Militärische Kopfbedeckungen im Wandel der Zeit -4. Teil - Moderne I. Von der französischen Revolution bis zum Biedermeier (1789 bis etwa 1840) - mit Zeichnungen des Verfassers
Der Beitrag wird laufend ergänzt bzw. vervollständigt. Nachfolgend wird - in mehreren Teilen - vordergründig die Geschichte der militärischen Kopfbedeckungen aufgezeigt und damit gleichzeitig in einer Art Überblick auch die Geschichte des Soldaten von der Antike bis in die Neuzeit dargestellt.
Preußen 1786 - 1806.
Am 17.08. 1786 starb Friedrich der Groß in Sanssouci und wurde in der Potsdamer Garnisonkirche beigesetzt. Seinem Nachfolger hinterließ er ein erprobtes Heer.
Die Armee umfasste nach Jany (Geschichte der Preußischen Armee, Bd. III., S. 134) zu diesem Zeitpunkt
an Infanterie
141 Bataillone (einschließlich der 32 Grenadierbataillone) mit 111730 Mann,
das Regiment Fußjäger mit 1302 Mann,
3 Regimenter leichte Infanterie mit 4899 Mann,
an Kavallerie
133 Eskadrons Kürassiere und Dragoner mit 22849 Mann,
100 Eskadrons Husaren und Bosniaken mit 15109 Mann,
sowie reitende Feldjäger mit 176 Mann
und ferner Husarenkommandos mit 26 Mann,
ferner
das Feldartilleriekorps mit 9746 Mann,
die Garnisonregimenter mit 37 Bataillonen mit 26298 Mann,
die Garnisonartillerie mit 13 Kompanien und einem Kommando in Brieg mit 1761 Mann,
die Mineurs mit 4 Kompanien mit 484 Mann,
die Pontonniers mit 29 Mann und
die Stämme der Landregimenter (4) mit 429 Mann.
König Friedrich Wilhelm II. (* 25.09.1744 in Berlin; † 16.11.1797 im Marmorpalais in Potsdam) reformierte u. A. die Uniformierung.
Diese Veränderung betraf auch die Kopfbedeckungen, so wurden die bisher getragenen Hüte, die Grenadier- und Füsiliermützen abgeschafft und durch einen zweiklappigen Hut ersetzt. Dieses "Casquet" hatte rund geschnittene Krempen, die weiß eingefasst und durch Schnüre am Hutkopf befestigt waren. Die Krempen konnten bei schlechtem Wetter herunter gelassen werden. Auf der vorderen Krempe befand sich ein Zierrat aus Messing, nämlich bei den Musketieren ein verschlungener königlicher Namenszug, bei den Grenadieren eine Granate und bei den Füsilieren ein fliegender Adler.
Die Füsiliere waren aber nunmehr eine Art leichter Infanterie. Hutkordons waren nicht mehr vorgesehen, aber bei den Musketieren ein Hutbüschel und bei den Grenadieren ein weißer Stutz. Der Zopf wurde verkürzt.
Friedrich Wilhelm III. (* 03. 08.1770 in Potsdam; † 07.06.1840 in Berlin) trat im Jahr 1797 die Regentschaft an und veränderte wiederum die Uniformierung.
So wurden die bisherigen zweiklappigen Hüte abgeschafft und die bisherige dreieckige Hutform (3) wieder eingeführt, allerdings in modischer Abänderung, d. h., der Hut war nicht mehr so flach wie vorher. Der nunmehrige Hut hatte jetzt Hutbüschel und Kordons in den alten Regimentsfarben.
Der Zopf war wurde erneut gekürzt und auch das Pudern der Haare geschah nun noch für Paradezwecke.
Für die Grenadiere wurde eine neuartige Mütze geschaffen. Diese hatte vorn ein schwarzes Lederschild, welches eine Einfassung aus schwarzer Wolle und ein Messingschild aufwies. Letzteres schmückte der preußische Adler. Darüber war eine Granate angebracht. Der eigentliche Kopfteil aus schwarzem Filz war niedriger und mit einer Borte in den Regimentsfarben versehen. Links wurde ein weißer Federbusch getragen.
Text
Die Husaren-Regimenter sollten seit 1796 (25.06.) nur noch die weiter oben beschriebenen Filzmützen tragen, lediglich das Regiment Göckingk (Nr. 2) hatte noch Pelzmützen. Im Jahr 1805 (18.03.) wurden aber nach russischem Vorbild Tschakos aus Filz mit einem ledernen Augenschirm eingeführt (4). Vorn befand sich eine Bandkokarde in den Regimentsfarben, nur das Husaren-Regiment Nr. 5 hatte als Zierrat einen Totenkopf. Auf dem oberen Rand sass ein Büschel, darunter die Kokarde. Um den oberen Rand des Tschakos war ein farbiger Kordon gelegt, dessen Quasten rechts herunter hingen.
Der Tschako war eine militärische Kopfbedeckung mit einer zylindrischer oder konischer Form und hatte ungarische Wurzeln. Er wurde nicht nur in der napoleonischen Armee zu einer oder der charakteristischen Kopfbedeckung. Er dominierte auch in der Uniformierung des 19. Jahrhunderts in den meisten europäischen Heeren und wurde im späteren (ab 1871) deutschen Reichsheer - in verkleinerter Form - die typische Kopfbedeckung der Jäger und Schützen und auch anderer Waffengattungen wie die Telegraphen- oder Luftschiffertruppe.
Die Napoleonische Zeit.
Text
Der Tschako löste den noch in der frühen französischen Kaiserreich noch getragenen Hut ab. Hierzu ist bei Funcken (Liliane und Fred Funcken Historischen Uniformen, Bd. 3, S. 34) zu lesen: "An die Stelle des Hutes trat der Tschako mit Kupferplatte und Kokarde. Diese Kopfbedeckung bestand aus einem Filzstumpen mit einer Lederkappe darüber, die den oberen Rand bildete. Am unteren Filzrand sass hinten eine Schnalle zum Verstellen der Kopfbreite. Die über dem ledernen Augenschirm angebrachte Platte wechselte im Laufe der Zeit mehrmals die Form. Darüber sass eine Kokarde, und den oberen Rand schmückte ein Pompon oder ein Stutz. Eine weiße, meist geflochtene Schnur umgab den Tschako vorn und hinten wie eine Girlande, an der rechts zwei runde Platten mit einer Quaste daran hingen. Zwei Sturmriemen, die unter dem Kinn festgemacht wurden, gaben dieser schweren Kopfbedeckung Halt. Der Tschako bildete einen besseren Schutz gegen Säbelhiebe, aber dem Soldaten diente er im Feld auch zur Unterbringung von Kamm, Zwiebeln, Schuhcreme oder einer Flasche".
Die Grenadiere der Linien-Infanterie trugen den Tschako mit roten Tressen, auch der Stutz und der Behang war rot. Bei den Voltigeurs war er gelb und bzw. oder grün und bei den Füsilieren dunkelgrün, himmelblau, gelb oder violett, also in den Farben der jeweiligen Kompanie.
Der Behang sollte eigentlich nach den Uniformvorschriften des Jahres 1812 entfallen, war aber in der Praxis noch lange in Gebrauch. Das neue Modell war ein wenig kürzer als die bisherige Ausführung, dafür aber oben breiter.
Das Tschakoblech zeigte in seiner späten Ausformung - wie oben dargestellt - den Adler auf einem halbkreisförmigen Schild mit der Regimentsnummer. Hiervon gab es aber auch Abweichungen.
Der Tschako der Offiziere hatte vergoldete Beschläge und goldenen Tressenbesatz.
Im Felde wurde der Tschako regelmäßig mit einem einfarbigen Überzug aus Leinen oder Wachstuch getragen.
Die französische Infanterie gliederte sich in die Regimenter der Linie und die Regimenter der Leichten Infanterie. Zu Beginn des Kaiserreiches existierten 26 Regimenter an Leichter Infanterie, allerdings verlief die Nummerierung bis zur Nr. 31, 5 Nummern waren folglich nicht besetzt. Es folgten weitere Neuerrichtungen. 1814 existierten 35 entsprechende Einheiten. Die Nummerierung lief aber bis Nr. 37.
Die Leichte Infanterie erhielt als erste Waffengattung den Tschako aus Filz mit Leder. Dieser wurde ab 1804 eingeführt und hatte einen ungarischen Ursprung. Der Augenschirm war beweglich und abnehmbar. Der Tschakobeschlag bestand in der frühen Zeit aus einem Jagdhorn aus Metall.
Teilweise sind aber aus der frühen Periode auch Abbildungen des Tschakos ohne Zierrat und Kokarde übermittelt.
Später wurde eine rautenförmige Metallplatte eingeführt, der unter dem kaiserlichen gekrönten Adler ein Jagdhorn zeigte. Die Platte bestand aus blankem Metall. Die Kokarde wurde zunächst links getragen.
Ferner schmückte den Tschako eine grüne Schnur, die in zwei geflochtenen Platten und Quasten endete. Bei den Jägern war der Federstutz am Tschako grün. Die Karabiniers führten am Tschako einen roten Stutz. Die Voltigeure hatten grüne und oder gelbe Federstutze. Die Federbüsche konnte unterschiedliche Formen haben. Auch der Tschakobehang war unterschiedlich, bei den Jäger weiß, bei den Voltigeuren rot, gelb oder grün.
Ab 1806 wurde der Tschako mit einem Sturmriemen (auch mit metallenen Schuppen) ausgestattet. In der Praxis wurde aber gerade die Kopfbedeckung in verschiedenen Variationen getragen, z. B. werden von Rousselot oder Knötel auch ein roter Tschako (1809) gezeigt. Im Felde war ein Wachstuchüberzug üblich. Der Tschako wurde dann auch ohne Behang getragen.
Die berühmte napoleonische Kaisergarde war ein elitärer Verband innerhalb der Grande Armée, der aus der Konsulargarde (Garde des Consuls) hervorging und alle Waffengattungen umfasste.
Die berühmten Grenadiere zu Fuß der (Alten) Kaisergarde gehen zurück auf die der Konsulargarde.
Das dortige Grenadier-Regiment wurde am 29.07.1804 entsprechend umgebildet und bestand nunmehr aus zwei Grenadier-Bataillonen und einem Veliten-Bataillon. Im Jahre 1810 entstand ein zweites Regiment Grenadiere zu Fuß aus der ehemals holländischen Garde.
Am 18.05.1811 wurde allerdings ein zweites Regiment Grenadiere zu Fuß geschaffen und die Holländischen Grenadiere erhielten nun die Nummer 3.
Die charakteristische schwarze Pelzmütze der Grenadiere zu Fuß zeigte vorn ein kupfernes Mützenschild mit dem kaiserlichen Adler flankiert von zwei entflammten Granaten. Offiziere hatten ein vergoldetes Mützenschild. An der linken Seite der Bärenfellmütze wurde ein roter Stutz geführt. Darunter befand sich die Kokarde in den Farben der französischen Trikolore. Der Tuchfleck der Bärenfellmütze zeigte bis 1807 ein weißes Kreuz und danach eine weiße bzw. goldene Granate.
Ursprünglich gehörte nur ein Regiment Jäger zu Pferde zur Kavallerie der Kaisergarde. Die Einheit ging auf die Guiden des jungen Generals Bonaparte in Italien und Ägypten zurück und fungierte als Leibgarde Napoleons.
Sie wurden unter dem 02.12.1799 in die Konsulargarde übernommen und waren nach Jack Cassin-Scott zunächst nur 112 Mann stark.
Eine der Eskadronen der Jäger zu Pferde war in jedem Feldzug dem Kaiser unmittelbar zugeordnet.
Als Kopfbedeckung trug die Einheit eine Pelzmütze mit einem roten Beutel. Der Stutz war unten grün und oben rot.
Auch zur jungen Garde gehörten Jäger zu Pferde. Diese trugen allerdings einen hohen zylindrischen Tschako mit Schirm (siehe die nachfolgende Abbildung).
Die Dragoner der napoleonischen Kaisergarde entstanden aufgrund eines kaiserlichen Befehls vom 15.04.1806. Sie zählten zu den schweren Reitern der napoleonischen Kaisergarde. Die Einheit rekrutierte sich aus Abgaben der Linien-Dragoner-Regimenter. Da die Kaiserin die Patenschaft über diese Einheit übernahm, nannte man sie bald nur noch die Dragoner der Kaiserin.
Die Uniform orientierte sich im Schnitt an dem langschössigen Rock der Grenadiere zu Pferde, mit denen sie auch eine Brigade bildeten. Die Grundfarbe war allerdings - wie für die Dragoner üblich - grün. esonderes Merkmal ihrer Uniform war der dekorative Bügelhelm aus Messing. Die Helmglocke umlief ein imitiertes Leopardenfell.
Der prachtvolle Helm hatte Schuppenketten und links wurde ein roter Federbusch getragen. Die vordere Spitze des Kammes schmückte eine schwarze Quaste. Der Roßhaarschweif war schwarz. Sappeure trugen die Bärenfellmütze mit gelb-rotem Behang. Zur Ausgehuniform (Tenue de ville) trug man einen Zweispitz. Daneben wurde die Lagermütze getragen, welche einen roten Besatz und vorn eine entflammte Granate zeigte.
Zur napoleonischen Kaisergarde gehörten auch drei Regimenter Lanzenreiter (Lanciers). Ursprung war eine polnische Ehrengarde. Die (1.) polnischen Lanciers der Kaisergarde wurden in der Folge im Jahre 1807 errichtet. Die Bewaffnung mit der Lanze erfolgte aber erst im Jahr 1808.
Die Uniform des 1. Regiments bestand aus einer königsblauen Kurtka mit karmesin-farbenen Kragen, Klappen, Aufschlägen und Schoßbesätzen. Der Bortenbesatz war silbern. Die Kurtka hatte rote Vorstöße. Zum Rock wurden weiße Epauletten und eben solche Achselschnüre getragen. Die Knöpfe waren weiß. Das Beinkleid war im Felde blau mit zwei karmesin-roten Biesen. Zur Parade trugen die Offiziere karmesin-rote Hosen mit Silbertressen.
Die Tschapka schmückte eine gelbes Messingschild mit Strahlenkranz (Sonnenrosette), welches im Zentrum ein großes "N" zeigte. Der obere - mit karmesinroten Stoff bezogene und an den Rändern weiß besetzte - Kopfteil hatte einen quadratischen Deckel. Links zeigte die Tschapka die Kokarde, welche ein silbernes polnisches Kreuz schmückte. Darüber wurde ein hoher weißer Federbusch getragen. Der Behang (Fangschnur usw.) waren auch weiß.
Im Felde wurde die Tschapka durch einen schwarzen Wachstuchüberzug geschützt.
Zur napoleonischen Kaisergarde gehörten auch die Mamelucken. Die kleine Formation hatte ihren Ursprung im gescheiterten Versuch der Eroberung Ägyptens durch eine französische Armee unter dem Kommando von Napoleon und wurde am 13.10.1804 in die Kaisergarde übernommen. Sie bestand aus zwei Kompanien und einem Stab. Die neu errichtete Einheit setzte sich - neben ehemaligen syrischen und koptischen Soldaten - vor allem auch aus Algerier, Armenier, Georgier, Tscherkessen usw. zusammen. Die Mamelucken waren auch an Kriegshandlungen beteiligt, z. B. bei der Niederschlagung des Aufstandes in Madrid im Spanienfeldzug im Jahre 1808. 1814 wurde die Einheit aufgelöst. Nur wenige Mamelucken begleiteten Napoleon in sein Exil auf der Insel Elba.
Sie waren wohl die farbenprächtigste Einheit in der französischen Armee und durch ihre orientalische Tracht im besonderen Maße optisch auffällig.
Die Montierung der Mamelucken war orientalisch geprägt, die genauen Farben der einzelnen Kleidungsstücke wurden aber nicht vorgegeben.
Als Kopfbedeckung diente ein sogenannter Tarbusch mit einem weißen Turban (aus Musselin), vorn verziert durch einen Halbmond und einen Stern und darüber befand sich ein Pompon mit Federbusch.
Ab 1807 wurde ein höherer Kahuk getragen. Auch dieser war durch einen Turban umwickelt.
Zur napoleonischen Kaisergarde gehörte auch eine Kompanie Sappeure bzw. Pioniere. Diese entstand anlässlich einer Brandkatastrophe in der österreichischen Botschaft in Paris. Aus der Erfahrung eines unzureichenden Brandschutzes sollte zukünftig eine besondere Einheit die Bedienung der Pumpen in den kaiserlichen Palästen übernehmen. Die Sapeurs du Génie entstanden aufgrund eines kaiserlichen Befehls vom 16.07.1810.
Besonders charakteristisch für die Garde-Pioniere war deren Helm mit einer hohen Helmglocke aus poliertem Stahl mit Bügel und Kamm. Dieser hatte Beschläge aus Messing, eine große schwarze Raupe aus Rosshaar und zur Parade einen roten Federstutz auf der linken Seite. Auch die Schuppenketten waren aus Messing. Diese wurden von strahlenförmigen Kokarden mit einem aufgelegten Stern gehalten. Als Helmzierrat diente der gekrönte kaiserliche Adler mit Blitzbündel. Unterhalb des Adlers befand sich ein Zierbandeau. Die Musiker hatten eine rote Raupe. Dieser Helm wurde später zum Vorbild vor allem französischer Feuerwehren.
Bei Schanz- bzw. Grabearbeiten im Einwirkungsbereich feindlicher Geschütze wurde ein zweiteiliger Panzer getragen sowie ein besonderer Helm. Diese Schutzausrüstung war aus Eisen. Diese Ausrüstung für die Tätigkeit im Laufgraben trugen auch die Pioniere der Linie.
In der französischen Armee vor 1802 gab es nur ein Kürassier-Regiment, nämlich das 8. Kavallerie-Regiment.
Im Jahre 1802 wurden dann zunächst die Regimenter Nr. 2 bis 7 und dann 1803 die restlichen Regimenter (Nr. 8 - 12) der vorhandenen schweren Kavallerie mit Helmen und Kürassen ausgestattet. Im Jahre 1809 kamen die Regimenter Nr. 13 und 14 dazu. Das Kürassier-Regiment Nr. 14 waren die ehemaligen 2. Holländischen Kürassiere.
Als Kopfbedeckung der Kürassiere diente ein eiserner Helm, der dem Helm der Dragoner ähnelte. Den gelb-metallenen Kamm schmückte ein schwarzer Rossschweif. Dieser war im Felde mitunter zu einem Strang geflochten. Die Helmglocke hatte eine Verbrämung aus schwarzem Fell. bzw. Pelz. Links schmückte ein roter Federbusch den Helm, in der Regel nicht im Felde. Zu den Farben des Federbusches gab es aber Abweichungen, so trugen z. B. das 8. und das 10. Kürassier-Regiment solche in schwarz mit gelber Spitze.
Die höheren Offiziere der Kürassiere trugen weiße Felderbüsche. Ebenso die Trompeter. Der Helm konnte auch mit einem schützenden Überzug getragen werden.
Daneben wurden Hüte getragen, z. B. zum Ausgehanzug und sowieso die Lagermütze, auch von Offiziere.
Unter dem Ersten Konsul wurde in der französischen Armee die Zahl der Dragoner-Regimenter im Jahre 1803 (24.09.) auf 30 Einheiten erhöht. Diese Zahl war auch noch 1812 vorhanden. 24 Dragoner-Regimenter hiervon wurden bereits im Jahre 1804 zu gemischten Verbänden mit jeweils drei berittenen und 1 unberittenen Abteilung zusammen gefasst. Jede Abteilung zählte zwei Kompanien.
Die Dragoner trugen einen (dunkel-)grünen Rock mit Rabatten und langen Schößen. Der Rock war vorn spitz zugeschnitten. In den Schoßumschlägen befanden sich grüne Granaten. Im Jahr 1812 wurde dann der Spenzer mit kürzeren Schößen eingeführt.
Die französsischen Dragoner trugen den geldmetallenen Bügelhelm nach dem klassischen Vorbild der "Voluntaires de Saxe" aus dem Jahre 1743. Dieser hatte eine braune Pelzverbrämung und ein schwarzen Rossschweif. Trompeter hatten regelmäßig weiße Rosshaarschweife (siehe die Abb. w.u.). Vorn am Kamm befand sich ein kleiner Puschel (auch aus Pferdehaar).
Zu Paradezwecken schmückte den Helm ein roter Federstutz an dessen linker Seite. Dieser war für Offiziere weiß. Hiervon gab es aber in der Praxis viele Abweichungen. Elitekomapnien, Pioniere und mitunter auch Trompeter hatten Pelzmützen.
Zur französischen Leichten Kavallerie gehörten auch die Jäger zu Pferde. Im Jahr 1801 waren es 26 Einheiten. Schließlich zählten die Jäger zu Pferde 31 Formationen (1811). Die Regimenter 30 und 31 wurden zu Chevaulegers umgeformt. Jedes Regiment gliederte sich in vier Abteilungen zu jeweils zwei Kompanien.
Im Feldzug von 1805 gehörten zu jedem Armeekorps eine Division leichter Kavallerie. Diese bestand aus Husaren und Jäger zu Pferd. Ihre Aufgabe war vor allem die Aufklärung bzw. die Verschleierung von Truppenbewegungen oder die Wegnahme gegnerischer Versorgung.
Die Grundfarbe der Uniform der Jäger zu Pferde war von Beginn an (dunkel-)grün. Zunächst waren die Jäger zu Pferde wie die Husaren uniformiert, d. h., sie trugen einen Dolman und eine Flügelmütze. Ab 1804 wurde jedoch die Uniformierung umgestellt. Nunmehr sollten die Jäger zu Pferde einen Rock mit langen Schößen tragen. Teilweise wurde aber die Husarenuniform weiter getragen, so z. B. das 27. Regiment bis 1814. Die Regimenter unterschieden sich durch eine bestimmte Abzeichenfarbe. Diese Abzeichenfarbe zeigten der Kragen und die Ärmel- und die Schoßumschläge. In den Schoßumschlägen des Rockes war ein Jagdhorn zu sehen.
Mit Umstellung der Uniform wurden auch Tschakos üblich. Dieser zeigte grundsätzlich vorn ein Blech in Form einer Raute. Der Behang des schwarzen Tschakos war weiß. Die Kopfbedeckung schmückte ferner ein Federbusch. Dieser zeigte in der Regel die Abzeichenfarbe des jeweiligen Regimentes. Der Tschako konnte auch rote Stegen bzw. Besatzstreifen (zumeist bei Elitekomapnien) oder einen Bezug (nicht Überzug) in der Regimentsfarbe aufweisen. Die Pompons der Tschakos hatte in der Regel folgende Farben: 1. Schwadron = rot, 2. Schwadron = himmelblau, 3. Schwadron = orange und 4. Schwadron = violett. Im Felde konnte ein Überzug über den Tschako getragen werden.
In Frankreich wurde die Husarenwaffe ab 1692 eingeführt. Im Jahre 1792 gab es 13 Husaren-Regimenter (Rogers, S. 66). Diese Anzahl wurde aber in der Folge reduziert. Im Jahre 1803 waren nur noch 10 Regimenter vorhanden. 1810 kam ein 11. Husaren-Regiment dazu.
In den Revolutionsjahren trugen die Husaren die Flügelmütze mit einem langen Flügel aus farbigen Tuch. An dieser konnte offensichtlich auch ein Augenschirm befestigt werden.
Als Kopfbedeckung diente ein Tschako. Dieser hatte einen weißen Behang und einen Stutz in der entsprechenden Abzeichenfarbe des Regimentes. Um 1805 schmückte den schwarzen Tschako eine große Trikolore und löste das bisherige Mützenblech ab. 1807 wurde eine Raute als Zierrat eingeführt. Diese zeigte die Regimentsnummer. Ab 1810 wurde ein Mützenschild in Form eines kaiserlichen Adlers. Im Felde wurden wasserdichte Tschakoüberzüge benutzt.
Die Elitekompanien der Husaren trugen Pelzmützen. Deren Kolpaks waren rot. Der Behang war ebenso rot, blau oder weiß.
Zur neu-preußischen Kavallerie nach 1808 gehörten auch Kürassiere. Im Jahre bildete man vier Linien-Dragoner-Regimenter in Kürassiere um. Damit existierten - neben den beiden Garde-Regimentern - 8 Kürassier-Regimenter (Nr. 1 - 8).
Die altpreußischen Kürassiere hatten noch den Hut getragen. Im Jahre 1809 erhielten die preußischen Kürassiere Helme von russischer Form. Hierbei handelte es sich um Bügelhelme, die in ihrem Hauptteil aus schwarzem Leder bestanden. Der Vorder- und der Hinterschirm waren abgerundet, wobei der Vorderschirm eine Einfassung aus Messing hatte.
An dem Lederkamm war ein schwarzer Roßhaarkamm angebracht, dieser war bei den Trompetern rot.
Vorn schmückte den Bügelhelm ein Messingschild, welches den Adler der Linie zeigte. Die Gardeformationen hatten hier den Gardestern. Der Helmzierrat war bei den Offizieren vergoldet.
Die Kopfbedeckung wurde durch Schuppenketten gehalten. Unter der linken Schuppenketten sass die schwarz-weiße Kokarde aus Wolle. Bei den Offizieren war diese aus Seide und schwarz-silbern.
Empfohlene Beiträge
Martin Lezius, Die Entwicklung des deutschen Heeres. Uniformtafeln. 1936.