Militärische Kopfbedeckungen im Wandel der Zeit -4. Teil - Moderne (ab 1789 bis 1918) - mit Zeichnungen des Verfassers
Der Beitrag wird laufend ergänzt bzw. vervollständigt. Nachfolgend wird - in mehreren Teilen - vordergründig die Geschichte der militärischen Kopfbedeckungen aufgezeigt und damit gleichzeitig in einer Art Überblick auch die Geschichte des Soldaten von der Antike bis in die Neuzeit dargestellt.
Preußen 1786 - 1806.
Am 17.08. 1786 starb Friedrich der Groß in Sanssouci und wurde in der Potsdamer Garnisonkirche beigesetzt. Seinem Nachfolger hinterließ er ein erprobtes Heer.
Die Armee umfasste nach Jany (Geschichte der Preußischen Armee, Bd. III., S. 134) zu diesem Zeitpunkt
an Infanterie
141 Bataillone (einschließlich der 32 Grenadierbataillone) mit 111730 Mann,
das Regiment Fußjäger mit 1302 Mann,
3 Regimenter leichte Infanterie mit 4899 Mann,
an Kavallerie
133 Eskadrons Kürassiere und Dragoner mit 22849 Mann,
100 Eskadrons Husaren und Bosniaken mit 15109 Mann,
sowie reitende Feldjäger mit 176 Mann
und ferner Husarenkommandos mit 26 Mann,
ferner
das Feldartilleriekorps mit 9746 Mann,
die Garnisonregimenter mit 37 Bataillonen mit 26298 Mann,
die Garnisonartillerie mit 13 Kompanien und einem Kommando in Brieg mit 1761 Mann,
die Mineurs mit 4 Kompanien mit 484 Mann,
die Pontonniers mit 29 Mann und
die Stämme der Landregimenter (4) mit 429 Mann.
König Friedrich Wilhelm II. (* 25.09.1744 in Berlin; † 16.11.1797 im Marmorpalais in Potsdam) reformierte u. A. die Uniformierung.
Diese Veränderung betraf auch die Kopfbedeckungen, so wurden die bisher getragenen Hüte, die Grenadier- und Füsiliermützen abgeschafft und durch einen zweiklappigen Hut ersetzt. Dieses "Casquet" hatte rund geschnittene Krempen, die weiß eingefasst und durch Schnüre am Hutkopf befestigt waren. Die Krempen konnten bei schlechtem Wetter herunter gelassen werden. Auf der vorderen Krempe befand sich ein Zierrat aus Messing, nämlich bei den Musketieren ein verschlungener königlicher Namenszug, bei den Grenadieren eine Granate und bei den Füsilieren ein fliegender Adler.
Die Füsiliere waren aber nunmehr eine Art leichter Infanterie. Hutkordons waren nicht mehr vorgesehen, aber bei den Musketieren ein Hutbüschel und bei den Grenadieren ein weißer Stutz. Der Zopf wurde verkürzt.
Friedrich Wilhelm III. (* 03. 08.1770 in Potsdam; † 07.06.1840 in Berlin) trat im Jahr 1797 die Regentschaft an und veränderte wiederum die Uniformierung.
So wurden die bisherigen zweiklappigen Hüte abgeschafft und die bisherige dreieckige Hutform (3) wieder eingeführt, allerdings in modischer Abänderung, d. h., der Hut war nicht mehr so flach wie vorher. Der nunmehrige Hut hatte jetzt Hutbüschel und Kordons in den alten Regimentsfarben.
Der Zopf war wurde erneut gekürzt und auch das Pudern der Haare geschah nun noch für Paradezwecke.
Für die Grenadiere wurde eine neuartige Mütze geschaffen. Diese hatte vorn ein schwarzes Lederschild, welches eine Einfassung aus schwarzer Wolle und ein Messingschild aufwies. Letzteres schmückte der preußische Adler. Darüber war eine Granate angebracht. Der eigentliche Kopfteil aus schwarzem Filz war niedriger und mit einer Borte in den Regimentsfarben versehen. Links wurde ein weißer Federbusch getragen.
Text
Die Husaren-Regimenter sollten seit 1796 (25.06.) nur noch die weiter oben beschriebenen Filzmützen tragen, lediglich das Regiment Göckingk (Nr. 2) hatte noch Pelzmützen. Im Jahr 1805 (18.03.) wurden aber nach russischem Vorbild Tschakos aus Filz mit einem ledernen Augenschirm eingeführt (4). Vorn befand sich eine Bandkokarde in den Regimentsfarben, nur das Husaren-Regiment Nr. 5 hatte als Zierrat einen Totenkopf. Auf dem oberen Rand sass ein Büschel, darunter die Kokarde. Um den oberen Rand des Tschakos war ein farbiger Kordon gelegt, dessen Quasten rechts herunter hingen.
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