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Heeressoziologie

Die militärische Seelsorge in der königlich-preußischen Garnison Münster

Mit der Besitzergreifung des ehemaligen katholischen Fürstbistums durch die Preußen gehörte Münster zukünftig zu einem Staatsgebilde, dessen Herrscherhaus und der überwiegende Anteil der Bevölkerung protestantisch waren. Außer in Oberschlesien gab es nur in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen eine katholische Mehrheit. Hieraus erwuchsen auch in dem relativ toleranten Preußen Konflikte, die sich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts im Zeichen des Kulturkampfes noch verschärfen sollten. Der paritätische Gedanke wurde im preußischen Staat erst langsam entwickelt. Beamtenschaft und Militär waren überwiegend landfremd und zunächst noch mehrheitlich protestantisch. Für sie musste die Militärseelsorge gesichert werden.

Heeressoziologie

Zur militärischen Erinnerungskultur in Münster nach 1918

Als die münsterischen Regimenter schließlich 1918 bzw. 1919 in die heimatliche Garnison zurückkehren und beinahe vollständig aufgelöst werden, versinkt das Deutsche Reich in revolutionäre Wirren. Vor der Kulisse der Weimarer Republik beginnt die Aufarbeitung der militärischen Niederlage, die angeblich keine war („Dolchstoßlegende“), es entwickeln sich der Mythos des Frontsoldaten und eine Kultur des Erinnerns und Gedenkens.