abgelöst, insbesondere durch die auf türkische Vorbilder zurückgehende Zischägge als eine besondere Form der Sturmhaube.
Diese bestand zumeist aus einer halbkugeligen - zwiebelartigen - Helmglocke mit einem langen geschobenen bzw. geschienten Nackenschirm und Wangenklappen sowie einem flachen Augenschirm mit verstellbarem Naseneisen. Letzteres konnte vorn mit einer Flügelschraube individuell eingestellt werden. Die runde Helmglocke wies oft (sechs) herausgetriebene Rippen auf.
Mitunter boten seitlich angebrachte größere Flügel zusätzlichen Schutz gegen Hiebe mit einer Blankwaffe.
Diese Helmform blieb zum Ende des 17. Jahrhunderts erhalten und wurde auch von der leichten Reiterei getragen.
Die vorgenannte Zischägge hatte türkische Wurzeln, wie überhaupt die kriegerische Berührung mit den Türken verschiedene Einflüsse auf die Taktik und Bewaffnung der europäischen Heere hatte. So fand z. B. auch der Säbel eine weite Verbreitung.
Anmerkungen zum vorigen Bild.
Die Infanterie trug im 17. Jahrhundert häufig nur noch den halben Harnisch, insbesondere die Pikeniere schützten sich durch Halsberge, Schulterrüstteile (Spangröls), Oberarmzeug und die zu Schössen reduzierten Beintaschen.
Dazu wurde regelmäßig - wie hier dargestellt - ein Morion oder eine blecherne Sturmhaube (Schützenhaube) getragen. Letztere findet sich weiter oben dargestellt.
Der Morion bzw. die Schützenhaube konnte gegen Hiebe mit einer Blankwaffe schützen, dazu trug der Kamm bei. Diese Kopfbedeckung konnte aber nicht gegen Beschuss helfen. In der Regel bestand ein solcher Helm aus zwei Hälften, die durch eine Bördelung oder Vernietung miteinander verbunden wurden.
Laut Heinrich Müller (Alte Helme, 74) sank die Qualität dieser Kopfbedeckungen im 17. gegenüber dem 16. Jahrhundert, wohl auch weil das Plattnerhandwerk zurück ging.
Anmerkungen zum vorigen Bild.
Unter dem bereits erwähnten Morion ist ein offener Helmtypus ohne Visier zu verstehen. Er entstand in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und hatte sich aus dem spanischen Eisenhut - Cabasset (Birnhelm) genannt – entwickelt. Teilweise wird aber auch eine umgekehrte Entwicklungslinie berichtet.
Für den Morion ist zumindest seine konisch gestaltete Form charakteristisch. Die Helmglocke war zudem von einer breiten Krempe umgeben, welche vorn und hinten nach oben gezogen war. Oft hatte der Morion einen hohen Kamm und Wangenklappen.
Morione waren mitunter mit dekorativen heraldischen oder ornamentalen Mustern bzw. Verzierungen versehen, z. B. mit einer Doppellilie und diese mitunter umgeben von einem Kranz mit Fischblasenmustern.
Die Morione von Leibgarden trugen häufig das Wappen des jeweiligen Dienstherrn und waren geschwärzt und mit vergoldeten Ätzungen versehen.
Das Futter war durch Nieten befestigt, die von außen sichtbar waren. Auch sie konnten mehr oder weniger aufwendig gestaltet - z. B. bedeckt mit Löwenköpfen aus Messing (Heinrich Müller, Alte Helme, 64) - sein.
Anmerkungen zum vorigen Bild.
Im Verlauf der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert ist eine Entwicklung hin zu einer einheitlichen militärischen Bekleidung zu beobachten (Förster/ Hoch/ Mülle, Uniformen europäischer Armeen, S 54). Die Fußtruppen differenzierten sich in diesem Zeitraum insbesondere in Pikeniere und Musketiere. Die Zahl der Letzteren nahm im Verlauf des 17. Jahrhundert ständig zu Lasten der Ersteren zu.
Im Laufe der Zeit wurde die oben beschriebene Schutzrüstung zu Gunsten der Beweglichkeit weiter reduziert. Unter dem halben Harnisch wurde oft ein Lederkoller getragen. Es handelte sich hierbei um ein ärmelloses Kleidungsstück. Er hatte das Wams als Hauptbekleidungsstück abgelöst. Im Laufe der Zeit wurde der Lederkoller - zunächst noch nicht bei den Reitern - durch ein tuchenes Kamisol verdrängt.
Insbesondere die Pikeniere trugen noch - häufig geschwärzte - Sturmhauben, die Musketiere trugen - wie hier dargestellt - zumeist breitkrempige Filzhüte mit Federbusch.
Anmerkungen zum vorigen Bild.
Zu den Kopfbedeckungen der Pikeniere und vor allem der Musketiere findet sich bei Christian Beaufort-Sponton (Harnisch und Waffe Europas. Die militärische Ausrüstung im 17. Jahrhundert, S. 120 ff.) folgende Beschreibung:
"Im zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts den Pikenieren noch weitgehend untergeordnet, war ihre Anzahl seit zirka 1570 ständig im Steigen begriffen. Analog dazu wurden die Pikeniere zahlenmäßig vermindert, und so wechselte allmählich die offensive Rolle innerhalb des Fußvolkes auf die Musketiere über.
Der Oranische Musketier, wie ihn Jacob de Gheyn zu Ende des 16. Jahrhunderts vorführt, ist gänzlich ungeharnischt, trug also nicht einmal ein Schützenhäubel.
De Gheyn erklärt dies selbst in der Einleitung seines Werkes: "... soll man wißen, das die Schützen mit Sturmhueten, und die Musquetiers mit huetten furgebildet, und in unterschidlichen kleydungen staffirt sind, nicht das solch nöttig werde, sonderlichen nur damit solche veränderung die bildungen geziehret und dan auch die manier der Kriegsleuthe in ihren kleidungen so ietz in diesen zeiten gebreuchlich ... gezeigt wurden".
Anmerkungen zum vorigen Bild.
Die Musketiere waren regelmäßig mit dem Luntenschloßgewehr ausgestattet und ungepanzert, zumindest um die Mitte des 17 Jahrhunderts tragen sie in der Regel keine eigentliche Schutzbewaffnung mehr.
Das Luntengewehr wog etwa 8 - 10 kg. Aus diesem Grunde wurde dieses beim Schuss auf einen Gabelstock gelegt. Der Ladevorgang zerfiel in über dreißig Einzelakte und war sehr aufwändig bzw. zeitintensiv. In dieser Phase wurden die Musketiere notwendigerweise von den Pikenieren geschützt.
Auf dem vorstehenden Bild ist beim Musketier auch das Bandelier mit den lederbezogenen Kapseln aus Holz zu sehen. Diese Behältnisse beinhalteten das jeweils für einen Schuss abgemessene Pulver und wurden im Soldatenjargon als die 12 Apostel bezeichnet. Zur vollständigen Ausrüstung gehörten noch die Pulverflasche für das feine Zündpulver und ein Lederbeutel für die Bleikugeln.
Die schwedischen Musketiere wurden später mit leichteren Gewehrmodellen ausgerüstet.
Über die Ausrüstung und Bewaffnung der Reiterei in der Zeit von 1600 – 1700 ist bei Gohlke (Die blanken Waffen und die Schutzwaffen, Nachdruck Krefeld, S. 32 ff.) zu lesen:
„Henrik Sattler schreibt über die Bewaffnung der Reiter: „Jeder Kürisser trägt Helm, Ring- und Halskragen, Brust- und Ruckstuck sampt den Schulterblatten, beyden Armschienen und eysernem Handschuh, den Zaun damit zu halten, dann ein Pistolen oder Rohr, dessen lauff 2 Schuh (0,6 m) lang, ein Reitschwert zu hawen und zu stechen. Befehlstragende sind vom Gürtel bis auf die Knew mit beyden Tasseten, Knewstucken und Culoten (Schurz), wie auch noch einem Rohr bewaffnet. Reuter, welche nicht Kürisser sind, tragen keine Schulterblatten und Armschienen. Sie führen außer dem Schwert ein Carabyn (Karabiner) oder Rohr von 3 Fuß (0,9 m) Länge, sie sind mit Waffenröcken zu bekleiden, wie vorzeiten die Lancierer".
Anmerkungen zum vorigen Bild.
Die spanische Ordonnanz sah den Kampf der Infanterie in sogenannten Tercios vor. Es handelte sich hierbei um einen Kampfverband mit ca. 3000 Mann, der sich in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ausbildete.
Die meisten Soldaten der in einem gewaltigen Geviert aufgestellten Soldaten waren Pikeniere, umgeben von Musketieren oder Arquebusieren. Letztere bewährten sich bereits in der Schlacht von Pavia (24.02.1525) gegen die französische Kavallerie.
Die vier Tercios einer Brigade wurden in dem Muster eines Schachbretts aufgestellt. Die starre Gefechtsordnung war aber auf Dauer nicht nachhaltig, insbesondere weil im Laufe der Zeit die Anzahl der mit Stangenwaffen ausgestatteten Soldaten immer mehr zu Gunsten der Musketiere abnahm und die Gewalthaufen ein zu gutes Ziel für die sich immer mehr verstärkende Artillerie darstellten.
Charakteristisch für die spanische Infanterie dieser Zeit war der hohe Morion, ein breitrandiger Helm mit Kamm. Die Weste bestand mit den Ärmeln aus einem Stück. Die Wülste auf den Schultern sollten ein Abgleiten des Bandeliers verhindern. Als Schutzausrüstung diente eine dünne Brustplatte meist ohne Mittelkante.
Als blanke Waffe wurde der Rapier benutzt. Dieser hatte eine zweischneidige, gerade schlanke Klinge mit einem sehr spitzen Ort. Das Gefäß schützte auch den Zeigefinger
Anmerkungen zum vorigen Bild.
Zu den frühesten schottischen Regimentern gehörte das Mackay-Regiment. Es wurde 1626 gegründet und diente bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieg auf dem europäischen Kontinent, zunächst unter dem schwedischen König Gustav Adolf.
In der grünen Brigade dienten drei weitere schottische Regimenter. Später diente das zuvor genannte Regiment unter dem dänischen König.
Bekleidet sind die gezeigten Soldaten mit der typischen schottischen Tracht. Sie tragen - neben der Schottenmütze - den Kilt bzw. die Pluderhose in einem bestimmten karrierten Wollstoff (Tartan). Es handelte sich um einen Stoff, der aus horizontalen und vertikalen Streifen in verschiedenen Farben auf einem bunten Hintergrund bestand.
Der rechte Soldat zeigt dazu einen Umhang aus eben diesem Stoff. Dieser trägt auch vorn die typische Geldbörse aus Leder.
Empfohlene Beiträge
Organisation, Bekleidung, Ausrüstung und Bewaffnung der Königlich Bayerischen Armee von 1806 - 1906