Uniformierung und Ausrüstung der Alten Armee - Kavallerie - Schwere Reiter - Sachsen - Karabinier-Regiment

Sächsischer Karabinier im kornblumen-blauen Koller mit Kavalleriesäbel. Hier noch mit dem alten Bügelhelm. Frühe originale KAB. Fotograf: Hugo Thiele.

Das sächsische Karabinier-Regiment (2. schweres Regiment) gehörte zum XIX. Armee-Korps. Hierbei handelte es sich um das II. Kgl. Sächsisches Korps.

Hier war das vorgenannte Regiment Teil der der 42. Division bzw. der 4. sächsischen Division sowie Teil der 42. Kavallerie-Brigade bzw. 4 sächsischen Kavallerie-Brigade.

Frühe Aufnahme eines Offiziers aus dem sächsischen Karabinier-Regiment (2. Schweres Regiment). Originale cdv.

R. v. Haber (Die Cavallerie des Deutschen Reichs. Derselben Entstehung und Geschichte, nebst Rang-, Quartier-, Anciennitäts-Liste und Uniformierung,Hannover 1877, S. 284) schildert die Vorgeschichte und Entstehtung der Einheit wir folgt:

"Den 1. November 1849 wurde das Regiment aus den Abgaben des Garde-Reiter-, des ersten und zweiten Regiments, zu fünf Escadronen unter den Namen § . Reiter-Regiment" formirt. Den 1. April 1867 wird eine 6. Escadron gebildet, das preußische Exercier-Reglement eingeführt und das Regiment zu einem schweren Regimente umformirt, nachdem 110 leichtere Pferde gegen eine gleiche Anzahl schwere vom 2. Reiter-Regiment umgetauscht. Die 2. und 4. Escadron werden zu dem errichteten 2. Ulanen-Regiment Nr. 18 abgegeben, die 6. Escadron wird die 2., am 1. October 67 wird die 4. Escadron umformirt".

Laut Hugo F. W. Schulz (Die Bayerischen, Sächsischen und Württembergischen Kavallerie Regimenter 1913/1914, Augsburg 1992, S. 70) war die Stammtruppe der in Rede stehenden Einheit ein unter Kurfürst Friedrich August I., König August II. von Polen (1694-1733), im Jahre 1704 formiertes Korps der Leibgarde.

Offizier aus dem aus dem sächsischen Karabinier-Regiment (2. Schweres Regiment) im Dienstanzug. Frühe originale KAB. Hier noch mit dem alten Raupenhelm.
Frühe Aufnahme eines Offiziers (Rittmeister) aus dem sächsischen Karabinier-Regiment (2. Schweres Regiment). Frühe cdv.

Das sächsische Karabinier-Regiment wurde nach Umformierung der sächsischen Armee nach preußischem Vorbild ab 1867 als schweres Regiment gebildet.

Als Stiftungstag galt aber der 01.11.1849.

Garnisonen der Einheit waren Borna und Pegau.

Angehöriger (Offizier) des Karabinier-Regiments (2. Schweres Regiment) in Paradeuniform.
Offizier aus dem Karabinier-Regiment (2. Schweres Regiment), welches in Borna seine Garnison hatte. Originale KAB. Der schwarze Kragen und die Ärmelaufschläge waren aus schwarzem Samt.

Rekruten erhielt das Regiment (Stand 1877) aus den Bezirken der Kgl. Sächsischen 3. und 4. Infanterie-Brigade.

Die erforderlichen Remonten wurden durch den Roßhändler Rose in Connewitz bei Leipzig angekauft (Stand 1877).

Unteroffizier aus dem sächsischen Karabinier-Regiment (2. Schweres Regiment) mit Braut. Am Koller schwarzer Kragen und schwarze Aufschläge mit konrblumenblauen Vorstößen.
Karabinier im Koller. Als Bewaffnung diente nicht ein Pallasch, sondern ein Kavallerisäbel. Originale KAB. Fotograf: Joh. Niclou/ Chemnitz.

Als Uniform diente ein kornblumen-blauer Waffenrock mit einer weißen Kollerborte (vorn herunter) mit schwarzen Streifen und gelben Knöpfen.

Der Kragen und die schwedischen Ärmelaufschläge waren schwarz.

Der Rock und die Hose hatten weiße Vorstöße.

Auf den Schultern wurde Achselstücke aus Messing mit Schuppen getragen. Diese wurden auch von den sogenannten Degenfähnrichen am Überrock angelegt.

Die Achselklappen am Mantel waren hellblau mit weißem Vorstoß. Sie zeigten keine Nummer.

Die Patten am Kragen des Mantels bzw. am Kragen der Litewka waren schwarz.

Atelieraufnahme eines Karabiniers im Dienstanzug mit umgehängten Mantel. Originale cdv. Fotograf: Atelier Electra/ Hannover.

Die kornblumen-blaue Mütze hatte einen schwarzen Besatzstreifen mit weißen Vorstößen. Die Landeskokarde war grün-schwarz.

Als Helm diente der Helm der preußischen Kürassiere, allerdings mit dem typischen sächsischen Stern als Zierrat. Vorher war der typische säschsische Bügelhelm getragen worden.

Zur Parade wurde ein weißer Haarbusch angelegt, also nicht mit einem Löwenaufsatz wie bei den Garde-Reitern.

Stulphandschuhe wurden nicht getragen.

Frühe Aufnahme zweier Karabiniers im Ausgehanzug. Rechts wohl UO. Originale cdv.
Gefreiter aus dem sächsischen Karabinier-Regiment (2. Schweres Regiment) im Ausgehanzug. Originale cdv. Alfred Ganz/ Stollberg. Am rechten Ärmel des Kollers ist ein Fechtabziechen zu sehen.

Bei den Offizieren waren die Knöpfe und die Epauletten am Koller vergoldet.

Die Streifen an der Mütze, Kragen und Ärmelaufschläge am Koller waren bei den Offizieren aus Samt.

Die Trompeter hatten auf der Brust des Kollers einen Besatz aus weißen Litzen. An der Litewka wurden die üblichen Schwalbennester getragen.

Die Trompeter ritten im Übrigen nur Rappen.

Das Regiment hatte auch Kesselpauken.

Als Blankwaffe diente nicht ein Pallasch, sondern der KD 89 mit dem sächsischen Wappen. Bei den Offizieren war dessen Gefäß versilbert.

Die Offiziere bekamen ab 1913 eine Blankwaffe mit gerader Klinge, die dem preußischen Kürassierpallasch ähnelte.

Porträt eines Gefreiten aus dem sächsischen Karabinier-Regiment (2. Schweres Regiment). Originale cdv. Fotograf: Emil Schroeter.
Frühe Aufnahme eines Karabiniers (Gefreiter) aus dem sächsischen Karabinier-Regiment (2. Schweres Regiment). Frühe o,Originale cdv.

Die Einheit kehrte im Dezember des Jahres 1918 in die Heimat zurück und wurde dann aufgelöst.

Hochdekorierter Offizier in Paradeuniform aus dem sächsischen Karabinier-Regiment (2. Schweres Regiment). Originale KAB. Fotograf: Schaarwächter/ Berlin.
Gruppenaufnahme von Angehörigen aus dem sächsischen Karabinier-Regiment (2. Schweres Regiment) mit parademäßigen Helm. Mittig Unteroffizier. Originale Fotokarte. Auffällig ist die hellere Farbe des Eigentumskollers (rechts neben dem Unteroffizier).
Gruppenaufnahme von Angehörigen ,aus dem sächsischen Karabinier-Regiment (2. Schweres Regiment) mit parademäßigen Helm . Originale Fotokarte. Fotograf: Volpert/ Borna.
Gruppenaufnahme von Karabiniers im Koller oder Drillich aus dem sächsischen Karabinier-Regiment (2. Schweres Regiment). Rechts: Trompeter. Mittig: Unteroffizier (mit Schirmmütze).

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